19.02.2007 · Zwei Massenunfälle mit 20 Fahrzeugen, ein auf dem Dach ins Ziel rutschender Wagen und eine Hundertstelsekunden - Entscheidung um den Sieg. Der Saisonauftakt der amerikanischen Nascar-Serie war durchaus spektakulär.
Zwei Massenunfälle, Clint Bowyer nach einem Überschlag brennend auf dem Dach liegend im Ziel und ein packendes Finale - der Saisonauftakt der amerikanischen Nascar-Serie beim berühmten 500-Meilen-Rennen von Daytona sorgte einmal mehr für Schlagzeilen.
In einem spektakulären Finish sicherte sich Kevin Harvick in einem Chevrolet Monte Carlo nach 202 Runden (812,545 km) den ersten Triumph auf der Traditionsrennstrecke an der Ostküste Floridas und kassierte dafür 1,51 Millionen Dollar Preisgeld. „Das war das verrückteste Daytona-Rennen, das ich je erlebt habe“, sagte Harvick. Zu Beginn der vorletzten Runde hatte der 31-Jährige nur an siebter Stelle gelegen.
Ein Wagen brennend im Ziel
Bei zwei Massenunfällen in den letzten sieben Runden waren insgesamt 20 Fahrzeuge beteiligt. Wegen der vielen Trümmerteile wurde das Rennen aus Sicherheitsgründen in der 198. Runde abgebrochen und reglementbedingt anschließend um zwei Runden verlängert.
Unter den Crash-Piloten befand sich Dale Earnhardt jr. als einer der Top-Favoriten. Dessen berühmter Vater, der siebenmalige Nascar-Champion Dale Earnhardt sr., war auf den Tag genau vor sechs Jahren am 18. Februar 2001 beim berühmten US-Tourenwagen-Klassiker ums Leben gekommen.
Montoya ohne Chance
Glück im Unglück hatte Chevy-Pilot Clint Bowyer, der nach einem spektakulären Überschlag mit dem brennenden Auto auf dem Dach liegend unverletzt die Ziellinie überquerte und als 18. noch vor dem früherer Formel-1-Fahrer Juan Pablo Montoya gewertet.
Montoya war ohne Chance und musste sich mit dem 19. Platz unter 43 Konkurrenten zufrieden geben. „Auch durch Veränderungen während des Rennens haben wir das lästige Untersteuern nicht in den Griff bekommen“, sagte Montoya, an dessen Dodge Charger zum Schluss auch noch Getriebeprobleme auftraten. Immerhin erreichte der 31-jährige bei seinem zweiten Einsatz in der Top-Liga des amerikanischen Motorsports erstmals das Ziel. Zudem deutete Montoya mit der zweitbesten Rennrunde (46,857 Sekunden) sein Können an.
334.931 Dollar für den Langsamsten
In seinem 179. Nascar-Rennen feierte der Kalifornier Kevin Harvick den elften Sieg. Markenkollege Mark Martin hatte vor 220.000 Fans im ausverkauftem Tri-Oval mit der Winzigkeit von nur zwei Hundertstelsekunden Rückstand das Nachsehen. Jeff Burton und Mike Wallace sorgten bei der 49. Auflage des „Daytona 500“ für einen Vierfach-Triumph von Rekordsieger Chevrolet (20 Siege, davon fünf seit 2003 in Folge).
Dagegen musste Neueinsteiger Toyota beim Debüt in der populärsten Tourenwagenserie der Welt Lehrgeld zahlen. Der frühere Nascar-Gewinner Dale Jarrett belegte im Camry nur Platz 22. Beim „größten Rennen Amerikas“ wurde Rekordpreisgeld in Höhe von insgesamt 18.386.023 Dollar verteilt. Selbst der 43. und Letzte im Klassement konnte sich noch über 334.931 Dollar freuen.