Home
http://www.faz.net/-gtl-42q2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Nordische Kombination Ackermann fehlt eine Skilänge zum Heimsieg

Felix Gottwald hat am Neujahrstag den ersten Ski-Weltcup des Jahres gewonnen. Der Österreicher setzte sich beim Sprint der nordischen Kombinierer gegen Ronny Ackermann durch.

© AP Vergrößern Im Endspurt ohne Chance: Ackermann (l.) verliert gegen Gottwald

0,4 Sekunden fehlten dem Dauer-Zweiten Ronny Ackermann zum Heimsieg im Nebel von Oberhof. Mit einer Skilänge Rückstand stürzte der deutsche Kombinierer-Star beim Weltcup hinter dem jubelnden Österreicher Felix Gottwald ins Ziel und musste sich bereits zum dritten Mal in dieser Saison mit dem Silberplatz begnügen.

Auch im Gesamtweltcup liegt der Olympiazweite auf dem ungeliebten zweiten Rang - Wunderknabe Björn Kircheisen verteidigte trotz einer Knieverletzung mit Platz fünf das Gelbe Trikot erfolgreich. „Ich bin gleich zu Beginn des Langlaufs gestürzt und Felix hatte im Zielsprint einfach ein Quäntchen mehr Kraft. Vielleicht klappts beim nächsten Mal mit einem Sieg, jedenfalls habe ich wieder ein gutes Feeling“, erklärte der mit 14.200 Euro an Prämien getröstete Ackermann: „Immerhin habe ich endlich mal das Springen gewonnen. Das ist doch ein guter Start ins neue Jahr.“

Mehr zum Thema

Österreicher segeln mit „Wunderanzügen“

Der Oberhofer kam vor 3.000 Zuschauern im Nebel als Zweiter auf die kurze Zielgerade und konnte seinen Erzrivalen trotz Heimvorteil einfach nicht mehr auf dem Weg zum 13. Weltcup-Sieg stoppen. Platz drei belegte bei dem wegen Sturms um einen Tag von Silvester auf Neujahr verlegten Sprint-Wettbewerb der Österreicher Mario Stecher mit 31,3 Sekunden Rückstand.

Die Austria-Winterzweikämpfer hatten auf der vernebelten Großschanze am Kanzlersgrund die Grundlage für den Sieg gelegt. Mit den „Wunderanzügen“ ihrer Skispringer ausgerüstet, landeten sie auf den Plätzen zwei bis vier hinter den auf 131,5 Meter gesegelten Sprunglaufsieger Ackermann. „Die Österreicher haben brutal viel ins Material investiert“, meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Kircheisen bleibt im Gelben Trikot

Beim 7,5-km-Langlauf rund um die neblige Wolfsschlucht setzte das Austria-Trio dann Ackermann unter Druck. „Der Felix und ich haben das Tempo gemacht. Das Duell war sicher eine Werbung für die Kombination, auch wenn ich verloren habe“, meinte der 25-Jährige Ackermann.

Werbung in eigener Sache betrieb wieder einmal der erst 19-jährige Kircheisen, der von Platz 18 nach dem Springen noch auf Platz fünf stürmte. Lohn für den Dreifachsieger des Dezembers war die Verteidigung des Gelben Trikots mit 510 Punkten vor Ackermann (435): „Ich bin um mein Leben gelaufen und habe noch das Optimale rausgeholt.“

Neujahr: Ein ganz normaler Arbeitstag

Chefcoach Weinbuch lobte seinen Wunderknaben: „Björn hat sich Silvester bei einem Spiel den Meniskus eingeklemmt und war nicht ganz topfit. Der Junge ist zum ersten Mal mit dem Gelben Trikot in der Heimat angetreten und hat das gut gemacht.“ Das starke deutsche Mannschaftsresultat vervollständigten der von Platz 29 auf zehn vorgestürmte Sebastian Haseney (Zella-Mehlis) und Georg Hettich (Rohrhardsberg) als Elfter.

Deutschlands Kombinierer hatten vor dem Sprint gemeinsam Silvester im „Parkhotel“ gefeiert, allerdings waren Kircheisen und Co blitzschnell nach Mitternacht im Bett verschwunden. Verständlich: Schließlich begann bereits am Neujahrsmorgen um 8.45 Uhr mit dem Trainingsspringen ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag.

Oberhof bleibt auch weiterhin die Hauptstadt der Kombinierer: Am Freitag (3. Januar) findet hier der in Reit im Winkl abgesagte Weltcup statt. Auch für den am 5. Januar in Schonach ausgefallenenen dritten Wettbewerb des Deutschland-Grand-Prix ist Oberhof der einzige mögliche Ausweichort. FIS-Kombinationschef Ulrich Wehling: „Die Entscheidung über einen dritten Weltcup in Oberhof fällt spätestens Donnerstag.“ Spätestens dann will Ackermann endlich seinen zehnten Weltcup-Sieg feiern.

Quelle: sid, dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
2:2 in Freiburg Ronny rettet die Hertha

Ab durch die Mitte: Mit einem Freistoß durch die Mauer trifft Ronny in der sechsten Minute der Nachspielzeit für Hertha BSC zum Ausgleich gegen den SC Freiburg. Nach dem Remis warten beide Mannschaften weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Mehr

19.09.2014, 20:01 Uhr | Sport
Was wissen Sie über die Frankreich-Rundfahrt?

An diesem Samstag startet die 100. Ausgabe der Tour de France. Drei Wochen lang kämpfen die Radprofis in Frankreich um das Gelbe Trikot. Aber wie gut sind Sie auf die Grande Boucle vorbereitet, die große Schleife? Testen Sie ihr Wissen im FAZ.NET-Quiz. Mehr

02.09.2014, 15:23 Uhr | Sport
2:0 gegen Arsenal London Dortmunder Sternstunde gleich zum Auftakt

Borussia Dortmund besteht die erste Herausforderung in der neuen Champions-League-Saison auch ersatzgeschwächt mit Bravour. Immobile und Aubameyang treffen gegen Arsenal London. Mehr

16.09.2014, 22:41 Uhr | Sport
Nebel verursacht Massencrash

Im Südwesten der Niederlande sind rund 150 Fahrzeuge ineinander geknallt. Schuld waren wahrscheinlich der Nebel und die schlechten Sichtverhältnisse - und sicherlich eine unangepasste Fahrweise. Mehr

17.09.2014, 13:49 Uhr | Gesellschaft
Champions-League-Mode Schiedsrichter im Schlafanzug

Ob rote, gelbe, grün oder blaue Trikots - Schiedsrichter sind schon lange nicht mehr der schwarze Mann. Konsens war bis jetzt aber eine schwarze Hose. In der Champions League ist nun auch das anders. Mehr

17.09.2014, 15:02 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2003, 14:58 Uhr

Superstars und Schurken

Von Christoph Becker

Da werden Träume wahr: Die englische FA und der DFB können sich über die EM-Vergabe 2020 genauso freuen wie Wladimir Putin und der aserbaidschanische Alijew-Clan. Deren Oberhaupt erinnert Diplomaten schon mal an Film-Paten. Mehr 6 10