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Interview „Ich will auf dem Höhepunkt abtreten“

10.09.2006 ·  Michael Schumacher wird seine Formel-1-Laufbahn nach 16 Jahren beenden und hat nach seiner Triumph-Fahrt in Monza die allerbesten Chancen, als achtmaliger Weltmeister abzutreten. Im Interview spricht er über die Gründe für seinen Entschluß.

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Michael Schumacher wird seine Formel-1-Laufbahn nach 16 Jahren beenden und hat nach seiner Triumph-Fahrt in Monza die allerbesten Chancen, als achtmaliger Weltmeister abzutreten. Im Interview spricht er über die Gründe für seinen Entschluß.

Michael Schumacher, wie kommentieren Sie Ihren Sieg beim Ferrari-Heimspiel in Monza?

Das ist ein sehr spezieller Tag für mich, denn dieser letzte Auftritt in Monza war das härteste Rennen meiner Karriere. Wir haben einen sehr großen Schritt zum Titel gemacht. Die WM hat schwierig begonnen, aber jetzt sind wir nur noch zwei Punkte weg. Ich bin 100 Prozent konzentriert, denn ich will diesen Titel unbedingt. Ich möchte auf den Höhepunkt zum Saisonende abtreten.

Wie schwierig war es, die Entscheidung, nach 15 grandiosen Jahren in der Formel 1 zurückzutreten?

Eines Tages mußte es passieren, und ich denke, daß es jetzt der richtige Moment ist. Die Entscheidung war verdammt schwer, aber ich wollte auch einem jungen talentierten Fahrer wie Felipe Massa die Chance geben, seine Zukunft zu entscheiden. Ich habe die Sache mit meiner Frau Corinna diskutiert und mich nach Indianapolis zum Rücktritt entschlossen.

Hatten Sie Angst vor einem Duell mit einem Kimi Räikkönen im nächsten Jahr?

Es ist besser, wenn du gehst, wenn du oben stehst. Jeder kann sehen, daß ich noch konkurrenzfähig bin, und ich hätte vor niemanden Angst haben müssen. Aber natürlich werde ich älter, und es wird immer schwieriger, immer die Motivation für diese Leistungen zu finden. Es wird auch ohne mich mit Ferrari weitergehen.

Wie emotional sind diese Momente hier nach dem letzten Rennen in Monza?

Sehr emotional. Es fällt ungeheuer schwer, von meinen Freunden bei Ferrari Abschied zu nehmen. Ich bin von tiefer Dankbarkeit erfüllt. Ich habe 30 außergewöhnliche Jahre im Motorsport vom Go-Kart bis zur Formel 1 erlebt, und ich habe jeden dieser Momente genossen. Danke an meine Freunde bei Benetton, vor allem aber die Ferrari-Jungs. Ganz besonders danke ich meiner Familie, meinem Vater, meiner verstorbenenen Mutter. Meine Frau Corinna und die Kinder haben mir den Rücken freigehalten, ohne ihre Unterstützung wären all diese Leistungen nicht möglich gewesen.

Formel 1 war Ihr Leben für 15 Jahren, wie wird es danach weitergehen.

Ich werde erstmal gar nichts machen. Ich werde aber sicher Teil der Ferrari-Familie bleiben. Vor allem aber will ich mich in Zukunft meiner Familie widmen.

Wie schwer wird es in den nächsten drei Rennen, sich auf die WM zu konzentrieren?

Überhaupt nicht. Ich habe mich in meiner ganzen Karriere immer voll konzentrieren können, wenn ich im Auto gesessen habe. Nur so waren diese Erfolge möglich. Ich werde diese letzten drei Rennen genießen. Für mich zählt ab jetzt nur noch dieser achte Titel.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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