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Nationalmannschaft Erst Henke, dann Hitzfeld? Rehhagel empfiehlt Matthäus

13.07.2004 ·  Bei der Suche nach einem Bundestrainer gibt es offenbar ein neues Modell, das ganz auf einen alten Bekannten setzt: Ottmar Hitzfeld. Aber auch Deutschlands Rekordnationalspieler bleibt im Rennen.

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Angeblich gibt es bei der Trainerfindungskommission (TFK) des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen von der Bundesliga vorgeschlagenen Geheimplan, nach dem der ursprüngliche Favorit Ottmar Hitzfeld trotz seiner Absage noch einmal zum Umdenken bewegt werden soll.

Der ehemalige Bayern-Coach soll demnach am 1. Januar 2005 ausgeruht und mit frischen Kräften die Nachfolge von Rudi Völler antreten. In den sieben Länderspielen 2004 könnte sein langjähriger Assistent Michael Henke die Nationalelf, die bis zur WM 2006 als Gastgeber keine Pflichtspiele zu bestreiten hat, übergangsweise betreuen.

Henke: „Kein Kontakt zum DFB“

Dazu gibt es von meiner Seite keinen Kommentar. Das sind für mich alles ungelegte Eier. Ich will nicht Opfer von Spekulationen werden“, sagte Henke am Dienstag. Der langjährige Assistent von Hitzfeld bei Borussia Dortmund und Bayern München kann sich allerdings nicht vorstellen, daß sein derzeit arbeitloser Chef seine Meinung noch einmal revidiert: „Ich weiß ja gar nicht, ob sich der Ottmar nochmal bewegt. Wir haben seit drei Tagen nicht mehr miteinander gesprochen. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, daß er sich noch anders entscheidet, denn er hat seine Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen“, so Henke weiter. Der 47jährige versicherte zudem, daß er bislang in dieser Angelegenheit keinen Kontakt zum DFB gehabt habe.

Die neue Variante mit Henke und dann Hitzfeld hatte Borussia Dortmunds Manager Michael Meier ins Spiel gebracht. „Hitzfeld war nach dem Völler-Rücktritt von Anfang an die erste und beste Lösung. Nach der bisher erfolglosen Trainersuche sollten wir versuchen, noch einmal mit Hitzfeld zu sprechen und ihn zu überzeugen“, sagte Meier und fügte hinzu: „Denkbar ist, daß er dieses Jahr noch kein Spiel der Nationalmannschaft betreut, sondern Urlaub macht und Kraft tankt. Und am 1. Januar 2005 als Bundestrainer einsteigt.“ Auch Hitzfelds früherer Arbeitgeber Bayern München soll diese Lösung der TFK mit Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an der Spitze vorgeschlagen haben.

Wohl ohne neuen Bundestrainer gegen Österreich

Dieses DFB-“Sondereinsatzkommando“ hat sich am Dienstag wieder zu Beratungen in Frankfurt am Main getroffen, ohne allerdings nach den Absagen von Hitzfeld und Otto Rehhagel konkrete Ergebnisse vorzulegen. Beckenbauer deutete aber an, daß man zumindest für das erste Saison-Länderspiel am 18. August in Wien gegen Österreich eine Interimslösung ins Auge faßt: „Wenn es bis dahin noch keinen Nachfolger gibt, wird man eine Übergangslösung finden. Beim DFB sind ja eine Reihe tüchtiger Leute beschäftigt.“

Unterdessen hat sich Otto Rehhagel, der mit seiner Absage am Samstag abend die Suche wieder in Gang gebracht hatte, von seinem Urlaubsort Sylt in die Diskussion eingeschaltet und Lothar Matthäus (43) als Völlers Nachfolger empfohlen. „Der Lothar hat die Unterstützung von Franz, und er hat Fußball-Sachverstand“, sagte der 65jährige. Der frühere Nationalspieler Mario Basler sieht das allerdings anders: „Wie er (Matthäus) sich ins Gespräch bringt. Wie soll das noch enden? Schließlich hat er noch einen Vertrag mit Ungarn“, sagte der Teammanager des Regionalligavereins Jahn Regenburg.

Neben dem deutschen Rekord-Nationalspieler Matthäus sind weiterhin auch der dänische Nationalcoach Morten Olsen und Guus Hidink vom PSV Einhoven im Rennen. „Es ehrt mich, zum Kandidatenkreis zu zählen“, sagte Olsen. „Deutschland ist ein großes Fußballland, die Bundesliga gehört zu den fünf stärksten Ligen in Europa. Dazu findet die nächste WM in zwei Jahren in Deutschland statt. Von daher ist es natürlich für jeden Trainer eine reizvolle Aufgabe. Es sind jedoch Spekulationen, die ich nicht weiter kommentieren möchte. Außerdem habe ich mit dem dänischen Fußball-Verband noch einen Vertrag bis 2006.“ Hiddink ließ über seinen Verein ausrichten, daß er sich zu diesem Thema in den nächsten Tagen nicht mehr äußern werde.

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