Die Planungen sind abgeschlossen, die Investoren stehen in den Startlöchern - doch bei der Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2012 will die Bankenmetropole Frankfurt in Verbindung mit der Region Rhein/Main statt nackter Zahlen vor allem die „Faszination für den olympischen Geist“ als Argument anführen, um die „Jahrhundertchance“ zu nutzen und die Nase gegenüber der nationalen Konkurrenz vorn zu haben.
„Es muss diesen besonderen olympischen Geist geben, der die Menschen verbindet. Wir wollen nicht über die Zahlen, sondern über die Faszination gewinnen“, erklärte Heinz-Jürgen Weiss, Geschäftsführer der Olympia-GmbH. Kernpunkt der Planungen ist ein neues Olympiastadion im Rebstockpark, das 80.000 Zuschauer fassen soll. Das Medienzentrum sowie Sportarten wie Fechten, Gewichtheben oder Basketball sollen auf dem Messegelände unweit der Festhalle angesiedelt werden.
„Tor zur Welt im Herzen Europas“
Weitere Wettkampfstätten soll es in Wiesbaden, Mainz, Rüsselsheim, Darmstadt, Offenbach, Hanau und Aschaffenburg geben, was aufgrund der guten Verkehrsanbindung der Maxime nach „Spielen der kurzen Wege“ nicht widerspricht. Der logistische Vorteil könnte im Vergleich zur nationalen Konkurrenz zum Pluspunkt werden. Nicht zuletzt dank des Flughafens gilt die Region als „fester Knoten im internationalen Verkehrsnetzwerk“, wie Ministerpräsident Roland Koch betont. Und Oberbürgermeisterin Petra Roth sieht die hessische Metropole als „Tor zur Welt im Herzen Europas“.
Um die olympischen Pforten weit aufzustoßen, wurden für den „ersten Wahlkampf“ bis zum Frühjahr 2003, wenn das Nationale Olympische Komitee (NOK) den offiziellen deutschen Bewerber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ins Rennen schickt, zwischen fünf und sechs Millionen Euro veranschlagt. Diese Kosten werden durch das Land Hessen (2 Millionen), die Stadt Frankfurt (1, 5 Millionen), die Region Rhein/Main, die Wirtschaftsinitiative (jeweils 1 Million) und Sponsoren (500.000) gedeckt. Weitere 30 Millionen Euro an Investitionen sind geplant, wenn Frankfurt auf internationaler Ebene um Olympia 2012 kämpfen darf.Über die Finanzierbarkeit der Sommerspiele gibt es laut einer Machbarkeitsstudie keinen Zweifel. „Die kalkulierten Einnahmen von 1,7 Milliarden Euro würden die Ausgaben von rund 1,55 Milliarden Euro übersteigen“, erklärt Weiss.
Ehemalige Sportler sollen für Popularität sorgen
In der Gunst der Bevölkerung muss Frankfurt allerdings noch weitere Pluspunkte sammeln. Bei einer Erhebung unter 5515 Befragten in allen Kandidatenstädten sprachen sich zwar 83,8 Prozent für die Austragung der Sommerspiele in der Mainmetropole aus.
Damit liegt Frankfurt hinter Leizpig (88,4 Prozent), Stuttgart (86,5), Hamburg (85,9) und lediglich vor Düsseldorf (81,9) nur auf dem vierten Platz. Stabhochspringer Tim Lobinger, Ex-Hürdenläufer Harald Schmid und die frühere Weltklasse-Fechterin Cornelia Hanisch sollen für eine größere Akzeptanz sorgen.