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Nationalmannschaft Ballack-Absage verschärft Völlers Personalnot

 ·  Auch beim „Fußball-Klassiker“ Deutschland - Italien muß die deutsche Nationalelf ohne ihren Kopf Michael Ballack auskommen. „Verletzungsbedingt wird er in den nächsten Tagen nicht trainieren“, erklärte Teamchef Völler.

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Für Rudi Völler ist die Befürchtung zur Gewißheit geworden: Auch den „Klassiker“ am Mittwoch gegen Italien muß die deutsche Nationalelf ohne ihren Kopf Michael Ballack bestreiten. Der Teamchef bangt sogar um den Einsatz seines wichtigsten Spielers am 6. September in der EM-Qualifikation gegen Island.

„Bis dahin ist nicht viel Zeit. Die Verletzung ist die gleiche wie vor dem Spiel gegen die Färöer. Das ist nicht in ein paar Tagen zu beheben“, sagte Völler am Sonntag. Ballack müsse jetzt „Tag und Nacht behandelt“ werden, er bekomme in der medizinischen Abteilung des FC Bayern eine „Spezialkur“. Schon in der vergangenen Saison hatte der Münchner sechs von elf Länderspielen verpaßt.

„Er wird in den nächsten Tagen nicht trainieren“

Nach Telefonaten mit Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und dem an der Wade verletzten Ballack verzichtete Völler darauf, den „Fußballer des Jahres“ zum Treffpunkt des Vizeweltmeisters am Sonntagabend in die Sportschule Ruit zu bestellen. „Verletzungsbedingt wird er in den nächsten Tagen nicht trainieren“, erklärte Völler, für den die Partie am Mittwoch in Stuttgart (20.45 Uhr/live im ZDF) nun immer mehr zu einem ungewollten Test der Notgemeinschaft wird.

Ballack ist schon der siebente Ausfall. Dazu verschärft der „Fall“ Arne Friedrich, der zwar anreisen sollte, aber in enger Absprache mit Hertha BSC für das Italien-Spiel nicht in Frage kommt, Völlers Personalnot. „Das kann in zwei, drei Wochen genauso aussehen“, befürchtet Völler bereits, die entscheidenden EM-Partien in Reykjavik und am 10. September in Dortmund gegen Schottland mit einer ähnlichen Ersatzelf bestreiten zu müßen. „Gerade deshalb ist das Spiel gegen die Italiener ein sehr, sehr guter Test“, meinte der Teamchef, der sich einige Erkenntnisse erhofft.

Besetzung der linken Außenbahn ein Problem

Allerdings ist der Spagat äußerst schwierig, nach den schwachen Auftritten zum Ende der vergangenen Saison in Schottland (1:1) und auf den Färöer Inseln (2:0) steht gegen den dreimaligen Weltmeister viel Reputation auf dem Spiel. Völler muß sowohl im Defensivbereich (ohne Metzelder, Friedrich, Nowotny) als auch im kreativen Mittelfeld-Zentrum (ohne Ballack, Hamann, Frings) sowie vor allem auf der linken Außenbahn Lösungen finden.

„Gerade auf der linken Seite haben wir einige Probleme“, sagte der 43-Jährige. Jörg Böhme und Christian Ziege fallen auf längere Sicht noch aus, der Neu-Münchner Tobias Rau ist in Island gesperrt, der Herthaner Michael Hartmann in seinem Club derzeit nur zweite Wahl. So könnte der Hamburger Christian Rahn schon gegen die „Squadra Azzurra“ im Laufe des Spiels eine Alternative werden. Bei all den Sorgen kann Völler wenigstens vor der eigenen Haustür in Leverkusen neuen Aufschwung erleben. Mit Carsten Ramelow, Bernd Schneider und besonders Oliver Neuville brennen drei „Pflegefälle“ aus der Vorsaison auf neue Chancen.

„Manchmal sind es Kleinigkeiten, gerade bei einem sensiblen Spieler wie Neuville“, meinte der Teamchef und bescheinigte dem 30-jährigen Stürmer exzellente körperliche Fitness und neues Selbstvertrauen. Das soll er nun gegen Italien umsetzen - am besten wie in der Bundesliga in viele Tore.

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