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Mittwoch, 15. Februar 2012
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Formel 1 Schumacher: „Sind das beste Team“

09.10.2006 ·  Michael Schumacher erklärte das WM-Duell mit Fernando Alonso um den Fahrertitel für beendet. „Wir werden nun die Teamwertung in Angriff nehmen“, sagte der Ferrari-Pilot an diesem Montag. Eine letzte Kampfansage.

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Seine Fans litten, die Anhänger Alonsos feierten, doch Michael Schumacher nahm sich keine Zeit für große Gefühle. Schon an diesem Mittwoch will der Rekordweltmeister seinen beim Großen Preis von Japan mit Motorschaden auf dem Seitenstreifen abgestellten Ferrari wieder in Fahrt bringen. Nach dem bitteren Aus hat Schumacher den Gewinn seines achten Fahrertitels zwar abgehakt, doch er hat noch ein Ziel für das Saisonfinale am 22. Oktober in Sao Paulo: Der 37jährige will sich mit der Mannschafts-Weltmeisterschaft aus der Formel 1 verabschieden.

„Ich finde, wir haben diesen Titel verdient, denn wir sind das beste Team. Jetzt wollen wir auch den nächsten Schritt machen und nominell Meister werden“, verkündete der Rennfahrer. Der Kerpener hatte nach dem Ausfall am Sonntag (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Formel 1 in Suzuka) auf die beliebten Karaoke-Einlagen in den Hütten an der Rennstrecke verzichtet. Er war kurz nach dem vorletzten Grand Prix seiner Karriere zurück in die Schweizer Wahlheimat zu Frau und Kindern geflogen.

„Harakiri von Ferrari“

Unterdessen wird Renault-Pilot Fernando Alonso in seiner spanischen Heimat nach dem „Harakiri von Ferrari“ („El Mundo“) schon als alter und neuer Weltmeister gefeiert. Für die Zeitung „As“ wäre der zweite WM-Triumph für den 25jährigen von noch größerer Bedeutung als im Vorjahr. „Alonso steht vor dem Gewinn einer Weltmeisterschaft, die noch wertvoller sein wird als die vorige. Diesmal hatte er es mit einem Superchampion wie Michael Schumacher zu tun, der ihm den Titel bis zum letzten Moment streitig machte.“ (Siehe auch: Presse: „Auch einem Alonso kann mal der Motor platzen“)

Schumacher erklärte unmittelbar nach dem Rennen die Hatz auf Alonso für beendet. Auch die Italiener sehen so gut wie keine Chance mehr auf einen krönenden Karriere-Abschluß. „Nach sechs Jahren wurde Schumacher wieder einmal von seinem Motor verraten. Es war einfach Pech. Schumacher hat es nicht verdient, seine außergewöhnliche Karriere auf so grausame Art zu beenden“, schrieb die „La Gazzetta dello Sport“.

„Irgend etwas muß passiert sein“

Der erste Motorschaden seit sechs Jahren bei Schumachers Ferrari bleibt für den italienischen Formel-1-Rennstall rätselhaft. „Alle Telemetrie-Daten waren in Ordnung“, sagte Technik-Chef Ross Brawn. Auch der stellvertretende Motorchef Mattio Binotto keine Erklärung für den Motorschaden: „Es gab keinerlei Hinweise. Irgend etwas muß passiert sein, aber wir haben nicht das Geringste entdecken können.“

Die Ursache für den Motorplatzer werde Ferrari erst nach der Rückkehr des Aggregats in Italien feststellen können. „Erst wenn wir den Motor in Maranello auseinander bauen, werden wir sehen, was mit ihm passiert ist“, sagte Binotto. Letztmals gab es in einem Rennen bei Ferrari einen Triebwerksschaden 2002 in Malaysia. Da schied der Brasilianer Rubens Barrichello aus. Schumacher mußte seinen Rennwagen vor dem Japan-Ausfall mit Motorschaden zum letzten Mal am 2. Juli 2000 in Magny-Cours abstellen.

„Bereit für das wirkliche Leben“

Etwas verwunderlich ist, daß Schumacher den WM-Kampf aufgegeben hat. Vor allem im vergangenen Jahr wiederholte er gebetsmühlenartig, daß er so lange kämpfe, wie es auch eine „rechnerische Möglichkeit“ gebe. Auch damals konnte er nur auf Ausfälle seines Widersachers hoffen, der ihm den Gefallen aber nicht tat und vom Thron stieß. Schumachers Gelassenheit ist offenbar ein Teil eines weiteren Reifeprozesses des Champions, der das Verlieren gelernt zu haben scheint. Das war nicht immer so: 1997 waren ihm wegen eines Crashs im WM-Finale gegen den Kanadier Jacques Villeneuve sogar alle Punkte der Saison abgezogen worden. Der „neue Schumacher“ kommt an. „Er ist bereit für das wirkliche Leben abseits der Pisten“, schrieb die „La Gazzetta dello Sport“.

Rivale Renault will sich aber nicht in Sicherheit wiegen lassen. „Es ändert gar nichts“, kommentierte Technik-Direktor Pat Symonds Schumachers Null-Punkte-Fahrt. Schumacher spiele vielleicht seine Chancen herunter, „aber wir müssen uns im Klaren sein, daß es für ihn statistisch noch möglich ist“, meinte Symonds. „Ich bin mir sicher, daß er genauso hart und gut fahren wird wie sonst auch.“

Hill: „Schumacher gibt niemals auf“

„Michael sagt zwar, daß er nicht mehr an den Titel denkt. Das ist Quatsch. Er gibt niemals auf“, sagte der frühere Weltmeister Damon Hill an diesem Montag. „Den Kerl dürft ihr niemals abschreiben“, sagte Hill über seinen einstigen Rivalen. „Schumacher wird in das letzte Rennen gehen und denken: „Wie kann ich es gewinnen und wie kann Alonso dabei keinen Punkt ergattern? So geht er an die Dinge ran. Andernfalls wäre er nicht Michael Schumacher.“ Der Champion von 1996 rät Alonso, „wachsam bis nach dem letzten Rennen zu sein“.

Im großen Finale seiner Formel-1-Karriere hat Schumacher auch auf der Strecke noch etwas zu erledigen und seine Fans, die am Sonntag um 7.00 Uhr mitbangten (durchschnittlich sahen 4,48 Millionen Fernsehzuschauer das Japan-Rennen) mit dem „kleinen Titel“ zu beglücken. „In der Teamwertung haben wir nun zwar jetzt auch neun Punkte Rückstand, aber dennoch einige, wenn auch geringe, Chancen. Diese werden wir nun in Angriff nehmen.“ Vor dem Grand Prix in Sao Paulo hat Ferrari 186 Punkte, Renault 195.

Schreibt Schumacher noch einmal Geschichte?
Es wäre ein Novum in der Geschichte der Formel 1. Sollte Rekordweltmeister Michael Schumacher am Ende doch noch den Fahrertitel gewinnen, wäre er der erste Pilot, der punktgleich mit seinem Verfolger nur dank der größeren Anzahl an Siegen die WM-Trophäe bekommen würde.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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