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Dinos und Eintagsfliegen : Was wurde aus den anderen Bundesliga-Pionieren?

Dino gegen Eintagsfliege: Spielszene aus der Partie zwischen dem Hamburger SV und Preußen Münster am ersten Spieltag 1963 Bild: Picture-Alliance

Der HSV hat sich lange gehalten in der Fußball-Bundesliga. Nun ist er weg. Viele Vereine der ersten Stunde gehören dagegen schon lange nicht mehr zur Elite. Erinnerungen an Meiderich, Münster und Co.

          16 Vereine starten 1963 in die erste Bundesliga-Saison. Nur sieben sind aktuell noch dabei. Und so lange wie der Hamburger SV hat sich keiner im Oberhaus gehalten. Was wurde aus den anderen Gründungsmitgliedern?

          PREUSSEN MÜNSTER (1 Jahr Bundesliga, Platz 51 in der ewigen Tabelle): Am ersten Spieltag der ersten Saison spielte Preußen Münster gegen den Hamburger SV, das Spiel endete 1:1. Am Ende des Premierenjahres stiegen die Preußen aus der Bundesliga ab, während die Hanseaten 55 Jahre dabei blieben. Und im Gegensatz zum 1. FC Saarbrücken kam Münster nie wieder zurück. Regionalliga West,  2. Liga Nord, Oberliga Westfalen hießen die Stationen. Derzeit gehören die Westfalen zum Mittelmaß der 3. Liga. In der „ewigen Tabelle“ der Bundesliga sind sie mit 30 Punkten (umgerechnet nach 3-Punkte-Regel) aus 30 Spielen auf Rang 51 festgefroren.

          1. FC SAARBRÜCKEN (5 Jahre, Platz 36): Der 1. FC Saarbrücken schloss die erste Saison der Bundesliga als Letzter ab. Und sollte erst 1977 wieder auftauchen – für zwei Jahre. Auch alle weiteren Gastspiele erwiesen sich als kurzfristig. Der Club hielt sich insgesamt nur fünf Spielzeiten in der ersten Liga – zuletzt 1992/1993. Derzeit spielen die Saarländer in der viertklassigen Regionalliga und hoffen auf den Aufstieg in die dritte Ebene. Von seinen 166 Bundesligaspielen gewann der 1. FCS nur 32.

          TSV 1860 MÜNCHEN (20 Jahre, Platz 21): Die Löwen aus München waren in der Anfangszeit der Bundesliga eine große Nummer im deutschen Fußball und die Nummer 1 in der bayrischen Landeshauptstadt. Die Münchner Bayern gehörten dagegen nicht mal zu den Gründungsmitgliedern der Eliteklasse. Im Jahr 1966 errangen die 60er sogar einen Meistertitel in der noch jungen Bundesliga. Es sollte der letzte große Erfolg der Löwen sein. Nur von 1994 bis 2004 gehörten sie unter Trainer Lorant kontinuierlich zur ersten Klasse. Ansonsten prägten Lizenzentzüge, Abstürze und Profilneurosen der Führungskräfte das öffentliche Bild des Vereins. Aktuell kicken die Löwen in der Regionalliga Bayern, haben aber zumindest noch die Chance auf Rückkehr in die 3. Liga. Zwanzig Jahre Bundesliga bringen Rang 21 in der ewigen Tabelle.

          Beispiel 1860 München: einst Deutscher Meister, heute Regionalliga Bayern

          EINTRACHT BRAUNSCHWEIG (21 Jahre, Platz 20): Die niedersächsischen Löwen wurden dank ihrer Defensivstärke überraschend Meister 1967. Insgesamt gehörte die Eintracht zwanzig Jahre lang fast durchgehend zur Eliteklasse, die ersten beiden Abstiege 1973 und 1980 konnten umgehend ausgebügelt werden. Doch nach dem dritten Absturz 1985 verschwand der Verein für lange 28 Jahre in der Versenkung. Der Wieder-Aufstieg 2013 sollte sich als einjähriges Intermezzo erweisen. Stattdessen sind die Braunschweiger nun in die Dritte Liga abgestiegen.

          KARLSRUHER SC (24 Jahre, Platz 18): Auch der Karlsruher SC ist schon sechs Mal abgestiegen aus der Bundesliga, und kam nur fünf Mal zurück. Derzeit spielen die Badener nur in der 3. Liga, hegen aber Aufstiegsträume via Relegation zurück in die 2. Liga. In der Bundesliga hielten sie sich am Anfang für fünf Jahre. Die beste Ära erlebte der KSC zwischen 1986 und 1998 unter Trainer Winfried Schäfer, als der Verein häufig in die Spitzengruppe der Bundesliga vorstieß. 953 Punkte stehen nach 24 Jahre auf der Habenseite.

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