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Yvonne Buschbaum „Gefühlsmäßig im falschen Körper“

21.11.2007 ·  Die Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum hat ihre sportliche Karriere beendet. Die 27-Jährige begründete die Entscheidung mit ihrem „seelischen Ungleichgewicht“. „Ich fühle mich als Mann und muss im Körper einer Frau leben“, sagte Buschbaum.

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Mit einem ungewöhnlichen und mutigen Bekenntnis zu ihrer Transsexualität hat Stabhochspringerin Yvonne Buschbaum ihre sportliche Karriere beendet. „Seit vielen Jahren befinde ich mich gefühlsmäßig im falschen Körper“, erklärte die 27-Jährige vom TuS 1897 Saulheim. „Im Wesentlichen erfolgt meine Entscheidung aufgrund meines seelischen Ungleichgewichts.“

Auf ihrer Homepage (pole-it-buschbaum.de) kündigte die Europameisterschafts-Dritte von 1998 und 2002 an, sich einer Hormonbehandlung zu unterziehen. Auch ihren Vornamen will Buschbaum ändern, als Mann jedoch keine zweite Leichtathletik-Karriere starten.

Andauerndes Dilemma

„Wer mich kennt, erkennt einen klaren Makel. Ich fühle mich als Mann und muss mein Leben im Körper einer Frau leben“, beschrieb die mehrfache deutsche Meisterin mit der Bestleistung von 4,70 Meter ihr seit vielen Jahren andauerndes Dilemma. Sie führt sogar ihre zahlreichen Verletzungen darauf zurück. Nach insgesamt vier Operationen an beiden Füßen war Buschbaum nicht mehr richtig auf die Beine gekommen. „Die Jahre der Diskrepanz zwischen Schein und Sein haben ihre Spannungen hinterlassen und körperlich Ausdruck gefunden in Form meiner verletzten Achillessehnen. Eine chronische Verletzung ist immer die logische Konsequenz, dass es der Seele nicht gut geht.“

Sie möchte nicht länger verkannt werden, erklärte die in Ulm geborene Buschbaum, die beim VfB Stuttgart ihre Karriere startete und später für den ABC Ludwigshafen sprang. „Ich appelliere an das Verständnis und Einfühlvermögen eines gesunden, reinen und charakterstarken Menschenverstandes, meinen Schritt zu respektieren und keine falschen Schlüsse daraus zu ziehen. Ich gehe diesen öffentlichen Weg bewusst. Ich bin mir der Tatsache bewusst, das Transsexualität ein Randthema ist.“

„Die Welt des Sports ist klein“

Ausdrücklich verwies die Stabhochspringerin darauf, dass ihre Erfolge aus biologischer Sicht ihre natürliche Berechtigung haben: „Ich dope nicht“. Sie wolle ihren Fall nicht verglichen haben mit dem der früheren Kugelstoß-Europameisterin Heidi Krieger. Die hatte sich nach hohen Zugaben von männlichen Hormonen im Zuge des DDR-Dopings operieren lassen und lebt heute als Andreas Krieger.

Theoretisch könnte Buschbaum 2012 bei den Olympischen Spielen in London als Mann teilnehmen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) lässt seit 2004 transsexuelle Sportler zu. „Die Frage, bei den Männern zu starten, stellt sich mir nicht“, sagte sie jedoch. „Die Welt des Sports ist klein. Umso dankbarer bin ich dafür, dass mich Größeres erwartet.“

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