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Der Streit geht weiter Machtkampf in der Formel 1

13.06.2009 ·  Max Mosleys Alleingänge erzürnen viele Teams: „Man glaubt gar nicht, was hinter den Kulissen abgeht.“ Die Vereinigung der Europäischen Automobil-Hersteller (ACEA) kritisiert die FIA-Führung so massiv wie nie zuvor.

Von Anno Hecker
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Der Streit zwischen dem Präsidenten des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), Max Mosley, und der Rennstallvereinigung der Formel 1 (FOTA) um die Zukunft der Serie hat sich am Freitag zu einem gefährlichen Machtkampf entwickelt. Nachdem Mosley die Teams Ferrari, Red Bull und Toro Rosso gegen ihren ausdrücklichen Willen als bedingungslose Teilnehmer an der WM 2010 präsentierte (siehe: Formel 1: Kompromiss weit entfernt) und die Teams BMW-Sauber, McLaren-Mercedes, Renault, Toyota und Brawn-GP aufforderte, binnen einer Woche ihre Bedingungen für eine Einschreibung zurückzunehmen, kritisierte die Vereinigung der Europäischen Automobil-Hersteller (ACEA) die FIA-Führung so massiv wie nie zuvor: „So kann es nicht weitergehen. Die ACEA ist zu der Auffassung gekommen, dass die FIA ein modernisiertes und transparentes Führungssystem braucht, einschließlich einer Revision ihrer Konstitution.“

Vor der Attacke der ACEA hatte die Fota den Senat der FIA um Hilfe gebeten. Als Begründung in einem umfassenden Schreiben nannte sie die Unbeweglichkeit der FIA-Führung bei den Verhandlungen in den vergangenen Wochen unter anderem über ein Sparprogramm. Sowohl Mosley als auch die Teams wollen unter anderem eine massive Reduzierung der Formel-1-Budgets.

Eine Cosworth-Regel würde Mosleys Argumentation konterkarieren

Die radikale Vorstellung des Briten (siehe: Formel-1-Kommentar: Marathonmann Max Mosley), eine Ausgabengrenze von 45 Millionen Euro für die Fahrzeugentwicklung und den Einsatz ab 2010 sowie eine Finanzkontrolle durch ein unabhängiges Unternehmen, lehnte die Fota ab. Manche Teams müssten ihre Etats und das Personal binnen zwölf Monaten um 80 Prozent reduzieren. Die Fota schlug deshalb einen über zwei Jahre bis 2011 gestreckten Sparplan sowie eine freiwillige Selbstkontrolle bei den Ausgaben vor. Vor allem aber fordert sie, die Alleingänge Mosleys in Regelfragen zu beenden.

„Man glaubt gar nicht, was hinter den Kulissen abgeht“, sagt ein Insider. Angeblich hat Mosley im Zusammenhang mit der von ihm gewünschten Rückkehr des Motorenlieferanten Cosworth in die Formel 1 Zugeständnisse gemacht, die für etablierte Teams und Konzerne inakzeptabel sind. Demnach sollen die drei neuen Rennställe, Campos, Manor und USF1, beliebig viele Cosworth-Motoren benutzten dürfen. Außerdem würden die Drehzahlen dieser Aggregate nicht begrenzt. Im Sinne der Kostenreduzierung hatte sich die Formel 1 für 2009 auf acht Motoren pro Fahrer und Saison geeinigt. Die Höchstdrehzahl beträgt 18.000. Eine Cosworth-Regel würde die Argumentation Mosleys konterkarieren.

Alternative gesucht

Seit Freitag ist klar, dass die Teams nicht mehr an eine einvernehmliche Lösung glauben. Sie haben aber keinen direkten Einfluss auf den Verband und damit auf eine Ablösung Mosleys, der im Oktober zur Wiederwahl steht. Auch die ACEA hat kein Stimmrecht in der FIA. Allerdings sind die Mitglieder nicht nur potente Wettbewerber und damit Sponsoren in der Formel 1, sondern auch in anderen Motorsportveranstaltungen unter dem Patronat der FIA engagiert, etwa in der Welttourenwagen-Meisterschaft oder der Rallye-WM. Auch dort wächst der Unmut über die Sportpolitik der FIA. Die Bildung einer parallelen Rennserie zur Formel 1 scheint zwar unwahrscheinlich. Die ACEA machte aber deutlich, dass ihre Mitglieder eine „Alternative“ für einen Sport mit „klaren, stabilen Regeln und einer fairen Verteilung der Einnahmen“ suchen.

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Jahrgang 1964, Sportredakteur.

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