19.07.2007 · Michael Schumacher hat ein Engagement als Teamchef in der Formel 1 kategorisch ausgeschlossen. „Ich fühle mich einfach frei“, sagte der Rekordweltmeister. Der 38-Jährige machte jedoch auch auf sein Insiderwissen aufmerksam.
Michael Schumacher hat ein Engagement als Formel-1-Teamchef kategorisch und für alle Zeit ausgeschlossen. „Das war und wird nie ein Thema für mich“, sagte der Ende der vergangenen Saison zurückgetretene Rekordweltmeister in einem Interview mit der „Bild“.
Er merke auch bereits, „dass ich ein wenig raus bin“, so Schumacher drei Tage vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring (Siehe auch: Formel 1: Markus Winkelhock debütiert am Nürburgring). „Die Fähigkeit, gewisse Feinheiten einzuschätzen, verlierst Du“, gab der 38-Jährige zu. Die Alternative, ständig vor Ort zu sein, komme für ihn aber nicht in Frage.
„Ich weiß, dass ich alles richtig gemacht habe“
Über zu viel Freizeit kann der siebenmalige Weltmeister aber auch nicht klagen. Sein Terminkalender sei sehr schnell gefüllt und das Schöne daran sei, dass er alles in seiner Hand hab. „Ich fühle mich einfach frei“, versicherte der zweifache Familienvater, der nach eigenem Bekunden ob des reduzierten Trainingsprogramms zwei bis drei Kilo zugenommen hat. Von Wehmut und Kribbeln keine Spur: „Ich weiß, dass ich alles richtig gemacht habe.“
Über seine Aufgabe bei der Scuderia herrscht derweil auch nach über einem halben Jahr noch immer Unklarheit. Es gebe noch keine Linie zwischen Ferrari und ihm, „was wir in Zukunft machen wollen“. In der Formel 1 sei sein Wissen aber ohnehin zeitlich begrenzt.
Aufmunternde Worte für Bruder Ralf
Angesprochen auf die Sabotage- und Spionageaffäre um den ehemaligen Chefmechaniker Nigel Stepney, der vertrauliche Informationen an den suspendierten McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan weiter geleitet haben soll, sagte Schumacher, dass er mehr wisse als die Öffentlichkeit. „Aber in so einer Sache kann man nicht so offen reden, wie es vielleicht angebracht wäre. Das geht leider nicht“, sagte Schumacher.
Aufmunternde Worte fand Schumacher für seinen Bruder Ralf, der zuletzt in der Kritik stand und dessen Zukunft noch ungeklärt ist. „Niemand verlernt über Nacht das Autofahren, Ralf schon gar nicht. Klar muss er sich mit ein paar Dingen auseinander setzen. Wenn dein Teamkollege schneller ist, dann musst du einfach mehr an dir als am Auto arbeiten. Ralf weiß, wo seine Probleme liegen“, sagte der Kerpener, der aber ganz sicher ist, dass sein Bruder auch im nächsten Jahr noch in der Königsklasse fährt: „Ich weiß, bei welchen Teams Plätze frei werden.“