Home
http://www.faz.net/-gu4-t45n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Formel 1 BMW trennt sich von Jaques Villeneuve

07.08.2006 ·  Seine ersten beiden WM-Punkte hat Robert Kubica zwar nachträglich verloren, dafür aber das Rennen um den Stammplatz bei BMW-Sauber gewonnen. Der Pole wurde zum zweiten Piloten neben Nick Heidfeld befördert. Jaques Villeneuve muß gehen.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Seine ersten beiden WM-Punkte hat Robert Kubica zwar nachträglich verloren, dafür aber das Rennen um den Stammplatz bei BMW-Sauber gewonnen. Einen Tag nach der Aberkennung des siebten Platzes bei seinem WM-Debüt in Ungarn ist der 21 Jahre alte Pole von BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen vom Testfahrer zum zweiten Einsatzpiloten neben dem Mönchengladbacher Nick Heidfeld befördert worden.

Der Vertrag mit dem Kanadier Jacques Villeneuve wurde in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig aufgelöst. Damit ist die Formel-1-Karriere des Weltmeisters von 1997 aller Voraussicht nach beendet. „Jacques hat in diesem Jahr gute Leistungen gezeigt und einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Teams und des Fahrzeugs geleistet“, sagte Theissen (Siehe auch: Formel 1 Grand Prix in Budapest). Die Entscheidung, nach Villeneuves Unfall in Hockenheim Kubica im Renneinsatz beobachten zu wollen, habe aber auch die Position des Kanadiers beeinflußt. „Wir haben volles Verständnis dafür, daß es für Jacques schwierig ist, in dieser ungewissen Situation sein Engagement aufrechtzuerhalten“, meinte Theissen.

Wechsel nach Nordamerika?

Kubica, der als erster Pole ein Formel-1-Rennen bestritt, war in Budapest als Ersatzmann für Villeneuve zum Einsatz gekommen. Der Kanadier hatte nach seinem Unfall eine Woche zuvor in Hockenheim über Kopfschmerzen geklagt. Theissen hatte bereits in Ungarn erklärt, daß das Team nach der Analyse des Rennwochenendes eine Entscheidung für den Rest der Saison treffen wolle, die unabhängig von Villeneuves Gesundheitszustand sei. Der Kanadier, der 1997 bei Williams Weltmeister wurde und von insgesamt 165 Grand Prix elf gewann, wird möglicherweise ebenso wie der bei McLaren-Mercedes gescheiterte Juan Pablo Montoya (Kolumbien) in die populäre Nascar-Serie in den Vereinigten Staaten wechseln. In Amerika hat der frühere Indy-500- und Cart-Champion noch einen guten Namen.

Villeneuve war Ende 2003 nach fünf wenig erfolgreichen Jahren bei BAR ausgemustert worden. Ende 2004 fuhr er drei Rennen als Aushilfspilot bei Renault, bevor er 2005 für zwei Jahre bei Sauber anheuerte. BMW übernahm mit dem Schweizer Rennstall auch Villeneuves Vertrag, zögerte aber lange, ihn als zweiten Fahrer neben Heidfeld zu bestätigen. Danach hatte der 35 Jahre alte Kanadier aber gute Leistungen gebracht. Bei zwölf Starts holte er sieben WM-Punkte für das Team, in den Trainingsduellen mit Nick Heidfeld hatte er die Nase 7:5 vorn.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Stürmer in der Defensive

Von Michael Ashelm

Die Anforderungen an Angreifer haben sich stark verändert – und damit die Auswahl des Personals. Der Stürmertyp, der vorne wartet, bis er bedient wird, stirbt aus. Mehr 1

Ergebnisse, Tabellen und Statistik