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Pressestimmen „Ruhe in Frieden, Formel 1“

20.06.2005 ·  Die internationale Presse ist sich einig: Der Streit um die Michelin-Reifen und der Ausgang des Großen Preises von Amerika dürfte der Formel 1 einen nur schwer zu reparierenden Schaden zugefügt haben: „Es war das katastrophalste PR-Desaster in der 56jährigen WM-Geschichte.“

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Die internationale Presse ist sich einig: Der Streit um die Michelin-Reifen und der Ausgang des Großen Preises von Amerika dürfte der Formel 1 einen nur schwer zu reparierenden Schaden zugefügt haben: „Es war das katastrophalste PR-Desaster in der 56jährigen WM-Geschichte.“

„La Gazzetta dello Sport“: „Formel 0. Der Flop von Indianapolis. Reifen-Chaos und nur sechs Autos auf der Strecke. Ferraris Doppelsieg in der Wüste. Aber wehe einer greift Ferrari an. Was kann Ferrari dafür? Nichts! Ferrari hat seine Pflicht getan und triumphiert, während 120.000 Zuschauer das Autodrom verlassen haben in dem Gefühl, man habe einen schlechten Scherz mit ihnen gemacht ... Alles wegen des unglaublichen Versagens von Michelin ... In gewisser Weise ist Bridgestone, das für Ferraris Mißerfolge verantwortlich gemacht worden war, als Sieger zurückgekehrt. Das Duell der beiden Reifenkolosse hat zu inakzeptablen Risiken und einer paradoxen Situation geführt: Die schmerzhafteste und unpopulärste Lösung war, seinen technischen K.o. einfach zuzugeben ohne Ausflüchte und Zaudern. Daß Edouard Michelin dies getan hat, verdient Anerkennung.“

„La Repubblica“: „Schumi gewinnt die Formel Chaos. Die Sicherheit geht vor, aber wie viele Fehler und Schuldige gab es hier? Schlimmer hätte es nicht enden können, dieses Chaos, das Michelin dort veranstaltet hat. Nur Michelin ist schuld, keine geeigneten Reifen nach Indianapolis gebracht zu haben. So verlieren wir die Formel 1. In den USA hat sie ohnehin keine Zukunft mehr.“

„Corriere della Sera“: „Ferrari siegt in der Wüste. Der Große Preis der USA war eine Farce. Die Formel verkommt zum Zirkus.“

„Il Messaggero“: „Ein Albtraum“

„L'Équipe“: „Formel Null. Schumacher hat einsam gesiegt und hat in Indianapolis die Leere ausgefüllt. Die Formel 1 hat unter diesem absurden Schauspiel gelitten. Die Veranstalter der Formel 1 haben sich nicht gescheut, in einer Frage der Sicherheit - die doch alle Kompromisse verdient - keine Einigung zu finden. Wie soll die Saison nach dieser Maskerade weitergehen? Die Frage wird eine Antwort finden müssen, die Zukunft der Formel 1 hängt davon ab.“

„Libération“: „Indianapolis im Leerlauf.“

„Le Figaro“: „Michelin verursacht ein Erdbeben in Indianapolis. Es ist sicher, daß diese Affäre für Michelin schwerwiegende Folgen haben wird. Für Michelin taucht das Problem in einem ungünstigen Augenblick auf, weil der Reifenhersteller seit seiner Rückkehr zum Autorennen 2001 mit seinen Partnern keinen Weltmeistertitel erringen konnte.“

„Blick“: „Lieber Pfiffe als Tote. Wie teuer ist ein Menschenleben? Formel 1 hat nicht versagt. Trotz TV-Druck spielte man nicht mit dem Leben der Fahrer und sagte Ja zu einem Geisterrennen.“

„El País“: „Indianapolis, Schauplatz von legendären Rennen, erlebte die Aufführung einer komischen Oper. Ein solches Schauspiel hat man in der 55jährigen Geschichte der Formel 1 noch nicht erlebt. Michael Schumacher errang einen Sieg, der nicht unbedingt einen Glanzpunkt in der Karriere des siebenmaligen Weltmeisters darstellt. Das Skandalrennen war vielmehr die grausamste Niederlage für einen Wettbewerb, auf dem ohnehin dunkle Schatten liegen und der sich in den USA nicht verkaufen läßt.“

„Daily Mirror“: „Ruhe in Frieden, Formel 1. Das war der Tag, an dem der Rennsport in Amerika gestorben ist.“

„The Guardian“: „Die letzten Überreste von Glaubwürdigkeit gehen in einem Hagel aus Bierbüchsen und Buhs verloren. Es war das katastrophalste PR-Desaster in der 56jährigen WM-Geschichte.“

„The Sun“: „Sechs Böse: Der Tod der Formel 1 in den Vereinigten Staaten. Die Formel 1 ist zu einem weltweiten Witz geworden.“

„Daily Telegraph“: „Tag der Schande für die Formel 1. Dies sieht nach dem Ende für Grand-Prix-Rennen in Amerika aus.“

„The Times“: „Die Formel 1 implodiert.“

„The Independent“: „Am düstersten Tag seit dem Tod von Ayrton Senna hat nicht eine einzige Seele von einem hohlen Sieg profitiert.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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