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Mittwoch, 19. Juni 2013
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London Calling „Das glücklichste Mädchen in Amerika!“

 ·  Bei den amerikanischen Olympiaausscheidungen schwimmt eine 17 Jahre alte Athletin über 100 Meter Rücken auf den ersten Platz. Missy Franklin ist längst angekommen in der Weltspitze. Ihre Vita spricht Bände. Ihre physischen Voraussetzungen sind ideal.

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© dapd Explosiver Start: Missy Franklin schwimmt über 100 Meter Rücken überraschend zum Sieg

„Ehrlich gesagt: Im Moment bin ich das glücklichste Mädchen in Amerika!“ Missy Franklin konnte ihre Freude kaum zügeln. Sie herzte die zweitplazierte Rachel Bootsma, sie herzte die geschlagene Olympiasiegerin Natalie Coughlin, sie herzte sogar den Fernsehmoderator. Missy Franklin schien jenseits von Gut und Böse, und das hatte zum einen damit zu tun, dass sie erst 17 Jahre alt ist, zum anderen aber vor allem damit, dass sie am Mittwochabend zum ersten Mal in ihrem Leben den Sprung zu Olympia schaffte: Durch ihren Sieg über 100 Meter Rücken in 58,85 Sekunden bei den Qualifikationswettkämpfen der amerikanischen Schwimmer in Omaha darf Missy Franklin nun auch in einem guten Monat im Londoner Aquatics Centre ins Becken springen.

Es ist kein Teenager-Märchen, dass sich da in Omaha zugetragen hat, es war vielmehr die Bestätigung eines großen Versprechens. Denn Missy Franklin verkörpert für viele seit längerer Zeit die Zukunft des amerikanischen Schwimmsports. Mit 12 hatte sie sich für ihre ersten Olympia-Ausscheidungen qualifiziert, mit 14 tourte sie mit dem amerikanischen Nationalteam durch die Welt, mit 16 gewann sie bei der WM im vergangenen Jahr in Schanghai drei goldene, eine silberne und eine bronzene Medaille. Als Startschwimmerin der siegreichen 4x200-Meter-Freistilstaffel war sie in Schanghai schneller gewesen als Weltmeisterin Federica Pellegrini aus Italien im Einzel-Finale.

Eine erstaunliche Vita für eine 17 Jahre alte Schwimmerin

Und im vergangenen Oktober holte sich Missy Franklin dann auch noch den Weltrekord über 200 Meter Rücken, auf der Kurzbahn in Berlin. Es ist eine ziemlich lange Erfolgsliste für eine Sportlerin, die vor gut sechs Wochen 17 geworden ist. Und nun also Olympia, zum ersten Mal. Als sie im Kindergarten war, erzählte ihre Mutter dieser Tage in Omaha, habe Missy, die eigentlich Melissa Jeanette heißt, Bilder aufgehängt mit ihr und den olympischen Ringen drauf. Nun fährt sie nach London, und dort wird es vermutlich mehr für sie geben als „Fish n’ Chips und warmes Bier“, wie das ihrem Vater am Mittwoch schon vorschwebte. Missy Franklins Statur ist wie gemacht für den Schwimmsport, ähnlich wie bei dem amerikanischen Superstar Michael Phelps wirkt ihr Körper fast eher für die Bewegung im Wasser als für die an Land ausgelegt. Sie ist 1,85 Meter groß, hat Schuhgröße 47 und verfügt über eine imposante Spannweite.

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Abgetaucht - von wegen: Franklin macht mit tollen Ergebnissen im Becken auf sich aufmerksam © dapd Abgetaucht - von wegen: Franklin macht mit tollen Ergebnissen im Becken auf sich aufmerksam

Dazu kommen Bewegungstalent, Trainingsfleiß und der typisch amerikanische Wettkampfgeist. Eine perfekte Mischung. Viele erinnern ihre Leistungen an den jungen Michael Phelps, in der Spitze wie in der Breite. In Omaha schwamm Missy Franklin nur 18 Minuten vor ihrem Sieg über 100 Meter Rücken das Halbfinale über 200 Meter Freistil – und qualifizierte sich dort als Fünfte sicher für das Finale am Donnerstagabend. „Mich erinnert das an jemanden, den ich kenne“, kommentierte Phelps’ Trainer Bob Bowman einmal die Auftritte der gebürtigen Kalifornierin. Man wird also gewiss noch hören von Missy Franklin. Ziemlich sicher schon aus London.

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Jahrgang 1970, Sportredakteur.

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