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Formel 1 Widerstand gegen den Einheitsmotor

19.10.2008 ·  „Ein Ferrari ohne Ferrari-Motor? Das wird nicht passieren“, hieß es bei der Scuderia. Auch andere Hersteller deuteten an, dass eine Regeländerung nach Vorstellung von Fia-Chef Mosley sie eher antreiben werde, die Flucht zu ergreifen.

Von Anno Hecker, Schanghai
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Die Rennställe der Formel 1 haben sich offenbar zum ersten Mal seit vielen Jahren auf eine Linie in der Auseinandersetzung mit dem Internationalen Automobil-Verband (FIA) geeinigt. Die Vereinigung der Teams namens FOTA hat am Samstag vor dem Großen Preis von China in Schanghai die jüngste Forderung des FIA-Chefs Max Mosley diskutiert.

Der Brite hatte die Formel 1 am Freitag per Fax wissen lassen, dass sein Verband per Ausschreibung einen Hersteller für einen Einheitsmotor suchen will. Mosley begründete seine Absicht mit der notwendigen Kostenreduzierung in der Formel 1 vor dem Hintergrund zunehmender finanzieller Schwierigkeiten angesichts von Absatzproblemen auf dem Automobil-Markt und der Finanzkrise. Besonders die Privatteams könnten nicht mithalten. Die Budgetspanne reicht zur Zeit schätzungsweise von 30 Millionen (Force India) bis zu 220 Millionen beim Größten. Im Frühjahr hatte Super Aguri aufgeben müssen.

Provokation mit Sprengstoff

Die Werksteams in der Formel 1, allen voran Ferrari und Toyota, aber auch BMW und Mercedes, werteten das Fax von Mosley als große Provokation mit Sprengstoff. „Für Toyota wäre das ein Grund, die Formel 1 zu verlassen“, sagte Teamchef John Howard. „Ein Ferrari ohne Ferrari-Motor? Das wird nicht passieren“, hieß es bei der Scuderia. Auch andere Hersteller deuteten unmissverständlich an, dass eine Regeländerung nach Mosleys Vorstellung sie eher antreiben werde, die Flucht zu ergreifen.

Stattdessen aber formulierte die FOTA am Sonntag einen Vorschlag auf der Basis ihrer Überlegungen zur Kostenreduzierung. FOTA-Repräsentant Howard (Toyota) lehnte es zwar ab, Details vor einem Treffen mit Mosley am Dienstag in Genf preiszugeben. Vermutlich aber wird die lose Teamgemeinschaft dem Regelmacher und -hüter Mosley unter anderem vorschlagen, im nächsten Jahr mit einem Motor drei statt der bislang zwei Grand Prix zu bestreiten und den Einsatz-Rhythmus in den nächsten Jahren bis auf zehn Rennen mit einem Antrieb auszudehnen. Außerdem sollen Privatteams schon für fünf Millionen Dollar Leihgebühr pro Saison Motoren inklusive Getriebe und KERS, dem System zur Gewinnung von Energie beim Bremsen, erhalten.

Ferrari-Chef Luca di Montezemolo wird als FOTA-Präsident mit seinem Stellvertreter Howett zum Treffen nach Genf reisen. Mosley hatte ursprünglich mit dem Auftritt aller Teams gerechnet. Sein Plan, so die Interpretation der Werksvertreter, die Einheit der Teams zu sprengen, sei vorerst gescheitert.

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