Home
http://www.faz.net/-gtl-7aesd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Wimbledon kompakt Murray schlägt Becker, Petkovic siegt

Rafael Nadal ist zum Auftakt des Tennisturniers in Wimbledon völlig überraschend in der ersten Runde gescheitert. Der Spanier verlor in drei Sätzen gegen den Belgier Steve Darcis.

© REUTERS

Paukenschlag beim berühmtesten Tennisturnier der Welt: Rafael Nadal ist völlig überraschend erstmals in seiner Karriere in der ersten Runde eines Grand-Slam-Turniers gescheitert. Der 27 Jahre alte Spanier verlor am Montag beim Rasenklassiker in Wimbledon gegen Steve Darcis 6:7 (4:7), 6:7 (8:10), 4:6. Der 29 Jahre alte Belgier ist die Nummer 135 der Tennis-Welt, Nadal wird nach seiner langen Verletzungspause aktuell an Position fünf geführt.

Seit seinem Comeback Anfang des Jahres hat der Linkshänder aus Mallorca allerdings sieben Turniersiege gefeiert, darunter zuletzt bei den French Open in Paris. All die Debatten um die Setzliste und ein mögliches Duell mit Titelverteidiger Roger Federer schon im Viertelfinale sind nun schon nach dem ersten Turniertag obsolet.

Eine der größten Überraschungen der Historie

Der Belgier mit dem Spitznamen „Hai“ sorgte auf dem Heiligen Rasen für eine der größten Überraschungen der jüngeren Tennis-Historie. Nach knapp drei Stunden verwandelte er auf Court 1 mit einem Ass seinen ersten Matchball. Während der angeschlagen wirkende Nadal enttäuscht seine weiße Jacke überstreifte, applaudierten die Zuschauer Darcis mit einer Mischung aus Entsetzen und Bewunderung. „Das ist ein großartiger Sieg für mich, Rafa hat bestimmt nicht sein bestes Tennis gespielt“, sagte Darcis unmittelbar nach dem Match.

24906785 © AFP Vergrößern Der Belgier Steve Darcis warf sich ordentlich ins Zeug...

Dadurch gerieten am denkwürdigen Eröffnungstag der All England Championships die erfreulichen Ergebnisse aus deutscher Sicht zur Randnotiz. Die Qualifikanten Dustin Brown und Julian Reister zogen überraschend in die zweite Runde ein.

Brown und Reister weiter

Brown setzte sich 6:3, 6:3, 6:3 gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez durch und trifft nun auf den Schweizer Stanislas Wawrinka oder Lleyton Hewitt aus Australien. Reister hatte zuvor unter den Augen einer Handvoll deutscher Fans mit schwarz-rot-goldenem Hut und HSV-Fahne gegen den Tschechen Lukas Rosol, Nadal-Bezwinger des Vorjahres, 6:3, 4:6, 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4 gewonnen. Der 27-Jährige aus Reinbek spielt jetzt gegen den Österreicher Jürgen Melzer. Ausgeschieden sind dagegen Tatjana Maria aus Bad Saulgau und der Ditzinger Bastian Knittel.

Steve Darcis of Belgium celebrates after defeating Rafael Nadal of Spain in their men's singles tennis match at the Wimbledon Tennis Championships, in London © REUTERS Vergrößern ... und konnte es am Ende kaum fassen.

Im Gegensatz zu seinem Dauerrivalen Nadal hielt sich Federer schadlos. Tommy Haas hatte die Trainingseinheit mit dem Franzosen Richard Gasquet gerade beendet, als sein Kumpel den Rasenklassiker eröffnete. Nur 69 Minuten später durfte auch der 31 Jahre alte Schweizer seinen ersten Arbeitstag ohne allzugroße Anstrengung beschließen. Mit einem 6:3, 6:2, 6:0 gegen den Rumänen Victor Hanescu zog der siebenmalige Wimbledon-Champion in die zweite Runde ein. Dort wartet nun der Ukrainer Sergej Stachowski.

Federer: „Es war eine großartige erste Runde“

„Ich bin sehr glücklich, es war eine großartige erste Runde. Es war zwar ziemlich kalt, aber viel besser hätte es nicht laufen können“, sagte Federer nach dem ungleichen Match gegen den gleichaltrigen Kontrahenten. „Halle kam zur rechten Zeit“, sagte er im Rückblick auf seinen Turniersieg in Westfalen vor einer Woche.

Auch die Damen-Konkurrenz erlebte eine - wenngleich wesentlich weniger bemerkenswerte - Überraschung. Die an Nummer fünf gesetzte Italienerin Sara Errani schied nach einem 3:6, 2:6 gegen Monica Puig aus Puerto Rico aus. Victoria Asarenka (Weißrussland) dagegen kam nach einem 6:1, 6:2 gegen die Portugiesin Maria Joao Koehler weiter.

Mehr zum Thema

Eine Erstrunden-Niederlage vermeiden wollen unbedingt die deutschen Spieler, die an diesem Dienstag erstmals den Heiligen Rasen betreten. Neben Haas spielen unter anderem auch Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Julia Görges, Annika Beck und Mona Barthel am deutschen Dienstag in Wimbledon - insgesamt sind dann zwölf deutsche Profis im Einsatz.

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tennis Barthel verliert Finale von Båstad

Titelverteidigung verpasst: Mona Barthel unterliegt im Endspiel des Tennisturniers in Båstad der Schwedin Larsson in zwei Sätzen. Dennoch endet für die Norddeutsche eine Negativserie. Mehr

19.07.2015, 16:21 Uhr | Sport
Sambódromo in Rio de Janeiro Tennisstars Nadal und Ferrer tanzen beim Karneval

Die Tennisstars Rafael Nadal und David Ferrer haben beim Karnevalsumzug im Sambódromo in Rio de Janeiro das Tanzbein geschwungen. Am Abschlusstag dreht sich aber alles um die Sambaschulen. Mehr

17.02.2015, 11:55 Uhr | Gesellschaft
British Open Chancengleichheit? Von wegen!

Kampf gegen Wind und Wasser: Die Kapriolen des schottischen Sommers bringen den Zeitplan und das Ranking der British Open ziemlich durcheinander. Auch am Samstag stürmt es schon wieder. Mehr Von Wolfgang Scheffler, St. Andrews

18.07.2015, 13:09 Uhr | Sport
Wahlen in Frankreich Sarkozys Konservative bei Regionalwahlen vorn

Die konservative UMP von Ex-Präsident Sarkozy hat überraschend die erste Runde der französischen Regionalwahlen gewonnen. Mehr

23.03.2015, 11:14 Uhr | Politik
Spürhunde am Zoll Die Supernasen

Sie finden Drogen, Krokodilleder oder Bargeld: Die Spürhunde vom Zoll, die am Frankfurter Flughafen arbeiten, sind effizienter als jedes Röntgengerät. Und sie geben viele Rätsel auf. Mehr Von Helene Bubrowski

20.07.2015, 11:41 Uhr | Gesellschaft

Veröffentlicht: 24.06.2013, 19:48 Uhr

Olympia, eiskalt serviert

Von Christoph Becker

Binnen 14 Jahren wird Peking zum zweiten Mal Gastgeber von Olympischen Spielen. Das ist schlimm. In den wesentlichen Punkten zivilisierter Gesellschaften hat sich China keinen Deut verbessert. Mehr 16 14