13.08.2012 · Die Olympischen Spiele wirkten in den Momenten der Siege und Niederlagen schwerelos - als gehörten diese allein den Athleten. Doch was alles dahinter steckt, zeigten die Bilder Olympias nicht. Die Schwerelosigkeit war eine Illusion.
Von Anno Hecker, LondonRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Chinesen waren 2008 in Peking fairer, wir Deutschen 2006
Ich stimme Herrn Hecker in keiner Weise über die vergilschen Eklogen der Briten zu. Ich fand das Verhalten der britischen Zuschauer stellenweise unfair gegenüber anderen Sportnationen, wenn keine Briten am Star waren waren viele Plätze leer, nur die Einheimischen wurden gefeiert, keineswegs die anderen Nationen, so etwas habe ich in Peking nicht gesehen. Fan Meilen wie in Deutschland und ausverkaufte Stadien Mangelware, ich wette in Deutschland wär alles auverkauft und es würden alle Sportler gefeiert, und nicht nur die Briten, die Welt war 2006 zu Gast bei Freunden in London war die Welt zu Gast bei Nationalisten. Die Briten feierten sich selbst nicht den Sport,
Noch ganz unter dem Eindruck der fröhlichen Spiele hat der Autor einen stimmungsvollen Abschlussbericht geschrieben. Ja, so ein gigantisches Weltereignis hat auch mit Gefühlen und Stimmung zu tun. Das darf ruhig mal gesagt werden. Ich habe schon immer bewundert, wie die Briten es schaffen, grosse Feste mit vermeintlich leichter Hand zu organisieren und zu gestalten. Dabei wird das Erhabene und Bombastische immer mit einer Prise Selbstironie gewürzt und so für alle geniessbar gemacht. Wir sollten uns freuen, mal für 14 Tage von den tristen politischen Ereignissen abgelenkt worden zu sein.
Ich halte die Inszenierungskritik ("Keine Spur von der Härte
des Athletenlebens") für scheinheilig. Die Sportler versuchen
im Wettkampf Höchstleistungen zu erbringen. Wenige tausende
Athleten unter weltweit vielen hundert Millionen Sportlern haben das
Privileg, zu Olympia zu fahren - es ist offensichtlich, dass harte
Arbeit dahinter steckt, und die TV-Kommentatoren haben das auch
ausreichend gewürdigt.
Dass Politik bei den Spielen im Gegensatz zu Peking 2008 (oder auch zur
diesjährigen Fußball-EM) im Hintergrund geblieben ist, ist
erfreulich - das hat aber nicht mit den Politikern des Gastlandes selbst
zu tun, sondern mit den unzähligen Menschenrechtsrhetorikern, die
keine Gelegenheit zur chauvinistischen Kritik auslassen und so dem Sport
seine wohlverdiente Aufmerksamkeit abschätzig machen und
organisatorische/sportliche Leistungen mit Verweis auf mangelnde
Demokratie diskreditieren wollen.
Sie alle, die sich vor "Begeisterung" kaum einkriegen, ..
sind die Illusionisten, die, bevor Sie die Gazetten und Bildschirme mit heissem Neon füllen, sich selber in Rage tanzen. Als beschrieben sie das Signifikante. Rein von der Menschenzahl signifikant sind nur die Abertausenden, die sich auf den Weg gemacht haben, es aber nicht nach London, nicht in die Quali, nicht aufs vorgesehene Treppchen geschafft haben, als Versager markiert. Keine Waffen, Politiker, Wirtschaft gesehen ? So sieht perfekte Steuerung aus !
...GOTT SEI DANK!!! Und nun gebt auch ihr endlich Ruhe. Die Wertstellung bei "Sport" kommt irgendwie hoch gepuscht daher. Schade um das viele Geld für diesen Nonsens, mit dem Ioc, Fifa usw. bei Laune gehalten werden. Diese ganzen Großveranstaltungen im Sport haben nur einen Sinn: Money, Money, Money. Aber nur für die Organisation. Seht euch Polen an. Jetzt nach der EM. Eine Katastrophe bahnt sich hier an.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.08.2012 15:39 UhrIch kann Ihnen nur zustimmen!
Endlich vorbei mit "Brot und Spiele" fürs Volk! Welche Bedeutung hat es, dass einer eine hundertstel Sekunde schneller ist wie ein anderer?
Dies treffende Bild repräsentiert Olympia und den Zeitgeist: Der Islam hält Einzug und
die Ruderin Nadja Drygalla wurde heimgeschickt.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.08.2012 16:51 UhrIch weiß nicht was mich mehr erschreckt:
a) ihr Beitrag oder
b) das (bis zu diesem Zeitpunkt) 65 Leser der FaZ auf
"empfehlen" geklickt haben.
Besser kein Islam bei Olympia?
Dass man einen Sportler wegen seiner politischen Gesinnung sanktioniert ist ja zurecht diskussionswürdig - aber kritisieren Sie hier allen Ernstes, dass eine islamische Athletin an den Spielen teilgenommen hat? Ihr Kommentar liest sich so, als würden sie islamisch dominierte Länder am liebsten von den Spielen ausgeschlossen sehen.
Vermutlich können nicht einmal sie
erklären was das eine mit dem anderen zu tun hat oder?
...daß sie vorbei sind!
was soll uns dieser Bericht mitteilen? Dass Spitzenleistung das Ergebnis
von jahrelanger harter Arbeit ist? Dass so ein Event zu organisieren ein
nervenaufreibender Knochenjob ist? Sollten Sie da nicht vor lauter
Eh-Schon-Wissen rote Ohren bekommen?
Ich hoffe doch, Sie haben den Artikel in Ihrer Freizeit und unbezahlt
geschrieben, denn mehr ist er nicht wert.
Halten wir's mit Walter Bagehot:
"We must not let daylight in upon the magic." Dabei hatte er
die repräsentative britische Monarchie im Sinn, die durch allzuviel
Öffentlichkeit und Hintergrundwissen ja spätestens seit Diana
& Co. radikal entzaubert wurde.