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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Wir wollen! Wir müssen!

04.01.2012 ·  Gute Vorsätze auch in der Formel 1: Manche wollen abnehmen für schnellere Runden. Andere suchen noch ihr Cockpit. Seriensieger Vettel will sich unterdessen treu bleiben - das verheißt nichts Gutes für die Gegner.

Von Michael Wittershagen
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© dpa Sekt nicht nur an Silvester: Sebastian Vettel will auch in 2012 Champagnerduschen genießen

Frohes neues Jahr! Das kann man jedem nur wünschen, aber so manch ein Haupt- oder Nebendarsteller der Formel 1 wird in dieser Saison früher oder später sein böses Erwachen erleben. Das war schon immer so in der Vergangenheit. Dabei unternehmen die klügsten Köpfe der Branche derzeit alles, um genau das zu verhindern.

In den Rennwagenschmieden tüfteln sie an den Boliden der neuesten Generation, füttern Simulatoren mit tausenden Daten und hoffen so darauf, der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Der Wahrheit auf den Zeitenmonitoren. Die wollen die Ingenieure kennen, bevor sich das erste Rad überhaupt gedreht hat.

Noch überwiegt die Hoffnung

Noch vier Wochen lang gilt das Fahrverbot. Doch schon vor den ersten Testfahrten der Saison unter der spanischen Sonne hören wir wieder die alljährlichen Versprechungen. Wir wollen…, wir müssen…, wir werden! Ein Beispiel gefällig? „Wenn unser Auto besser wird, werden wir sehr eindrucksvoll sein“, sagt Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Warum auch nicht, so funktioniert die Raserei schließlich: Die besten Rennautos gewinnen die Grand Prix, den anderen bleibt nicht mehr als die Statistenrolle.

Noch überwiegt bei Mercedes die Hoffnung, aber auch alle anderen Teams glauben sicher nicht daran, dass sie derzeit all ihre Energie in eine fahrende Schnecke stecken. Erfolge außer jenen als Motorenlieferant liegen bei Mercedes allerdings lange zurück. Rosberg war noch lange nicht geboren, als Juan Manuel Fangio im September 1955 zum bisher letzten Mal als Erster in einem Silberpfeil über die Ziellinie raste. Ach, du schöne alte Zeit!

Sutil und WIlliams?

Die Gegenwart allerdings ist gnadenlos, das spürt derzeit ein anderer Deutscher: Adrian Sutil. Bei Force India legen die Verantwortlichen keinen Wert mehr auf seine Dienste, obwohl der Siebenundzwanzigjährige in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison durchaus eindrucksvolle Leistungen gezeigt hat. Stattdessen rückt Nico Hülkenberg vom Ersatzmann zum Stammfahrer auf.

Doch aufgeben war noch nie die Sache von Sutil, und so wird sein Manager Manfred Zimmermann mit folgenden Sätzen zitiert: „Es gibt Optionen, nach wie vor in der Formel 1. Wo die Reise hingeht, können wir noch nicht sagen.“ Wir auch nicht. Wir können nur sagen, dass bei Williams noch zwei Plätzchen frei sind. Das Team mit so großer Tradition hat noch keinen Fahrer unter Vertrag, und nun soll auch noch der Hauptsponsor abgesprungen sein. Na dann: Viel Glück allerseits!

Diät für den Erfolg

Andere wollen es in diesem Jahr lieber selbst in die Hand nehmen, das bisschen Glück. Lewis Hamilton und Jenson Button (beide McLaren) haben deshalb während der Weihnachtstage ordentlich Verzicht geübt. „Ich sitze am Tisch und sehe, wie alle anderen die tollsten Pfannkuchen, Waffeln und Eier mit Speck essen. Das ist wie eine Strafe für mich“, sagt Hamilton. Das Fest der Liebe war für ihn also nichts anderes als seine letzten Kämpfe auf der Rennbahn. Auch dort hielten danach zumeist die Gegner die größten Pokale in den Himmel. Immerhin führte Hamilton souverän die Unfallstatistik an.

So richtig froh kann das neue Jahr wieder nur für einen werden. So sind die Spielregeln in der Formel 1. Im Kampf Mann gegen Mann. Zuletzt hieß der eine immer Sebastian Vettel (Red Bull). Kaum etwas, das der Vierundzwanzigjährige noch nicht gewonnen hat. In ein paar Monaten könnte er schon der jüngste Dreifach-Weltmeister der Formel 1 sein. Zumindest in einem Punkt reiht sich Vettel jedoch ein in die guten Wünsche seiner Kollegen. Wollen, müssen, werden – der Champion sagt: „Du musst dir einfach immer treu bleiben.“ Für seine Gegner kann das nichts Gutes bedeuten. Also dann: Auf ein Neues!

Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen jeden Mittwoch in ihrer Kolumne “Crashtest“ dem schnellsten Kreisverkehr der Welt auf den Formel-1-Rennstrecken und abseits der Boxengassen.

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1981, Sportredakteur.

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