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WM in Berlin Beachvolleyballer drohen mit Streik

21.06.2005 ·  Die Spieler wollen mit ihrer Streikdrohung bei der Beachvolleyball-WM in Berlin eine Lösung des Dauerkonflikts mit dem Weltverband. Es geht um Geld, Gleichberechtigung und die Aufhebung von Knebelverträgen.

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Mit drei deutschen Siegen und einem handfesten Skandal haben die Beachvolleyball-Weltmeisterschaften unter der sengenden Sonne von Berlin begonnen.

Nach einer Streikdrohung starteten die im Clinch mit dem Volleyball-Weltverband FIVB liegenden Spielerinnen die mit einer Million Dollar dotierten Titelkämpfe erst in letzter Minute unter Vorbehalt. Die Beach-Männer erklärten sich am Tag vor ihren ersten Spielen solidarisch, so daß die planmäßige Fortsetzung des „größten Volleyball-Festes aller Zeiten“ (Verbandschef Werner von Moltke) unsicher ist.

„Die FIVB muß sich bewegen, ansonsten droht Boykott“

Die Spieler fordern eine Lösung des seit Jahren schwelenden Konflikts über Geld, fordern Gleichberechtigung und die Aufhebung der Knebelverträge. Spielervertreterin Nathalie Cook (Australien), Olympiasiegerin von 2000, erklärte: „Außerdem wollen wir eine Gewerkschaft gründen können.“ Die deutsche Topspielerin Susanne Lahme meinte: „Die FIVB muß sich bewegen, ansonsten droht ein Boykott. Natürlich wäre das schade, denn es geht um den Sport und alle wollen gern spielen.“

Die viermalige Olympiateilnehmerin steckte den Stress mit ihrer Partnerin Danja Müsch (beide Berlin) gut weg und siegte nach einem Freilos in Runde 1 2:0 (21:14, 21:14) gegen die Mexikanerinnen Gaxiola/Garcia. „Pflichtaufgabe erfüllt. Die Stimmung war richtig geil“, meinte Müsch zu den idealen Bedingungen auf dem Schloßplatz im Herzen der Hauptstadt.

„Wir sitzen hier am längeren Hebel“

Auf dem Weg zur ersten deutschen Medaille bei einer Beach-WM schafften bei 32 Grad die Hamburgerinnen Stephanie Pohl/Okka Rau (2:0 gegen die Japanerinnen Tokuno/Teru Saiki) und die deutschen Meisterinnen Rieke Brink-Abeler/Hella Jurich aus Münster (2:1 gegen die Italienerinnen Bruschini/Lunardi) auch den Einzug in Runde drei. Die drei anderen deutschen Teams, Sara Goller/Laura Ludwig (Kiel/Leverkusen), Ines Pianka/Jana Vollmer (Hamm/Rottenburg) und Helke Claasen/Anja Röder (Berlin), mußten nach Niederlagen in Runde 1 ihre Chance über die Verliererunde suchen.

„Platz neun wäre gut, Platz sieben super, eine WM-Medaille unfaßbar gut. Aber vielleicht kommt es ja gar nicht zu einem Finale“, kommentierte Stephanie Pohl treffend: „Wir sitzen hier am längeren Hebel, deshalb muß die FIVB uns entgegenkommen.“ Statt des Trendsports bei heißer Diskomusik war nämlich der drohende Spielerstreik das Hauptthema im weichen Sand. Nach einem Putsch am Montag abend verhandelte Nathalie Cook am Dienstag mit dem eigens vorzeitig eingeflogenen Beach-Chef Angelo Squeo von der FIVB.

FIVB verspricht: „Es wird eine große WM in Berlin“

Am Mittwoch gibt es ein Krisentreffen mit dem heftig unter Beschuß stehenden FIVB-Präsidenten Ruben Acosta, danach wollen die Spielerinnen die endgültige Entscheidung über einen Boykott treffen. Die Männer haben sie dabei mit im Boot. „Wenn Grundrechte verletzt werden, muß man vielleicht auch mal den harten Weg gehen und streiken. Wir Männer waren in den Verhandlungen mit der FIVB bislang immer engagierter als die Frauen und wenn die schon so weit sind, unterstützen wir sie natürlich“, sagte der deutsche Topspieler Andreas Scheuerpflug. Der australische FIVB-Turnierchef Peter Hreszczuk verspricht eine Lösung: „Es wird
keinen Streik geben. Es wird eine große WM in Berlin.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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