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Woods und Federer Zwei unter Par

27.03.2007 ·  Der beste Golfprofi und der beste Tennisspieler der Welt schwärmen füreinander. Tiger Woods und Roger Federer pflegen eine ausgeprägte Männerfreundschaft und eine gesunde Rivalität. Es geht um die Frage, wer als erster in seiner Sportart der Größte aller Zeiten wird.

Von Wolfgang Scheffler
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Wer sich mag, der neckt sich. Tiger Woods gratulierte Ende Januar per SMS mit der knappen Aussage „12 zu 10“ Roger Federer zu dessen Erfolg bei den Australian Open - eine Anspielung darauf, dass der 31-jährige Amerikaner bei den großen Titeln gegenüber dem sechs Jahre jüngeren Schweizer immer noch einen kleinen Vorsprung aufweist. Die beiden haben nämlich eine Wette laufen: Wer steht zuerst als Allergrößter in seiner Sportart da? Bricht Woods schneller den Titelrekord, 18 Majors, von Jack Nicklaus, oder überbietet Federer vor ihm die Marke von Pete Sampras mit 14 Grand-Slam-Titeln?

Was im Vorjahr bei den US Open als PR-Gag ihres gemeinsamen Sponsors Nike begann, als Woods bei Federers Sieg in dessen Loge saß und ihm danach in der Kabine gratulierte, hat sich mittlerweile zu einer Männerfreundschaft ausgewachsen, zumal beide die Sportart des anderen hobbymäßig pflegen. Wann immer möglich, schauen sie sich bei der Arbeit zu. In der vergangenen Woche gingen beide ihrem Job in Miami nach: Federer begleitete Woods am Mittwoch auf einer halben Trainingsrunde, Woods sah mit seiner schwangeren Frau Elin am Samstagabend Federer bei dessen erstem Match zu.

Ein Duell in Miami

Am Sonntag hat Woods den Kollegen in Zugzwang gebracht. Woods gewann in Miami zum dritten Mal nacheinander die CA Championship, eines der drei Einzelturniere der World Golf Championship. 24 Mal nahm Woods bisher an Turnieren dieser gemeinsam von den sechs großen Turnierserien ausgerichteten, ausschließlich der Elite vorbehaltenen Veranstaltungen teil. 13 beendete er als Sieger. Der beste Tennisspieler der Welt hat bis zu seinem dritten Erfolg beim Masters-Turnier - es wäre der 13. Triumph bei den neun jährlichen Spitzentreffen der ATP Tour - in dem nur knapp 25 Kilometer entfernten Key Biscayne noch ein Stück Arbeit vor sich.

„Roger ist der dominanteste Athlet der Welt“, sagt Woods. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er den Rekord von Sampras bricht.“ Federer dagegen schwärmt von seinem Bewunderer: „Ich bin ein ganz großer Fan von Tiger. Was er erreicht hat und sein Einfluss auf Golf sind einfach unglaublich. Er ist so charismatisch. Und so lange an der Spitze zu stehen, ist einfach unfassbar.“ Seit insgesamt 466 Wochen führt Woods die Weltrangliste an, Federer geht erst in die 166. Woche als Primus.

Folgt der „Roger-Slam“ auf den „Tiger-Slam“?

Vorteil Woods? Er hat jedes Major mindestens zweimal gewonnen, Federer fehlt in seiner Erfolgsbilanz noch ein Erfolg auf dem Sand der French Open. In zwei Monaten könnte der Maestro aus Basel durch einen Erfolg im Pariser Stade Roland Garros mit dem vierten Sieg in Folge bei einem der vier Traditionsturniere mit dem Golf-Superstar gleichziehen und nach dem „Tiger-Slam“ den „Roger-Slam“ kreieren. „Tiger hat es leichter. Er spielt immer nur auf Rasen, ich auf verschiedenen Böden“, sagt Federer schmunzelnd.

Man mag darüber streiten, was leichter fällt, große Siege im Tennis oder im Golf. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es im Weltsport zwei Superstars gibt, die eine freundschaftliche Rivalität verbindet - vielleicht auch deshalb, weil sie auf ihrem ureigenen sportlichen Betätigungsfeld keine ernsthaften Herausforderer mehr finden.

Quelle: F.A.Z., 27.03.2007, Nr. 73 / Seite 35
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Jahrgang 1948, Sportredakteur.

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