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Wimbledon Kerber siegt im deutsch-deutschen Duell

 ·  Angelique Kerber spielt stark auf, Sabine Lisicki zieht den Kürzeren: Das deutsche Wimbledon-Duell geht mit einem Sieg für die Kielerin zu Ende. Nun steht Kerber zum ersten Mal in ihrer Karriere im Wimbledon-Halbfinale.

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© dapd Angelique Kerber hat das deutsch-deutsche Duell für sich entschieden

In rund drei Wochen beginnen in London die Olympischen Sommerspiele, und aus Gegnerinnen werden dann plötzlich Partnerinnen. Sabine Lisicki und Angelique Kerber sollen beim olympischen Turnier nämlich zusammen im Doppel antreten – auch wenn darauf im Viertelfinale des aktuellen Wimbledon-Turniers nichts hindeutete. Zwei Stunden und 29 Minuten kämpften die beiden Deutschen in einer Partie, die gleich mehrere Wendungen nahm, um den Einzug ins Halbfinale – und wie sehr am Ende Sabine Lisicki die 3:6- 7:6- und 5:7-Niederlage traf, machte die mehr als unterkühlte Gratulation am Netz deutlich. Angelique Kerber wird es egal gewesen sein – sie steht nach den US Open im vergangenen Jahr zum zweiten Mal im Semifinale eines Grand-Slam-Turniers und wird dort am Donnerstag auf die Siegerin des Viertelfinales zwischen der Polin Agnieszka Radwanska und der Russin Maria Kirilenko treffen – die Partie wurde am Dienstagabend beim Stand von 7:5, 4:6, 4:4 wegen Regens und einbrechender Dunkelheit vertagt. „Ich bin so froh, dieses unglaubliche Match gewonnen zu haben“, sagte Angelique Kerber. „Sabine hat unglaublich gespielt, ich bin so glücklich, hier erstmals im Semifinale zu stehen.“

Nach 1:14 Stunden Spielzeit schien es schon so, als sei dieses Viertelfinale in ein paar Momenten beendet. Angelique Kerber hatte sich beim Stand von 6:3 und 5:4 zwei Matchbälle erspielt. Die bis dahin wesentlich sicherere Spielerin steuerte auf einen souveränen Zweisatzsieg zu, aber in der Stunde der Not bewies Sabine Lisicki eindrucksvoll, was sie immer gerne von sich behauptet. Sie ist tatsächlich eine Kämpferin, die erst aufgibt, wenn der letzte Ball gespielt ist – und in dieser Partie war der letzte Ball zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht gespielt. Angelique Kerber vergab diese Matchbälle nicht, Sabine Lisicki wehrte sie souverän ab und ließ ihrer Gegnerin dabei keine Chance. Das wiederholte sich im Tiebreak noch einmal – auch beim dritten Matchball gegen sich wackelte Sabine Lisicki keinen Moment. Ein paar Ballwechsel später hatte sie tatsächlich den Satzausgleich geschafft.

Solche Kämpfernaturen lieben sie in Wimbledon, fortan hatte die Halbfinalistin 2011 die Mehrzahl der Zuschauer auf ihrer Seite. Im dritten Satz lag Sabine Lisicki 5:3 in Führung, doch die Kielerin schaffte das Rebreak und hatte danach Glück, als sie im nächsten Aufschlagspiel beim Stand von 0:15 eine Schiedsrichterentscheidung überprüfen ließ und der Ball tatsächlich so eben noch die Linie berührt hatte.

74 Minuten hatte Angelique Kerber bis zu ihren ersten beiden Matchbällen gebraucht, 74 Minuten später gab es dann die Gelegenheiten vier, fünf und sechs. Den ersten wehrte Sabine Lisicki noch auf bewährte Weise ab, beim nächsten Matchball flog ihre Rückhand ins Aus. „Daraus werde ich lernen“, sagte Sabine Lisicki. „Ich komme immer stärker heraus aus solchen Matches.“

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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