16.03.2008 · Nico Rosberg hat beim Großen Preis von Australien zum ersten Mal in seiner Karriere einen Podiumsplatz erkämpft. Im Interview spricht der junge Formel-1-Pilot über die Unfälle in der ersten Kurve und seinen überraschenden Erfolg im Williams.
Nico Rosberg hat beim Großen Preis von Australien zum ersten Mal in seiner Karriere einen Podiumsplatz erkämpft. Im Interview spricht der junge Formel-1-Pilot über die Unfälle in der ersten Kurve und seinen überraschenden Erfolg im Williams.
Sind Sie als Dritter mit dem Privatteam Williams mitten in die Werksmeisterschaft gerauscht?
Ich bin tierisch froh. Ja, wir haben Renault und Red Bull hinter uns gelassen. Es hätte nicht besser laufen können. Ich hatte einen tollen Start.
Trotz des Verbotes der Traktionskontrolle?
Ja. Der Fahrer muss zwar jetzt etwas mehr zu dem Start beitragen, aber ich danke meinen Ingenieuren.
Vor der ersten Kurve sah es so aus, als würden Sie es nicht mal eine Runde schaffen.
Es sah knapp aus, ich habe die Lücke zwischen Jarno (Trulli im Toyota) und Nick (Heidfeld im BMW) gesehen und habe mir gesagt, da musst du durch. Ich hatte auch keine Wahl.
Hatten Sie vor dem Rennen mit diesem Resultat gerechnet?
Ich bin nie optimistisch, lieber realistisch. Wir wussten nicht so genau, ob wir vor Red Bull, Renault oder Toyota sein würden. Nach unserem Desaster am Freitag (Rosberg konnte wegen Getriebeschadens nur im Nachmittagstraining fahren) haben wir am Samstag bei null angefangen. Ich wurde Siebter im Zeittraining. Das zeigt die gute Basis des Autos.
Stehen Sie in der Hackordnung vor dem Werksteam aus Frankreich mit dem zweimaligen Weltmeister Alonso?
Das Bild ist noch nicht so ganz klar, auch wenn wir jetzt schneller waren. Ich denke aber, dass wir eine sehr gute Basis haben und uns ein guter Auftakt für ein gutes Jahr gelungen ist. Sicher könnte die Balance des Autos besser sein. Aber wir haben noch viele Sachen nicht auf dem Auto gehabt, die aber fast fertig sind. Ich setze auf unsere Entwicklungsarbeit.
Wie lautete Ihre Taktik?
Ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht volles Risiko zu gehen. In den ersten Rennen passiert immer mehr als später in der Saison. Wir hatten ja viele Ausfälle, einige vielleicht wegen des Wegfalls der Traktionskontrolle.
Nach dem Start hatten Sie Heidfeld im BMW hinter sich. Hat er Ihnen Druck gemacht?
Nicht übermäßig. Ich war nicht viel langsamer als Nick.
Warum ist er bei der Ausfahrt nach dem ersten Boxenstopp an Ihnen vorbeigekommen?
Ich wusste gar nicht, dass er hinter mir an die Box fuhr. Ich finde nicht ganz richtig, was Nick gemacht hat, denn ich musste vom Gas gehen, als er aus seiner Position auf die Boxengasse fuhr. Er hätte mich in die Mauer gedrückt. Allerdings ist das eine schwierige Situation, Nick ist ja auf die Anweisungen seines Teams angewiesen.
Aufgezeichnet von Anno Hecker.