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Formel 1 Schumacher strafversetzt: Start aus der letzten Reihe

28.05.2006 ·  Michael Schumacher muß für seine seine umstrittene Aktion im Qualifying zum Großen Preis von Monaco in Monte Carlo an diesem Sonntag teuer bezahlen: Statt von der Pole Position startet er nun fast chancenlos vom letzten Platz.

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Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat seine umstrittene Aktion im Qualifying zum Großen Preis von Monaco in Monte Carlo an diesem Sonntag (14 Uhr / live bei Premiere und RTL) teuer bezahlt. Statt von der Pole Position startet der 37jährige nach der Strafversetzung durch den Automobil-Weltverband FIA nun fast chancenlos vom 22. und damit letzten Platz.

Nach einer Anhörung Schumachers entschieden die Rennkommissare nach knapp achtstündiger Beratung und der Auswertung der Daten am Samstag abend um 22.50 Uhr, alle Zeiten des Ferrari-Piloten abzuerkennen. Schumacher war kurz vor Ende der Qualifikation in der Rascasse-Kurve von der Ideallinie abgekommen und in der engen Straßenschlucht mit seinem Ferrari an der äußeren Leitplanke stehengeblieben. Damit sorgte er für eine gelbe Flagge und behinderte so seine nachfolgenden Konkurrenten, allen voran Weltmeister Fernando Alonso im Renault, entscheidend bei der Jagd nach der Bestzeit.

Absichtliches Fehlverhalten

Die Aktion brachte Schumacher von Seiten der Teamchefs und Piloten viel Kritik ein. Die Rennkommissare sahen in seinem Verhalten einen eindeutigen Regelverstoß gegen den Paragraphen 116 und unterstellten „Schumi“ ein absichtliches Fehlverhalten. Besonders Renault-Teamchef Flavio Briatore hatte vor Wut geschäumt. „Das war doch eindeutig, das dürfte ein siebenmaliger Weltmeister wie Schumacher eigentlich nicht mehr nötig haben. Er hat sein Auto ja quasi in der Kurve geparkt. Ich bin stinksauer“, schimpfte der temperamentvolle Italiener, während auch McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis eindeutig Stellung gegen Schumacher bezog: „Das war schon offensichtlich.“

Schumacher hatte nach der Fahrt zu seiner vermeintlich dritten Pole Position in dieser Saison nach Bahrain und San Marino die Vorwürfe noch gewohnt cool kommentiert. „Ich wollte noch eine schnelle Runde, dann habe ich Probleme mit dem Auto gehabt und habe überbremst. So etwas passiert“, erklärte der fünfmalige Monaco-Sieger. Schumacher wußte aber auch, daß er mit dem Zwischenfall erneut seine Kritiker auf den Plan gerufen hatte. „Natürlich wird es wieder solche Leute geben, die mir nicht glauben. Aber das wäre eine Schande. Ich kann nur schildern, wie es wirklich war“, sagte der Kerpener.

Alonso hat seine Meinung

Alonso, der in seiner beeinträchtigten letzten Runde in 1:13,962 Minuten gerade einmal 64 Tausendstelsekunden langsamer war als Schumacher bei seiner Bestzeit (1:13,898), hielt sich vor dem 7. von 18 WM-Läufen mit eindeutigen Vorwürfen zurück. „Ich wäre auf die Pole Position gefahren, aber ich kann ja jetzt nichts mehr machen. Ich habe meine Meinung zu der Schumacher-Aktion, die behalte ich aber für mich“, sagte der jüngste Weltmeister aller Zeiten und gab sich trotzig: „Ich bin dennoch optimistisch für das Rennen.“

Von der Pole geht nun Alonso ins Rennen. Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden/1:16,636) startet von Position acht, Toyota-Fahrer Ralf Schumacher (Kerpen) als Zehnter. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld blieb wegen eines Defekts an seinem BMW-Sauber vor dem Hafentunnel stehen, rückte aber nach der Strafversetzung Schumachers auf den 15. Rang vor. Vorjahressieger Kimi Raikkönen (Finnland) nährte mit Startplatz drei die Sieghoffnung der „Silbernen“ bei ihrem 40jährigen Monaco-Jubiläum. „Nach zwei Bestzeiten war die Pole Position für Kimi drin, aber Reihe zwei für Raikkönen und Juan Pablo Montoya sind eine gute Startbasis“, analysierte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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