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Windsurfen Vor und auf Sylt ist Björn der Star

03.10.2005 ·  Das Weltcup-Finale im Windsurfen auf Sylt war ein Erfolg. Nicht zuletzt dank Björn Dunkerbeck, der als erster Surfer überhaupt zum 34. mal einen Weltmeistertitel holte.

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Stoisch geht der Blick hinaus auf die wogende Nordsee, auf die grünlich-blauen Wellen, die vom kräftigen Wind an den Brandenburger Strand geworfen werden. Regentropfen fallen vom grauen Sylter Herbsthimmel, an dem vereinzelt Lenkdrachen surrend ihre Kreise ziehen.

Die Fahnen der Sponsoren knattern im Wind, in der salzig schmeckenden Luft hält sich hartnäckig der ölige Geruch fritierter Scampi aus dem großen Festzelt. Einheimische und Urlaubsgäste, die sich in einer langen, schützenden Reihe in Windrichtung aufgestellt haben, stört das alles nicht. Sie folgen mit ihren Augen gebannt dem Weg von vierzehn Segeln, die auf der rauhen See hin und her zappeln.

Sie sind stolz, die Nordfriesen, die nur wenige Meter von der tosenden Brandung entfernt stehen. Immer wieder hatte in den vergangenen Jahren ein nur laues Lüftchen dazu geführt, daß der sportliche Höhepunkt des Jahres auf der Insel Sylt, der dieses Mal mit einem Gesamtpreisgeld von 105.000 Euro dotierte Surf-Weltcup, zu einer herben Enttäuschung für alle Beteiligten wurde. 2000 fiel der Wettkampf komplett ins stille Wasser, und im vergangenen Jahr gab es lediglich bei den Männern in der Disziplin Racing einen Sieger.

Neuer Besucherrekord

Diesmal, beim WM-Finale, lief es besser. Zur Freude der Zuschauer am Brandenburger Strand stieß auch Bernd Flessner, zehnfacher deutscher Meister im Windsurfen, dank guter Leistungen im Slalom 42 in die weltweite Top ten dieser noch jungen Disziplin vor.

„Meine Erfahrung, mein Wille und das verstärkte Fitnesstraining haben mir bei den schwierigen Bedingungen hier sehr geholfen. Daß es so gut laufen würde, hat mich selbst überrascht“, sagte Flessner, der in zwölf Läufen elfmal ins Finale kam.

Normalerweise nimmt der 36 Jahre alte Niedersachse nur noch am Deutschen Windsurfing-Cup (DWC) teil. Einmal pro Jahr jedoch startet er auch im Weltcup - vor Sylt, vor allem wegen des immensen Zuschauerzuspruchs. In diesem Jahr sei mit annähernd 170.000 Besuchern eine neue Rekordmarke aufgestellt worden, berichteten die Veranstalter.

Über 100 Titel - und trotzdem keine Starallüren

Bernd Flessner ist der eine, dem die Sympathien des Publikums gelten, der andere ist Björn Dunkerbeck. Der Superstar des Windsurfens auf Sylt, den sie einfach beim Vornamen oder „Dunki“ nennen, ist längst einer der ihren geworden. Mit neunzehn Jahren ging er das erste Mal in Westerland an den Start, mittlerweile ist er 36.

In so manchem Restaurant und Bistro der Insel lassen sich an den Wänden Autogramme mit persönlicher Widmung des Niederländers finden, der im dänischen Ribe geboren wurde und für Spanien an den Start geht. Auf dem Segel seines Surfbretts prangt die schon legendär gewordene „E-11“.

Sie mögen ihren „Björn“, der trotz - bis zu diesem Wochenende - 102 nationaler und internationaler Titel keinerlei Starallüren hat, der angenehm unkompliziert auftritt. Aus diesem Grund auch unterstützten sie mit ihrem Applaus Dunkerbeck bei seinem Vorhaben, den 34. Weltmeister-Titel zu gewinnen. Es war von Erfolg gekrönt.

Kein Raum für Fehler

Im Herbst seiner Karriere wurde Dunkerbeck erster Weltmeister im Slalom 42, der erst im Laufe dieser Saison eingeführten Disziplin. Ihr Vorteil liegt darin, daß die Rennen direkt vor den Augen der Zuschauer stattfinden. Selbst bei leichtesten Winden (mindestens sieben Knoten) können sie ausgetragen werden. Slalom 42 trat an die Stelle der Disziplinen Slalom und Racing.

Eine geringere Bedeutung als die anderen 33 WM-Titel habe der aktuelle Erfolg für ihn nicht, sagte Dunkerbeck. „Es gibt genügend Meisterschaften mit nur einem Rennen, da gibt es keinen Raum für Fehler. Vielleicht ist es sogar schwieriger, eine WM zu gewinnen, die nur aus zwei Läufen besteht.„

Kurz hält er inne und ergänzt dann: „Der Glücksfaktor wird aber sicher minimiert, wenn es sieben oder acht Rennen gibt.“ Bescheiden klingt das. Auch dafür mögen sie ihn auf Sylt.

Quelle: gör., F.A.Z., 04.10.2005
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