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Nationalmannschaft Morten Olsen offenbar Favorit

15.07.2004 ·  Der dänische Nationalcoach soll erster Anwärter auf die Nachfolge von Rudi Völler sein - noch vor Guus Hiddink und Lothar Matthäus. Er müsse das Angebot des DFB nur noch annehmen, heißt es.

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Nach der endgültigen Absage von Ottmar Hitzfeld ist Morten Olsen offenbar der Top-Favorit auf den vakanten Posten des Bundestrainers.

Dem dänischen Nationalcoach liegt nach Informationen des Fachmagazins kicker ein Angebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor, die Nachfolge von Rudi Völler anzutreten. Angeblich müsse Olsen der Offerte nur noch zustimmen, um alle anderen Kandidaten wie Guus Hiddink und Lothar Matthäus aus dem Rennen zu werfen.

Olsen hatte Kontakte mit dem DFB nie dementiert, sich zu seinen Ambitionen aber immer ausweichend geäußert. „Ich bin gefragt worden, ob der Posten interessant ist, und habe geantwortet, daß es für alle Trainer eine reizvolle Aufgabe wäre“, sagte er der Zeitung „Politiken“. Allerdings hatte der Däne vor wenigen Tagen auch geäußert: „Es ehrt mich, zum Kandidatenkreis zu zählen. Deutschland ist ein großes Fußball-Land.“

„Wir geben keine Wasserstandsmeldungen ab“

Eine offizielle Stellungnahme der sogenannten Trainerfindungskommission (TFK) gab es zu den neuen Spekulationen nicht. Das Quartett mit Franz Beckenbauer, DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Liga-Präsident Werner Hackmann und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt will sich erst wieder öffentlich äußern, wenn konkrete Ergebnisse zu vermelden sind. „Wir geben keine Wasserstandsmeldungen ab“, hieß es vom DFB.

Beckenbauer hatte im Anschluß an die TFK-Sitzung am Dienstag Kontakt mit den ausländischen Kandidaten aufgenommen, um ihre grundsätzliche Bereitschaft zu prüfen. Eine endgültige Absage holte sich Beckenbauer dabei vom Franzosen Arsene Wenger, der seinen Vertrag bei Arsenal London bis 2005 erfüllen wird.

Olsen dagegen scheint mit einem Wechsel nach Deutschland zu liebäugeln. Schon in der vergangenen Saison lagen ihm aus der Bundesliga Anfragen des VfL Wolfsburg und des VfB Stuttgart vor, doch der Verband verweigerte wegen der bevorstehenden Europameisterschaft die Freigabe. Sein Vertrag als dänischer Auswahl-Coach läuft noch bis zur WM 2006. Generalsekretär Jim Stjerne Hansen verhehlte nicht, daß man auch künftig gerne mit dem 54 Jahre alten Fußball-Lehrer zusammenarbeiten möchte. „Wir sind als einer der wenigen Verbände mit dem bisherigen Trainer von der EM zurückgekehrt. Das sagt wohl alles“, erklärte Hansen.

Olsen kennt den deutschen Fußball gut

Den deutschen Fußball kennt Olsen aus eigener Erfahrung sehr gut. Von 1986 bis 1989 war er als Spieler und von 1993 bis 1995 als Trainer beim 1. FC Köln beschäftigt. In Köln hat Olsen, der für Dänemark 102 Länderspiele absolvierte, auch seine Trainer-Lizenz an der Sporthochschule erworben. Solange die TFK zu der mittlerweile drei Wochen andauernden Suche schweigt, gilt allerdings auch Guus Hiddink weiter als ernsthafter Anwärter auf die Völler-Nachfolge. Der Trainer und Sportdirektor des niederländischen Spitzenvereins PSV Eindhoven dürfte jedoch schwerer zu bekommen sein als Olsen, da der Saisonbeginn unmittelbar bevorsteht.

Am Mittwoch hatte Ottmar Hitzfeld einen definitiven Schlußstrich unter die Diskussionen um eine mögliche Amtsübernahme Anfang des kommenden Jahres gezogen. „Eine Zusage zum 1. Januar ist nicht denkbar“, sagte der Wunschkandidat Nummer 1, der dem DFB bereits am 1. Juli aus persönlichen Gründen eine Absage erteilt hatte.

Daum empfiehlt ausländischen Trainer

Christoph Daum, der selbst als Nachfolger Rudi Völlers gehandelt worden war, plädiert unterdessen für einen Ausländer als Trainer der Nationalmannschaft. „Man sollte über den nationalen Tellerrand hinausschauen“, empfahl der Coach von Fenerbahce Istanbul. „Griechenland und Portugal haben bewiesen, daß man mit ausländischen Trainern großen Erfolg haben kann. Auch die Engländer sind über ihren Schatten gesprungen“, sagte Daum.

Er wünsche der Trainerfindungskommission, daß sie einen Kandidaten finde, „den man vorher überzeugt, ehe er absagt“. Es müsse auf jeden Fall ein Mann sein, der die dringend notwendigen Reformen im deutschen Fußball einleitet. „Ich könnte zehn notwendige Reformen nennen“, sagte Daum, „doch ich bin derzeit für Fenerbahce zuständig.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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