27.08.2005 · Bayern München hat auch am dritten Spieltag seine weiße Weste behalten und ist Tabellenführer. Die Mannschaft von Felix Magath gewann nach einer glanzlosen Leistung verdient gegen Hertha BSC Berlin.
Drei Spiele, drei Siege und als Tabellenführer ein beruhigendes Zwei-Punkte-Polster vor der patzenden Konkurrenz: Bei Meister Bayern München herrscht schon vor Beginn des „heißen Herbstes“ mit dem Tanz auf drei Hochzeiten eitel Sonnenschein.
„Wir haben das Maximale rausgeholt. Jetzt wollen wir die Länderspielpause nutzen, um noch besser zu werden, bevor es im September dann richtig los geht“, sagte Trainer Felix Magath nach dem zwar glanzlosen, aber souveränen 3:0-Sieg der Bayern gegen Hertha BSC Berlin.
„Um den Erfolg gezittert“
Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack, der die Gastgeber vor 66.000 Zuschauern in der neuen Münchner WM-Arena per Freistoß in Führung gebracht hatte (47.), schob gleich noch eine Warnung an die allesamt sieglosen Verfolger nach: „Wir sind zwar gut in Form, können uns aber noch steigern. Im Vergleich zur vergangenen Saison haben wir schon jetzt einen Fortschritt gemacht“, sagte der Mittelfeldstar.
Von einem Fortschritt im Spiel der Bayern war aber trotz des zwölften Liga-Sieges in Serie lange nichts zu sehen. „Das Ergebnis täuscht über die Kräfteverhältnisse auf dem Platz hinweg“, sagte Magath. Bis zum 2:0 durch Mehmet Scholl (85.) habe er „um den Erfolg gezittert“, bekannte der Coach außerdem.
„Man nicht weinen“
So war Roy Makaay, der den 500. Bundesliga-Heimsieg der Bayern mit seinem bereits sechsten Saisontreffer perfekt machte (87.), nicht der einzige Mahner. „Wenn in zwei Wochen die englischen Wochen losgehen, könnte es etwas schwieriger für uns werden“, sagte der Niederländer. Auch Magath vermutete, daß „wir im Herbst nicht mehr jedes Spiel gewinnen werden“. Sätze, die die „Bayern-Jäger“ Schalke 04, Werder Bremen und Hamburger SV gerne hören werden. Und auch Dieter Hoeneß, früherer Bayer und Manager der unterlegenen Hertha, forderte die Verfolger zum Kämpfen auf. „Man muß zwar Respekt haben vor dem, was die Bayern seit Jahren leisten. Aber da darf man nicht weinen, sondern muß arbeiten, damit man denen Stück für Stück näher kommt“, sagte er.
Zum Weinen war aber gerade den Berlinern zumute. Kapitän Arne Friedrich klagte über Ballacks „bescheuertes Freistoßtor“, bei dem er den Ball abfälschend assistiert hatte, Trainer Falko Götz haderte mit dem „teilweise schlechten Abwehrverhalten“, und Hoeneß kritisierte die in den letzten Minuten „aufgegebene Organisation“.
Hertha verpflichtet Costa
Nun gelte es, meinte Götz, die Pause bis zum 10. September zu nutzen, um sich akribisch auf den Europacup vorzubereiten. „Wir wollen in die Gruppenphase des Uefa-Cup. Dafür müssen wir nun die Grundlagen schaffen. Später ist das nicht mehr möglich“, sagte er. Götz hofft zudem auf die baldige Rückkehr von Stammkeeper Christian Fiedler, Gilberto und Artur Wichniarek. „Dann haben wir einen Kader, der gut genug ist, um die kommenden Aufgaben zu lösen.“
Zudem gehört künftig auch der brasilianische Stürmer Anderson Costa. Laut der Tageszeitung „O Globo“ sicherte sich Hertha für umgerechnet 250.000 Euro 50 Prozent der Transferrechte an dem 21jährigen. Die andere Hälfte bleibt bis 2008 in den Händen seines bisherigen Arbeitgebers Vasco da Gama aus Rio de Janeiro. Anderson bestritt 68 Pflichtspiele in drei Profijahren für Vasco und erzielte dabei 15 Tore.