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Wladimir Klitschko Mission erfüllt, Hand gebrochen, Albtraum beendet

08.07.2007 ·  Wladimir Klitschko bleibt Box-Weltmeister. Der Ukrainer verteidigte trotz Verletzung seinen Titel gegen den Amerikaner Brewster durch K.o. in der siebten Runde. Der 31-Jährige nahm damit Revanche für die Niederlage vor drei Jahren - und will noch viel mehr.

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Diesmal brauchte Wladimir Klitschko weder das FBI noch einen Lügendetektor. In der Neuauflage des Kampfes gegen den Amerikaner Lamon Brewster reichte dem Box-Weltmeister aus der Ukraine seine linke Führhand, um Samstagnacht in Köln schon nach sechs Runden als gefeierter Sieger den Ring zu verlassen.

Drei Jahre und drei Monate nach dem K.o. von Las Vegas ist der 31-jährige Klitschko wieder mit sich im Reinen. „Vor drei Jahren hatte ich tiefe Kratzer auf meinem Image. Das hat wehgetan. Ich habe drei Jahre von diesem Kampf geträumt“, gestand der Champion der International Boxing Federation (IBF). Nach der Niederlage 2004 hatte er Sabotage gewittert und die amerikanische Bundespolizei FBI eingeschaltet. Seither war sein Ruf arg ramponiert. Die Revanche ließ nun keine Fragen offen.

„Wir wollten nicht sein Leben aufs Spiel setzen“

Nach sechs Runden konnte Brewster-Trainer Buddy McGirt nicht mehr ansehen, wie sein Schützling verprügelt wurde und beendete das einseitige Gefecht. „Buddy hat zu mir gesagt: 'Wenn du noch weitere Kämpfe machen willst, sollten wir jetzt aufhören'“, berichtete der 34-jährige Brewster und sein Trainer ergänzte: „Wir wollten vermeiden, dass Lamon einen Knockout kassiert. Er hatte schon zu viele Schläge einstecken müssen. Wir wollten nicht sein Leben aufs Spiel setzen.“

Die 19.500 Zuschauer in der ausverkauften Kölnarena quittierten das plötzliche Ende zwar mit Pfiffen, feierten aber Klitschko. Seine Trefferquote mit dem linken Jab soll laut den zahlreich eingeflogenen Experten des amerikanischen Bezahlsenders HBO gar Rekord bedeuten. Auch „Gentleman“ Henry Maske war zufrieden: „Wladimir hat in seiner Entwicklung einen Sprung gemacht. Wir werden noch viel Freude an ihm haben.“

Klitschko bewies in Köln echtes Kämpferherz. Wie am Sonntag bekannt wurde, zog er sich bereits in der Anfangsphase des Kampfes eine Verletzung an der linken Hand zu. Er setzte den Kampf unter Schmerzen fort, bis er seinen Gegner bezwungen hatte. Am Sonntagvormittag trat er zu Interviews mit eingegipster Hand an. Er selbst beschwichtigte zwar, wies aber darauf hin, dass er drei bis vier Wochen Regeneration bräuchte. Dies würde jedoch den nächsten Kampf nicht beeinflussen.

„Das war nicht Boxen, das war Schach“

Wladimir Klitschkos älterer Bruder Vitali meinte erleichtert: „Heute hat er gezeigt, was er kann. Das war nicht Boxen, das war Schach. In Amerika ist er jetzt wieder anerkannt.“ Triumphierend präsentierte der jüngere Klitschko eine Visitenkarte von Brewster, die ihm dieser nach dem ersten Kampf 2004 durch seinen Manager überreichen ließ. Die Geste hatte der Zwei-Meter-Hüne, der in jenem Kampf einen mysteriösen Kräfteeinbruch erlebte und in Runde fünf durch Knockout verlor, als tiefe Demütigung aufgefasst. „Die Karte habe ich drei Jahre in meinem Portemonnaie aufbewahrt.

Nach dem Kampf heute bin ich zu ihm in die Kabine und habe sie von ihm unterschreiben lassen.“ Für Klitschko heißt die Signierung: Misson erfüllt. Brewster meinte kleinlaut: „Im Moment kann ich niemanden sehen, der Wladimir schlagen kann. Ich dachte eigentlich, ich wäre der Einzige auf der Welt, der das schaffen kann.“

„Ich bin noch nicht dort, wo ich sein will“

Der strahlende Klitschko hatte noch reichlich Luft, um seinem Trainer Emanuel Steward wenige Minuten nach Mitternacht ein „Happy Birthday“-Ständchen zu seinem 63. Geburtstag zu singen. Der Amerikaner war mit dem Präsent seines Schützlings zufrieden. „Das war ein sehr intelligenter Kampf von Wladimir“, sagte der Jubilar, der sich auf weitere Zahltage freuen darf. „Ich glaube, ich steige jetzt in meine beste Zeit ein“, verkündete Klitschko. „Ich bin noch nicht dort angekommen, wo ich sein will.“ Als nächstes strebt der promovierte Sportwissenschaftler ein Duell mit einem anderen Weltmeister an. Deshalb ist es ihm recht, dass sich WBA-Champion Ruslan Tschagajew (Usbekistan) und WBO-Weltmeister Sultan Ibragimow (Russland) im Oktober gegenseitig eliminieren.

„Ich hoffe, dass ich gegen den Sieger antreten kann. Dann wird die Schwergewichtsszene bereinigt“, meinte Klitschko und bekannte: „Ich möchte so viele Titel wie einst Lennox Lewis haben.“ Der Brite besaß drei Gürtel der großen Verbände (WBC, IBF, WBO). Allerdings will Lewis, der als Co-Kommentator für HBO am Ring saß, Klitschko noch nicht als ebenbürtig akzeptieren. „Er ist eine Macht im Schwergewicht. Aber er hat noch nicht den Gegner gehabt, der alles aus ihm herausholt.“

Quelle: @mah; FAZ.NET mit Material von dpa
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