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Nordische Kombination : Ackermann fehlt eine Skilänge zum Heimsieg

  • Aktualisiert am

Im Endspurt ohne Chance: Ackermann (l.) verliert gegen Gottwald Bild: AP

Felix Gottwald hat am Neujahrstag den ersten Ski-Weltcup des Jahres gewonnen. Der Österreicher setzte sich beim Sprint der nordischen Kombinierer gegen Ronny Ackermann durch.

          0,4 Sekunden fehlten dem Dauer-Zweiten Ronny Ackermann zum Heimsieg im Nebel von Oberhof. Mit einer Skilänge Rückstand stürzte der deutsche Kombinierer-Star beim Weltcup hinter dem jubelnden Österreicher Felix Gottwald ins Ziel und musste sich bereits zum dritten Mal in dieser Saison mit dem Silberplatz begnügen.

          Auch im Gesamtweltcup liegt der Olympiazweite auf dem ungeliebten zweiten Rang - Wunderknabe Björn Kircheisen verteidigte trotz einer Knieverletzung mit Platz fünf das Gelbe Trikot erfolgreich. „Ich bin gleich zu Beginn des Langlaufs gestürzt und Felix hatte im Zielsprint einfach ein Quäntchen mehr Kraft. Vielleicht klappts beim nächsten Mal mit einem Sieg, jedenfalls habe ich wieder ein gutes Feeling“, erklärte der mit 14.200 Euro an Prämien getröstete Ackermann: „Immerhin habe ich endlich mal das Springen gewonnen. Das ist doch ein guter Start ins neue Jahr.“

          Österreicher segeln mit „Wunderanzügen“

          Der Oberhofer kam vor 3.000 Zuschauern im Nebel als Zweiter auf die kurze Zielgerade und konnte seinen Erzrivalen trotz Heimvorteil einfach nicht mehr auf dem Weg zum 13. Weltcup-Sieg stoppen. Platz drei belegte bei dem wegen Sturms um einen Tag von Silvester auf Neujahr verlegten Sprint-Wettbewerb der Österreicher Mario Stecher mit 31,3 Sekunden Rückstand.

          Die Austria-Winterzweikämpfer hatten auf der vernebelten Großschanze am Kanzlersgrund die Grundlage für den Sieg gelegt. Mit den „Wunderanzügen“ ihrer Skispringer ausgerüstet, landeten sie auf den Plätzen zwei bis vier hinter den auf 131,5 Meter gesegelten Sprunglaufsieger Ackermann. „Die Österreicher haben brutal viel ins Material investiert“, meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

          Kircheisen bleibt im Gelben Trikot

          Beim 7,5-km-Langlauf rund um die neblige Wolfsschlucht setzte das Austria-Trio dann Ackermann unter Druck. „Der Felix und ich haben das Tempo gemacht. Das Duell war sicher eine Werbung für die Kombination, auch wenn ich verloren habe“, meinte der 25-Jährige Ackermann.

          Werbung in eigener Sache betrieb wieder einmal der erst 19-jährige Kircheisen, der von Platz 18 nach dem Springen noch auf Platz fünf stürmte. Lohn für den Dreifachsieger des Dezembers war die Verteidigung des Gelben Trikots mit 510 Punkten vor Ackermann (435): „Ich bin um mein Leben gelaufen und habe noch das Optimale rausgeholt.“

          Neujahr: Ein ganz normaler Arbeitstag

          Chefcoach Weinbuch lobte seinen Wunderknaben: „Björn hat sich Silvester bei einem Spiel den Meniskus eingeklemmt und war nicht ganz topfit. Der Junge ist zum ersten Mal mit dem Gelben Trikot in der Heimat angetreten und hat das gut gemacht.“ Das starke deutsche Mannschaftsresultat vervollständigten der von Platz 29 auf zehn vorgestürmte Sebastian Haseney (Zella-Mehlis) und Georg Hettich (Rohrhardsberg) als Elfter.

          Deutschlands Kombinierer hatten vor dem Sprint gemeinsam Silvester im „Parkhotel“ gefeiert, allerdings waren Kircheisen und Co blitzschnell nach Mitternacht im Bett verschwunden. Verständlich: Schließlich begann bereits am Neujahrsmorgen um 8.45 Uhr mit dem Trainingsspringen ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag.

          Oberhof bleibt auch weiterhin die Hauptstadt der Kombinierer: Am Freitag (3. Januar) findet hier der in Reit im Winkl abgesagte Weltcup statt. Auch für den am 5. Januar in Schonach ausgefallenenen dritten Wettbewerb des Deutschland-Grand-Prix ist Oberhof der einzige mögliche Ausweichort. FIS-Kombinationschef Ulrich Wehling: „Die Entscheidung über einen dritten Weltcup in Oberhof fällt spätestens Donnerstag.“ Spätestens dann will Ackermann endlich seinen zehnten Weltcup-Sieg feiern.

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