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Wimbledon : Jubiläumssieg von Haas

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Ungefährdet in die zweite Runde: Tommy Haas Bild: AP

Mit seinem 100. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier zieht Tommy Haas in die zweite Runde von Wimbledon ein. Bitter verläuft der Tag dagegen für Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner.

          Nach seinem lockeren Jubiläumssieg in Wimbledon schaute sich Tommy Haas erst einmal Bilder aus der Vergangenheit an. Als der 35 Jahre alte Tennis-Oldie am Dienstag mit seinem 100. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier den Zweitrunden-Einzug vollbracht hatte und auf die Journalisten wartete, ließ er seinen Blick über ein paar Fotos an der Wand des kleinen Interviewraums Nummer 2 wandern. Mit einer Flasche Wasser in der Hand wartete Haas geduldig und beantworte anschließend wieder einmal Fragen zu seinem Alter, seiner wundersamen Karriere und sogar möglichen Titelambitionen.

          „Das wusste ich gar nicht, aber ich bin froh, dass ich das erreicht habe“, sagte Haas, als er auf die Zahl 100 angesprochen wurde. Passenderweise hat der Comeback-König im Herren-Tennis genau hier an dieser Stelle auch seinen ersten Sieg bei einem der vier wichtigsten Turniere gewonnen. Vor 16 Jahren war das, im Juni 1997 ein 6:2, 6:1, 6:2 gegen den Norweger Christian Ruud.

          Nicht ganz so klar leuchtete an diesem sonnigen Nachmittag im Londoner Südwesten das Ergebnis von der elektronischen Anzeigetafel. Aber auch der 6:3, 7:5, 7:5-Erfolg in ziemlich genau zwei Stunden gegen den Russen Dmitri Tursunow war nie gefährdet. Mit einem
          eleganten Rückhand-Schlag vollendete Haas sein Werk und feierte mit einem langgezogenen „Jaaaaa“ und einer kurzen Jubel-Geste mit der Becker-Faust seinen vielversprechenden Auftritt mit 17 Assen.

          Er gewann zwei Sätze, und gab im fünften auf: Philipp Kohlschreiber

          Nun trifft Haas auf Jimmy Wang aus Taiwan. Dass die früheren Wimbledon-Sieger Steffi Graf und Michael Stich ihm sogar den großen Triumph auf dem Heiligen Grün zutrauen, verbuchte Haas mit einem freundlichen Lächeln. „Es ist schön, so etwas von Landsleuten zu hören“, sagte der gebürtige Hamburger - wohlwissend, dass im Achtelfinale der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic warten würde.

          Der Serbe hatte bei seinem ersten Auftritt keine Mühe mit Florian Mayer und gewann 6:3, 7:5, 6:4. Auch für die Davis-Cup-Kollegen Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner verlief der Tag bitter. Kohlschreiber gab gegen den Kroaten Ivan Dodig beim Stand von 6:4,
          7:6 (8:6), 6:7 (3:7), 3:6, 1:2 aus seiner Sicht geschwächt von einer Erkältung auf. „Das ist saubitter und ärgerlich, aber ich bin saft- und kraftlos“, sagte der 29 Jahre alte Augsburger. Petzschner verlor gegen den Polen Michal Przysiezny 3:6, 6:7 (6:8), 0:6.

          Auch für Julia Görges und Carina Witthöft war der erste Arbeitstag schon der letzte. Görges unterlag der Kolumbianerin Mariana Duque-Marina 4:6, 7:6 (7:3), 5:7. Die 18 Jahre alte Witthöft war bei ihrem Grand-Slam-Debüt gegen die 42 Jahre alte Japanerin Kimiko Date-Krumm chancenlos und verlor in nur 44 Minuten 0:6, 2:6.

          Zu Stark: Kimiko Date-Krumm lässt Carina Witthöft keine Chance

          Erfreulicher lief es aus deutscher Sicht für Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Annika Beck, Mona Barthel, Daniel Brands und Jan-Lennard Struff. Die an Nummer sieben gesetzte Kerber siegte 6:3, 6:4 gegen die US-Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands. Lisicki ließ der
          Italienerin Francesca Schiavone beim 6:1, 6:2 keine Chance, Beck kam zu einem 6:3, 6:2 gegen die Russin Nina Brattschikowa. Barthel setzte sich gegen die Rumänin Monica Niculescu 6:3, 4:6, 7:5 durch.

          Im letzten Spiel mit deutscher Beteiligung gewann schließlich Daniel Brands (Deggendorf) gegen den Spanier Daniel Gimeno-Traver 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:7 (5:7), 6:1, 6:4. Der Warsteiner Qualifikant Struff schlug den Slowenen Blaz Kavcic 6:4, 6:1, 6:3.

          Auch der Auftritt des inspirierten und konzentrierten Haas begeisterte die Zuschauer auf dem fast vollbesetzten Court 2. Zwar waren auch diesmal seine obligatorischen Fluchattacken (“Immer das Gleiche. Scheiße.“) auf dem Platz zu hören, doch gefährdet war der Sieg des ältesten und besten deutschen Tennisprofis nie. „Die Emotionen müssen raus, um den Körper und den Kopf auf das Wesentliche zu bringen“, sagte Haas später. Es gelang perfekt.

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