12.08.2012 · Waren es die besten Olympischen Spiele von allen? Vielleicht nicht die besten. Aber die bestmöglichen. Die Briten haben den schmalen Grat zwischen Sicherheit und Lockerheit gefunden - und einen ersten guten Schritt zu mehr Nachhaltigkeit und Sparsamkeit gemacht.
Von Christian Eichler, LondonRichtlinien für Lesermeinungen
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Nachdem ich in den letzten schon häufiger gelesen habe, dass die Länder der EU zusammen die meisten Goldmedaillen gewonnen habe, möchte ich mich dazu äussern. Natürlich ist es leichter mehr Medaillen zu gewinnen, wenn man mehr Athleten schicken kann. Dürften die USA für jeden Bundesstaat 3 Athleten oder eine Mannschaft schicken, würden sie auch mehr Medaillen gewinnen. Anstatt bei der Beurteilung hypothetische zukünftige Staaten wie Gesamteuropa einzubeziehen, ist es viel sinnvoller früher real existierende Staaten zu berücksichtigen. Und so hätten wir auch einen neuen Ersten im Medaillenspiegel: die SOWJETUNION mit 46 Gold, 44 Silber und 70 Bronze.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.08.2012 17:51 UhrEmpire
Ich habe jetzt nicht nachgerechnet, aber angesichts der Tatsache, dass die Königin von England auch Königin von Australien, Kanada, Jamaika(!), Bahamas usw. usf. ist, käme auch das Commonwealth of Nations (aka British Empire) als Gesamtsieger in Frage.
Athen liegt bekanntlich in Europa, anders als Atlanta und Peking.
Großbritanien dagegen vesteht sich eher als Schwerpunkt der
angelsächsischen Welt und nicht als Bestandteil Europas.
Ihre Argumentation scheint daher schwach, obwohl Olympia wirklich ein
Kind Europas ist. Hoffentlich haben Sie in London eine gute Zeit verbracht.
Mit weitem Abstand der Gewinner im Medallienspiegel ..... die EU !
Leider wurden von den verantwortlichen Medien das Ereignis nicht genutzt
die Zusammen-
gehörigkeit und den Stolz auf die Mitgliedschaft in der
Europäische Union zu fördern , schade ! Mit negativen
Schlagzeilen kann man wohl mehr Umsatz machen.
Eine Europäische Öffentlichkeit...
wäre sehr wünschenswert, aber ich zweifle doch daran, dass
unter der EU-Fahne antretende Sportler sich dafür eignen
würden. Im Übrigen gibt es auch kein europäisches
olympisches Kommitee, und Sportlerförderung ist meines Wissens nach
noch eine nationale Angelegenheit.
Aber mitfiebern mit der deutschen Mannschaft - warum?
- Weil mir deren Fahne ein wenig geläufiger ist als die anderen?
- Weil unsere Medien mehr über diese Athleten berichten als
über andere?
- Weil die Athleten bei Interviews in meiner Muttersprache sprechen?
- Weil sie von meinen Steuergeldern gefördert werden?
Ich muss zugeben, dass mich keiner dieser Gründe wirklich
überzeugt und ich mich, außer in Ausnahmefällen, nicht
zum Mitfiebern bewegt fühle. Ich möchte spannende
Wettkämpfe sehen.
Tut mir leid,
ich kann mich nicht den Medalliengewinner aus Frankreich, UK, Italien usw. identifizieren! Ich gehe davon aus, dass vielen so geht. Damit ist deutlich aufgezeigt, dass sowas wie eine EU-Identität gar nicht gibt! Ich respektiere die Einzelleistung, aber mitfiebern kann ich nur mit der deutschen Mannschaft. Mit Italien oder Frankreich genauso wenig mit Kanada oder USA!
10 Gründe, warum mir Olympia gefiel...
1. London
2. Synchron Schwimmen (Damen)
3. Rhytmische Sportgymnastik (Mannschaft Damen)
4. Weil Franziska van Almsick und Tom Bartels sich auch menschlich
näher kamen.
5. Weil jeder (sogar die Kinder-Faz) gemerkt hat, dass Wolf Poschmann
und Thomas Wark von rein gar nichts eine Ahnung haben.
6. Wahre Emotionen. Weil der Kontrast zu den, auch in der Niederlage,
gleichgültigen, Medien-Coach trainierten Antworten der Profis im
Fussball, so eindrucksvoll war.
7. Die BMX Wettbewerbe.
8. Überbrückung der Sinnkrise zwischen Fussball-EM und Bundesliga-Start.
9. London
10. Posch Spice
Anmerkung zu Punkt 6.: Ich konnte gar nicht anders als mitzufühlen,
wenn sich Sportler, die sich vier Jahre entbehrungsreich auf Olympia
vorbereitet haben, in der Niederlage ihren Emotionen hingaben. Wie
wohltuend war das doch im Vergleich zu den immer gleichen,
unerträglich substanzlosen Auftritten der Lahms, Schweinsteigers
oder Löws.
Die Engländer haben ihr nationales Bild aufgetunt, eine neue Identität geschaffen, nicht als Teil eines Eurokratismus, sondern eher als Commonwealth. Großbritannien, das ja auch unter Multikulti-Exzessen leidet, hat gezeigt, dass es eine Leitkultur mit großen Errungenschaften hat, die es sich lohnt zu verteidigen. Das war bunt, weil britisch.
Doping, Kommerz, Geldgier, Augenwischerei, Egomanie, Gigantomanie, Blablabla! Das ist was für Verschwörungstheoretiker und - im Falle von Doping - die Staatsanwälte. Mich haben die 10.000 Athleten begeistert, die es unter Millionen weltweit überhaupt erst hierher geschafft haben und dann ihre Träume in Erfüllung oder zerplatzen sahen. Freud und Leid direkt nebeneinander, aufopferungsvoller Kampf, pure Lust, inspirierender Wille sich durchzusetzen! Nichts ist ansteckender als der Wettkampf, dem sich diese Menschen hingeben. Leider habe ich es selbst als Athlet nicht dorthin geschafft.
Tolles Sportfest! Und die Heimspiele haben zu einem wahren Medaillenregen geführt. Wobei eigentlich ja nur London das Heimspiel hatte. Aber wenn man es etwas großräumiger sieht, haben die USA mit 46 Gold, 29 Silber und 29 Bronzemedaillen einen großartigen 2. Platz belegt, vor China mit 38 Gold, 27 Silber und 22 mal Bronze. Nur die EU hat bei den Heimspielen noch stärker abgeräumt mit 90 Gold, 100 Silber und 109 Bronzemedaillen. Natürlich können wir mit USA und China nicht mithalten, aber wenn wir uns zusammenreißen anstatt uns gegenseitig mies zu machen, brauchen wir die EU nicht zu verstecken.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.08.2012 09:59 UhrEU - Medaillien ? EU - Populismus !
Glauben sie, die Briten wären damit einverstanden, wenn sie deren Erfolge zu EU-Medaillien umwidmen würden? Sie können sich ja im Gegenzug gerne zum Unteran der englischen Königin erklären.