02.10.2011 · Kaum haben die Verlierer von „München 2018“ den Staub der Niederlage von ihren Füßen geschüttelt, verlangen sie nach einer Revanche. Startschuss also zu „München 2022“? Der Gedanke ist ehrenhaft, aber unrealistisch. Auch „München 2026“ hätte einen schönen Klang.
Von Evi SimeoniDas ist wahrer Sportsgeist: Kaum haben die Verlierer von „München 2018“ den Staub der Niederlage von ihren Füßen geschüttelt, verlangen sie nach einer Revanche. Anfang der Woche haben sich die bayerischen Bewerber noch einmal wiedergesehen im ehrwürdigen Rahmen des Alten Rathauses, in deutlich entspannterer Atmosphäre als vor knapp drei Monaten, als das Projekt bei der Session des Internationalen Olympischen Komitees in Durban in die Hose ging und Pyeongchang schon in der ersten Runde das Rennen für Korea machte. In der Zwischenzeit sind die Tränen getrocknet, die Akkus wieder aufgeladen, und alle waren sich in München einig: Am liebsten würden sie es noch einmal versuchen.
Diesmal wüssten sie auch, wie es geht. Startschuss also zu „München 2022“? Der Gedanke ist ehrenhaft, aber unrealistisch. Eigentlich haben alle, die sich da voneinander verabschiedeten, längst etwas anderes vor. Im Jahr 2013, wenn sich München offiziell zu einer abermaligen Kandidatur für Olympische Winterspiele bekennen müsste, findet zum Beispiel in Bayern die Landtagswahl statt. Es steht zu erwarten, dass der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, eine der Lokomotiven der Bewerbung, dann für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert.
Auch der Bundestag wird 2013 neu gewählt - eine wacklige Grundlage für eine Olympiabewerbung. Und auch Thomas Bach, der Chef des Ganzen, könnte 2013 mit sich selbst beschäftigt sein: Falls die Anzeichen nicht trügen, dürfte er dann für das Präsidentenamt des Internationalen Olympischen Komitees kandidieren und könnte keinen Bewerbungs-Ballast im Gepäck gebrauchen.
Und Katarina Witt, die kämpferische Frontfrau? Sie ist zu ihrem alten Metier zurückgekehrt und produziert schon wieder eine internationale Eisrevue. Servus München also, zumindest auf absehbare Zeit werden keine neuen Kringel gedreht. Aber es bleibt ein Trost: Auch „München 2026“ hätte einen schönen Klang.