11.07.2007 · Das Oberste Londoner Gericht hat das Verfahren im Rahmen der sogenannten Spionageaffäre in der Formel 1 gegen den ehemaligen McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan eingestellt. Beide Parteien einigten sich außergerichtlich.
Das Oberste Londoner Gericht hat das Verfahren im Rahmen der sogenannten Spionageaffäre in der Formel 1 gegen den ehemaligen McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan eingestellt. Die ursprünglich für Dienstag angesetzte und auf Mittwoch vertagte Anhörung wurde kurzfristig abgesagt, nachdem sich Coughlan außergerichtlich mit Ferrari geeinigt hatte.
Laut Ferrari-Sprecher Luca Colajanni zeigte sich der Brite kooperationsbereit und sicherte zu, Ferrari unter Eid alle Informationen zur Spionageaffäre mitzuteilen. Der Rennstall werde dafür im Gegenzug die im Raum stehende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Modena fallenlassen, hieß es aus Ferrari-Kreisen.
Unterdessen wurden von der Staatsanwaltschaft indirekt die Sabotagevorwürfe gegen den ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney bestätigt. „Wir haben eine Vorstellung, was das Pulver war“, sagte Staatsanwalt Giuseppe Tibis nach einer Besprechung mit der Spurensicherung laut der italienischen Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“. Die Analyse-Daten würden noch von einem zweiten Labor geprüft. Danach müsse ein Gutachten klären, ob das eingebrachte Pulver den Motoren der Ferrari-Rennwagen geschadet habe. Die Ermittlungen befänden sich auf einem guten Weg. „Wir sehen die Quadratur des Kreises, benötigen aber noch einige Details, um alles beweisen zu können“, sagte Tibis.
Stepney wird vorgeworfen, die beiden Ferrari von Kimi Räikkönen und Felipe Massa vor dem Großen Preis von Monaco Ende Mai mit einem weißen Pulver manipuliert und seinem Landsmann Coughlan zudem ein Dossier mit vertraulichen Informationen zum Ferrari F2007 zugespielt zu haben.