14.10.2006 · Belgien im Spätsommer 2000: Das Duell zwischen Mika Häkkinen und Schumacher treibt dem Höhepunkt entgegen. Es ist der dritte Versuch des Deutschen, dem Finnen zu entkommen.
Belgien im Spätsommer 2000: Das Duell zwischen Mika Häkkinen und Schumacher treibt dem Höhepunkt entgegen. Es ist der dritte Versuch des Deutschen, dem Finnen zu entkommen. 1998 vergab er die Chance beim Finale in Suzuka. Auf der Pole Position würgte Schumacher den Motor ab, mußte sich beim Neustart hinten anstellen, kämpfte sich zwar auf Rang drei vor, blieb dann aber liegen. Häkkinen triumphierte.
In der nächsten Saison fiel Schumacher im Sommer wegen einer Beinverletzung so lange aus, daß er den Mercedes-Mann nicht mehr einholen konnte. Das schmerzte mehr als der Beinbruch nach dem Crash in Silverstone. Jetzt aber mußte er vorbei, diesen lautlosen Vergleich zweier passionierter Piloten gewinnen. Es hat nie eine öffentliche Auseinandersetzung gegeben, nie einen Versuch, den Gegner abseits der Strecke auszubremsen. „Es war ein fairer Zweikampf“, erinnert sich Häkkinen.
„Die Zweikämpfe haben immer Spaß gemacht“
Und ein bisweilen spektakulärer: In Belgien lag der Ferrari wieder einmal vorne. Aber Häkkinen ließ nicht locker, drückte, drängte. Schumacher nutzte das ganze Repertoire der Verteidigungskunst. Nur an eines dachte er nicht. Daß Häkkinen den erschrockenen Nachzügler Riccardo Zonta rechts überholen würde, während er mit Tempo 310 links vorbeizog. Als Schumacher wieder einscherte, bog der McLaren schon vor ihm in die Kurve ein.
Schumacher zollte Respekt. Das fiel ihm leicht, weil er den Piloten Häkkinen, dessen unglaublichen Speed, schätzte: „Die Zweikämpfe haben mir immer Spaß gemacht.“ Obwohl sich beide 2000 mit zwei WM-Titeln auf Augenhöhe begegneten, schien Schumacher aber einen Schritt weiter zu sein. Häkkinen fuhr ein sehr gutes Auto. Schumacher aber lenkte nicht nur den Ferrari, er wirkte als unermüdlicher Antreiber in der Scuderia auch an der Entwicklung mit.
Nicht zuletzt deshalb fällt Schumacher beim Stichwort Suzuka das Rennen vor sechs Jahren ein. Er überholte Häkkinen dank einer brillanten Kombination von Fahrkunst und Strategie. Dieses Zusammenspiel bildete den Anfang der Sieges-Ära. Erstmals seit 21 Jahren gewann ein Ferrari-Fahrer wieder einen WM-Titel. In den nächsten vier Jahren folgten vier weitere. Häkkinen aber verlor die Lust, Ende 2001 stieg er aus. Jetzt will er Schumacher noch einmal wiedersehen: „Wenn wir nicht mehr gegeneinander fahren, dann sollten wir wenigstens fischen gehen.“