30.06.2004 · Die amerikanische 4 x 400 Meter Staffel von Sydney verliert ihre Goldmedaille. Der über fünf Jahre alte Dopingfall des amerikanischen 400-Meter-Läufers Jerome Young ist endgültig entschieden.
Der über fünf Jahre alte Dopingfall des amerikanischen 400-Meter-Läufers Jerome Young, der bei den Landesmeisterschaften am 26. Juni 1999 positiv auf anabole Steroide (Nandrolon-Metaboliten) getestet, aber am 10. Juli 2000 vom Leichtathletikverband der Vereinigten Staaten (USATF) in einem zweifelhaften Berufungsverfahren freigesprochen worden war, ist endgültig entschieden: Young ist ein überführter Dopingsünder.
Der Court of Arbitration for Sport (CAS) hat einerseits eine Mißachtung der Regeln des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) durch USATF und andererseits ein Dopingvergehen Youngs festgestellt. Der Freispruch war nicht Rechtens. Zudem hat USATF der IAAF das nach den Regeln zugestandene Recht verwehrt, den Fall sowie das Urteil des nationalen Mitgliedsverbandes in einer angemessenen Zeit zu überprüfen. Erst im Februar 2004 gewährten die Amerikaner unter Druck dem Weltverband Akteneinsicht. Am 27. August 2003, nach Youngs WM-Sieg in Paris, hatte eine amerikanische Zeitung den Texaner als den lange gesuchten gedopten Sydney-Gewinner enttarnt.
Wegen der amerikanischen Verhinderungs- und Verschleierungstaktik ließ der CAS das Argument nicht mehr gelten, die Frist für eine Neuaufnahme oder ein weiteres Verfahren im Fall Young wäre längst überschritten.
Vom 26. Juni 1999 bis zum 25. Juni 2001 war der Weltmeister nach dem am Dienstag veröffentlichten CAS-Spruch nicht startberechtigt - die amerikanische 4×400-Meter-Staffel verliert deshalb wegen seiner Mitwirkung (in der Vorrunde) ihre bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewonnene Goldmedaille. Zu dem Staffel-Aufgebot gehörte auch Superstar Michael Johnson. Nigeria wird nun die Goldmedaille zuerkannt werden.
Ursprünglich hatte die IAAF ein Verfahren vor seinem unabhängigen Arbitration Panel angestrebt. Schließlich einigten sich die drei Parteien, die IAAF, USATF und Young selbst, den Streitfall gleich vor dem Internationalen Sportgerichtshof auszutragen. Am 15. Juni hatte in London mit allen Parteien eine Anhörung vor einer dreiköpfigen CAS-Kammer stattgefunden. Am Ende steht der Schuldspruch.