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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Ein schmutziges Rennen

25.05.2011 ·  Die Heckflügel bleiben verstellbar, eine Sonntagsprozession ist in Monaco am Wochenende nicht zu erwarten. Ist das Risiko zu hoch? Dreckig geht es aus einem anderen Grund zu.

Von Michael Wittershagen
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Mut, Männer, Monaco - es ist ein Dreiklang mit Geschichte. Eine Faszination, ein Spektakel. „Rennfahren in Monaco ist wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer“, sagte der dreimalige Weltmeister Nelson Piquet einmal über die Hatz durch die Straßenschluchten an der Cote d'Azur. Etwas, das man eigentlich nicht macht. Manch einem ist das Risiko an diesem Wochenende zu hoch. 19 Fahrer baten beim Internationalen Automobil-Verband (Fia) um den Verzicht auf den verstellbaren Heckflügel in Monte Carlo, ein plötzlicher Strömungsabriss beinhalte dort unkalkulierbare Risiken. Im Tunnel darf das System deshalb nicht aktiviert werden, ansonsten bleibt es erlaubt. Ist der Leichtsinn zurück in der Formel 1?

Es ist die Aufgabe der Piloten, sich mit Höchstgeschwindigkeit im Kreis zu drehen. Und einige von ihnen können davon überhaupt nicht genug bekommen. Deshalb haben fünf Männer den Brief an die Fia erst gar nicht unterschrieben. Unter ihnen: Rekordweltmeister Michael Schumacher (Mercedes) und Lewis Hamilton (McLaren). „Wem der Einsatz des Flügels zu gefährlich ist, der muss ihn ja nicht einsetzen“, sagt der Engländer. Er jedenfalls verspricht sich einen Vorteil durch das System, schließlich ist das Überholen ohnehin schon schwer genug im Fürstentum. „Die Technik wurde eingeführt, um das Überholen zu erleichtern“, sagt Fia-Rennleiter Charlie Whiting. „Es wäre pervers, wenn wir auf einer Strecke darauf verzichten würden, auf der das Überholen am schwierigsten ist.“

Am schwierigsten. Und am gefährlichsten. Im vergangenen Jahr raste der Sieger Mark Webber mit durchschnittlich rund 160 Kilometern pro Stunde an den Leitplanken vorbei durch die Stadt. Auslaufzonen sind Mangelware. Genauso wie Restaurants, in denen es Speisen zum Normalpreis gibt. Die Unfallstatistik spricht seit jeher gegen Monaco, und trotzdem hat die Strecke im WM-Kalender überlebt, weil kaum ein anderes Rennen derart hohe Einschaltquoten bietet und die Reichen und Schönen anlockt. „Es ist schon paradox: Da bemühen wir uns um mehr Sicherheit“, sagte Michael Schumacher vor einem Jahr, „und dann fahren wir hier. Aber es macht Spaß.“

Allen Unwägbarkeiten zum Trotz. Denn in diesem Jahr könnte das Rennen zu einer schmutzigen Angelegenheit werden. „Soft“ und „Supersoft“ - das ist die Reifenmischung für den Grand Prix von Monaco. Wie lange die Pneus halten werden, weiß nicht einmal Hersteller Pirelli. Sicher ist nur, dass überall schwarze Gummireste auf dem Asphalt liegen und so die Bodenhaftung der Boliden noch erheblich reduzieren werden. „Da werden sich wohl Berge auftürmen“, sagt Jenson Button (McLaren). Eine der üblichen Prozessionsfahrten von Monaco wird dieses Rennen vermutlich nicht. Ob das Risiko aber zu groß ist, wird erst der Sonntag zeigen.

Crashtest - Die Formel-1-Kolumne bei FAZ.NET: Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen Woche für Woche dem schnellsten Kreisverkehr der Welt auf den Rennstrecken und abseits der Boxengassen.

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Jahrgang 1981, Sportredakteur.

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