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Balbir Singh im Gespräch „Fahr doch lieber wieder auf vier Rädern!“

02.08.2009 ·  Balbir Singh war bei Ferrari der Physiotherapeut von Michael Schumacher. Nun kehrt der siebenmalige Weltmeister zurück in die Formel 1. Im FAZ.NET-Interview spricht Singh über Fitness, Partys, Perfektionismus - und das gefährliche Motorradfahren.

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Balbir Singh war bei Ferrari jahrelang der Physiotherapeut von Michael Schumacher. Nun kehrt der siebenmalige Weltmeister zurück in die Formel 1. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung spricht Singh über Fitness, Partys und Perfektionismus.

Herr Singh, wir würden mit Ihnen gerne über Michael Schumacher sprechen.

Das wollen viele in diesen Tagen. Aus England, Italien, von überall haben die Leute mich angerufen. Ich weiß gar nicht, wer meine Telefonnummer in Umlauf gebracht hat.

Michael Schumacher: Dank sportlicher Fitness zum Comeback

Kaum einer kennt Schumacher besser als Sie, schließlich waren Sie zehn Jahre als Masseur und Physiotherapeut an seiner Seite. Was geht jetzt in seinem Kopf vor?

Er hat eine Entscheidung getroffen, und nun unternimmt er alles, damit er wieder Höchstleistungen bringen kann. Michael kennt nur ein Ziel: Er will fahren und gewinnen. Wer in die Vergangenheit schaut, der erlebt ihn nur als Perfektionisten, genauso verhält er sich auch jetzt.

Dabei haben Sie nach dem Motorradunfall von Schumacher gesagt, er solle besser aufhören, Rennen zu fahren. Warum hat er nicht auf Sie gehört?

Das hat er doch. Als ich ihn zu Beginn der Saison in Australien gesehen habe, sagte ich zu ihm: „Michael, das Motorradfahren ist so gefährlich, fahr doch lieber wieder auf vier Rädern.“ Darauf ist er groß geworden. Wir sind alle sehr erleichtert, dass er sich nun zu einer Rückkehr entschlossen hat. Auch ich habe Angst gehabt, wenn ich ihn manchmal so auf dem Motorrad sah. Er liegt mir einfach viel zu sehr am Herzen, wir sind Freunde.

Was haben Sie nach seinem Rücktritt am meisten vermisst?

Für die gesamte Formel 1 war das ein erheblicher Verlust. Michael fasziniert die Menschen. Als er nicht mehr da war, wurde das Interesse an der Formel 1 immer geringer. Nun sagt sogar der Kaiser, der Fußballkaiser Franz Beckenbauer, dass er die Rennen wieder schauen wird. Nicht nur ich habe ihn vermisst, jeder hat ihn vermisst.

Aber Ihnen müssen speziell die ausgelassenen Partys gefehlt haben?

Michael kann gut feiern, das ist wahr. Von Donnerstag bis Sonntag konzentriert er sich nur auf das Rennen. Danach ist die ganze Last von ihm abgefallen, da haben wir immer eine richtig schöne Zeit gehabt. Ich bin sehr dankbar, dass ich all das miterleben durfte.

Jetzt sind Sie bei Force India in der Formel 1 angestellt, dürfte Schumacher denn trotzdem noch einmal zu Ihnen kommen?

Ich bin da, wenn er mich braucht. Das ist gar keine Frage. Wenn meine Arbeit gelaufen ist, könnte ich ihn an den Abenden immer noch behandeln.

Machen Sie sich Sorgen um seine Fitness?

Überhaupt nicht. Michael ist körperlich und mental noch immer stärker als manch einer, der seit Jahren in der Formel 1 fährt. Auch wenn er vielleicht zehn Jahre älter ist. Das spielt keine Rolle.

Die Fragen stellte Michael Wittershagen.

Quelle: F.A.Z.
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