Rainer Schüttler fährt Achterbahn durch die Tennis-Saison. Dem Finale bei den Australian Open am Jahresanfang folgte das 0:5-Debakel im Daviscup in Argentinien, dem Halbfinale von Indian Wells das Zweitrunden-Aus in Miami. In Estoril reichte es gar nur zu einem Match, beim Masters in Monte Carlo scheiterte Schüttler am spanischen Qualifikanten Alberto Martin mit 2:6, 4:6.
Danach wollte er nur noch nach Hause: „Ich bin jetzt seit acht Wochen unterwegs. Es wird Zeit, mal wieder im eigenen Bett zu schlafen.“ Schüttler wird sich eine Woche zu Hause im schweizerischen Altstätten erholen und am Freitag nächster Woche in Ruhe seinen 27. Geburtstag feiern. Dann geht es weiter Schlag auf Schlag: München, Rom, Hamburg, World Team Cup in Düsseldorf, French Open in Paris.
„Um 100 Prozent verbessert“
Beim mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Masters-Turnier in Monte Carlo hatte Schüttler im vierten Anlauf erstmals die erste Runde überstanden. „Insofern habe ich mich um 100 Prozent verbessert“, meinte er sarkastisch und fügte ernst hinzu. „Ich bin schon sehr enttäuscht, schließlich ist Monte Carlo ein wichtiges Turnier.“ Und für den Zweiten der Jahresweltrangliste eine weitere verpasste Chance, Punkte auf den im Fürstentum fehlenden Andre Agassi gut zu machen.
Im Vergleich zum souveränen Auftritt gegen Fabrice Santoro am Montag war Schüttler gegen Martin nicht wiederzuerkennen. Die desaströse Vorstellung an der sonnigen Côte d'Azur verhagelte ihm die Geburtstags-Stimmung gewaltig. Nach 1:28 Stunden standen für Schüttler 40 leichte Fehler zu Buche.
Schüttler zu ungeduldig
Im ersten Satz gewann er nur ein Aufschlagspiel und nutzte nur eine von sechs Breakchancen. „Ich habe zu viele Fehler gemacht. Es war sehr windig, und Martin ist damit besser zurechtgekommen“, sagte Schüttler, der als einziger Deutscher im Hauptfeld stand, als Nummer 8 der Setzliste.
„Mein Problem war, dass ich nicht genug Geduld hatte. Ich wollte zu schnell den Punkt machen.“ Schüttler befand sich am Mittwoch in guter Gesellschaft. Mit James Blake (USA), David Nalbandian (Argentinien) und Gustavo Kuerten (Brasilien) verabschiedeten sich weitere gesetzte Spieler.
Weingärtner in Amelia Island erfolgreich
Kuerten hatte das Turnier in Monte Carlo 1999 und 2001 gewonnen. Gegen Magnus Norman gewann der Brasilianer den ersten Satz souverän mit 6:1, wurde vom Schweden dann aber regelrecht vorgeführt (7:5, 6:2). Mit 44 leichten Fehlern übertraf Kuerten sogar noch Schüttlers Quote.
Beim WTA-Turnier von Amelia Island setzte sich Marlene Weingärtner als Ersatzspielerin nach einem Auftaktfreilos mit 6:4, 5:7, 7:5 gegen die Italienerin Tathiana Garbin durch und trifft nun im Achtelfinale auf die Nummer zwei gesetzte frühere Weltranglistenerste Lindsay Davenport aus den USA.
In Budapest war für die Berlinerin Angelika Roesch bereits in der ersten Runde Endstation. Die Nummer 81 der Weltrangliste unterlag der an Position zwei gesetzten Estoril-Siegerin Magui Serna (Spanien) mit 4:6, 2:6 und teilt damit das Schicksal von Titelverteidigerin Martina Müller, die am Dienstag in der ersten Runde ausgeschieden war.