Maria Scharapowa sorgt beim traditionsbewussten Tennisturnier in Wimbledon mit exzentrischem Outfit wieder einmal für Aufregung. Bei ihrem Achtelfinaleinzug gegen Ai Sugiyama aus Japan interessierten sich die Zuschauer weniger für die Aufschläge und Returns als vielmehr für das neue Kleid der 20 Jahre alten russischen Schönheit.
Ganz in Weiß, wie es das Regelwerk vorschreibt, aber mit kleinen „Flügeln“ auf dem Rücken und Rüschen am Saum präsentiert sich die Wimbledon-Siegerin von 2004. „Fliegender Schwan“, hatte der „Evening Standard“ nach dem ersten Auftritt der US-Open-Siegerin geschrieben. „Marilyn Monroe im Tenniskleid“ oder „Ballerina aus Schwanensee“ titelten andere Blätter.
Seelenverwandtschaft mit Schwänen?
Und in der Pressekonferenz nach ihrem Sieg gegen Chan Yung-Jan aus Taiwan wurden 24 Fragen gestellt - genau ein Drittel drehte sich um das Kleid der Nummer zwei der Tennis-Welt. Ein Auszug bei FAZ.NET:
„Sie sehen wirklich wie ein Schwan aus in diesem Kleid“
„Danke. Ich bin froh, dass Sie das erkannt haben. Ich hoffe, alle anderen auch.“
„Identifizieren Sie sich mit Schwänen?“
„Wieso?“
„Weil Sie ein Kleid tragen, das von einem Schwan inspiriert scheint.“
„Das ist es. Ja.“
„Fühlen Sie eine Art Seelenverwandtschaft mit Schwänen?“
„Ich glaube nicht, dass die Idee des Kleides darauf zurückgeht. Zunächst hatte es auch nicht so viele Falten auf dem Rücken. Eigentlich sollte das Kleid ganz anders aussehen, mit weniger Plissee-Falten. Aber jetzt sehe ich darin wirklich wie ein Schwan aus. Auf einem Kleiderbügel sieht es allerdings nicht so 'schwanisch' aus wie an mir.“
Mal brombeerrot, mal wie Audrey Hepburn
Ob schwanisch oder nicht - zu ihren Lieblingskleidern zählt die Wimbledon-Kollektion 2007 ohnehin nicht, wie der Darling dem Boulevard verriet. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass die bestbezahlte Sportlerin des Planeten mit ihren Outfits für Schlagzeilen sorgt. So wählte sie im vergangenen Jahr für die Weltmeisterschaft in Madrid ihr Kleid passend zum Bodenbelag in brombeerrot. Und der US-Open-Sieg 2006 glückte Scharapowa in einem schwarzen Kostüm, das sie als Hommage an Audrey Hepburn anfertigen ließ. „Vielleicht ist das mein Lieblingskleid“, sagte sie jetzt. „Es stand mir gut, ich habe in ihm gewonnen, und es war sehr schön. Die ganze Idee dahinter, Breakfast at Tiffany's und so, es war perfekt.“
Dass ihr Schwanenkostüm künftig nicht in der Reihe der perfekten Kleidungsstücke im Schrank hängen wird, war spätestens klar, als einer der Journalisten warnend erwähnte, dass der All England Club einen Falken beschäftigt, der jeden Morgen Jagd auf unerwünschtes Federvieh auf der Anlage macht. Schlagfertig erwiderte Scharapowa: „Ich sollte diese Falten auf dem Rücken abschneiden.“
schwanisch
FRANK WEBER (fraroma)
- 03.07.2007, 01:05 Uhr