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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Speakers Corner Slalom durch London

 ·  Links oder rechts, rechts oder links. Ein Fußmarsch auf den Gehsteigen Londons gleicht einem Hindernislauf. Wir fordern: Klare Regeln für Fußgänger. Alle sollten rechts laufen.

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© dapd Verwirrendes Multi-Kulti-Gemisch: Der Fußgänger-Verkehr auf den Londoner Gehwegen

Ladies and Gentlemen, liebe Londoner! Nun sind Eure Spiele schon ein paar Tage alt. Es wird also höchste Zeit, Euch endlich für die richtige Seite zu entscheiden. Langsam sind wir es nämlich leid, auf den Fußwegen ständig zu grübeln, wie wir der Mischung aus einheimischen und zugereisten, konservativen und progressiven Passanten begegnen sollen, die uns in Scharen entgegenkommen.

Viele halten sich für zweibeinige Autos

Eigenartigerweise ist es nämlich so, dass sich viele Menschen auf der ganzen Welt insgeheim für zweibeinige Autos halten und sich deshalb auch in ganz ähnlicher Weise fortbewegen. Das heißt: In England und verwandten Nationen gehen sie vorwiegend auf der linken Seite des Trottoirs - in den anderen Ländern dagegen rechts. Eigentlich müsste das ja durch die Bank bedeuten, dass man hier in London den Entgegenkommenden nach links ausweicht, um ohne Tuchfühlung aneinander vorbeizukommen. Aber das wäre zu einfach, eine solch simple Anpassungsleistung würde uns ja überhaupt nichts ausmachen. Aber genau da beginnen die Probleme.

Man muss sein Gegenüber taxieren

Olympia ist ein Weltereignis. Das heißt, man muss sein Gegenüber taxieren. Europäisches Festland? Rechts vorbei. Britischer Insulaner? Links. Amerikaner? Rechts. Australier? Links. So weit, so gut. Aber das verwirrende Londoner Multi-Kulti-Gemisch stellt einen Olympia-Besucher vor unlösbare Probleme und blockiert ihn regelmäßig. Oh, sorry, sagt er, wenn er einem Konterpart vor den Bug gelaufen ist. Uuuups! Schon wieder ... Vorsicht, heiß und fettig!

Alle sollen auf der rechten Seite laufen

Sollen wir denn wirklich noch zwei Wochen lang unsere Zeit, Nerven und wertvollen Gedanken mit der Seitenwahl beim Gehen verschwenden, um dann doch jedes Mal nur bei einer Fifty-Fifty-Chance zu landen? Sollen wir uns weiter im City-Slalom durch die Menge kämpfen? Wir fordern: Klare Regeln für Fußgänger. Alle sollen auf der rechten Seite laufen. Zumindest noch bis zur Schlussfeier. Danach können sich die Engländer ja wieder auf der falschen Seite fortbewegen, so viel sie wollen. Von uns aus auch im English Waltz.

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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