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Vertragsverlängerung bis 2014 Glocks verblüffende Treue

24.07.2011 ·  Überraschend früh hat Timo Glock seinen Vertrag beim bislang nicht konkurrenzfähigen Marussia-Virgin-Team verlängert. Der Hesse setzt auf den Aufschwung des Rennstalls - und auf die Hilfe des skandalbelasteten Pat Symonds.

Von Anno Hecker, Nürburg
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Timo Glock hat seinen Vertrag mit dem Formel-1-Rennstall Marussia-Virgin überraschend verlängert. Der Hesse hat nun die Möglichkeit, bis zum Ende der Saison 2014 als Stammfahrer für sein Team aktiv zu sein. Die Entscheidung verblüffte im Fahrerlager, weil Glock in der jüngeren Vergangenheit über die Schwäche seines Boliden geklagt hatte. Der Virgin ist das zweitlangsamste Auto im Feld. Glock hat in den vergangenen eineinhalb Jahren so gut wie keine Chance gehabt, sein Fahrkönnen vorzuführen. Mitunter liegen die Rundenzeiten um vier, fünf Sekunden über denen der Grand-Prix-Sieger. „Es gab aber sehr positive Signale“, sagte Glock zur Begründung seines Schrittes.

Virgin hat sich von seinem Designer Nick Wirth getrennt, der auf Windkanaltests verzichtet hatte und glaubte, allein mit einer Entwicklung am Computer voran zu kommen. Das Projekt scheiterte. Statt dessen wird nun Pat Symonds, der ehemalige Technikchef von Benetton und Renault, mehr und mehr eingebunden. Er darf im Moment aber nur beratend zur Seite stehen, weil er seine Arbeitssperre in der Formel 1 wegen seiner Beteiligung an der Manipulation des Großen Preises von Singapur 2008 noch nicht abgelaufen ist. „Wir verstehen uns blind“, sagte Glock, „er gibt mir viele Ideen mit.“ Symonds half 1994 und 1995 bei Benetton Michel Schumacher zu WM-Siegen. 2005 und 2006 bestimmte er die technische Richtung auf dem Weg zu den WM-Triumphen von Fernando Alonso.

Mit seinem Manager geht Glock endgültig getrennte Wege

Neben der Personalie Symonds hat Virgin weitere Schritte für eine Beschleunigung eingeleitet. Eine Kooperation mit McLaren garantiert dem Team kompetente Unterstützung. Die Briten stellen den Windkanal und einen Simulator zur Verfügung. Außerdem werden Ingenieure, angeblich eine zweistellige Zahl von Experten, Marussia-Virgin auf die Beine helfen. Finanziert wird diese Aufrüstung von den russischen Mitbesitzern. „Ich bin sehr optimistisch, dass es jetzt voran geht“, sagt Glock. „Deshalb habe ich mich so früh entschieden. Das ist gut für das Team und gut für mich.“

Vor diesem Hintergrund erscheint der Schritt klug. Denn bei den großen Rennställen werden in diesem Jahr kaum Plätze frei werden. Glock wollte zu den Inhalten seiner Vertragsverlängerung nichts sagen. Er räumte aber ein, dass sich nicht viel verändert habe. Daraus muss man schließen, dass Glock auch in Zukunft sehr gut honoriert wird. Virgin ist im vergangenen Jahr in die Formel 1 eingestiegen.

Der im Fahrerlager geschätzte und beliebte Glock ließ sich den Einstieg in ein Debütantenteam entsprechend bezahlen. Angeblich mit mehr als vier Millionen Dollar pro Jahr. Die Vertragsverlängerung hat der 28-jährige zusammen mit einer Münchener Agentur eingefädelt. Glock bestätigte auf Nachfrage, dass er und sein Manager Karl-Bernd Kamps endgültig getrennte Wege gehen.

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Jahrgang 1964, Sportredakteur.

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