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Wimbledon-Debütant Knittel „Junge, steck den Kopf nicht in den Sand!“

Bastian Knittel hat sich mit bald 30 Jahren zum ersten Mal für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert. Sein Gegner zum Wimbledon-Start am Montag: Juan Monaco. Im Interview spricht er über seine Liebe zum Tennis und sein Verhältnis zum Geld.

© picture alliance / dpa Ziel erreicht: Bastian Knittel bestreitet am Montag sein erstes Hauptrundenmatch bei einem Grand-Slam-Turnier

In sechs Wochen werden Sie dreißig Jahre alt und haben sich zum ersten Mal überhaupt für das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert, wo Sie am Montag auf Juan Monaco treffen (live in Sky und F.A.Z.-Liveticker). Ist das die späte Erfüllung eines Kindheitstraums?

Das ist einer der Träume, die jeder Spieler hat. Es ist ein super Gefühl, dass ich mich nach so langer Zeit für ein Grand-Slam-Hauptfeld qualifiziert habe. Und dann noch in Wimbledon, das ist das i-Tüpfelchen. Ich habe in der Qualifikation drei tolle Matches hingelegt und kann stolz und zufrieden sein.

Sie hatten zuvor zehnmal vergeblich versucht, sich für eines der vier großen Turniere zu qualifizieren. Was lief diesmal besser?

Ich bin mit einer gewissen Lockerheit an die Quali rangegangen. Eine Woche vorher hatte ich noch damit geliebäugelt, gar nicht nach Wimbledon zu fahren, weil ich einen kleinen Muskelfaserriss in der Wade hatte. Erst nachdem ich drei Tage ohne Probleme trainieren konnte, habe ich mich entschieden, hierherzukommen. Ich habe mir gesagt: Wichtig ist, dass die Wade hält, alles andere ist ein Bonus. Ich habe weniger an den Erfolg gedacht, sondern vielmehr daran, mich auf jedes Match zu freuen. Außerdem habe ich herausgefunden, dass Gras gar kein so schlechter Belag ist für meine Spielweise.

Sie treffen in der ersten Runde auf den Weltranglistenzwanzigsten Juan Monaco. Was haben Sie sich vorgenommen?

Ich habe nichts zu verlieren. Monaco kennt mich nicht, er hat mehr Druck als ich. Ich werde mir bei Kollegen Tipps holen, was er kann oder nicht kann. Ich habe meine Chance bekommen, also versuche ich, Spaß zu haben, gutes Tennis zu zeigen und alles zu geben. Wenn alles passt, kommt der Sieg von allein. Wenn es nicht reicht, ich aber zufrieden bin mit meiner Leistung, dann ist es auch okay. Egal wie das Match an diesem Montag ausgeht, ich werde sicher nicht mit meinen Eltern beim Abendessen sitzen und sagen: Ach Gott, was war das für eine Katastrophe, ich hatte gar nicht verdient, im Hauptfeld zu stehen, blablabla.

Vor Jahren hatten Sie gesagt, Sie wollten mit 28 nicht mehr auf Weltranglistenplatz 200 stehen. Jetzt sind Sie fast dreißig Jahre alt und auf Position 206 notiert. Was treibt Sie immer noch an?

Die Liebe zu dem Sport und die Unterstützung aus dem Umfeld. Tennis war von Kindesbeinen an das, was ich machen wollte. Dazu kam die Unterstützung von meinem Trainer und meiner Familie, die gesagt haben: Junge, steck den Kopf nicht in den Sand, versuch dich wieder ranzuarbeiten! Ich war in meiner Karriere oft und lange von Verletzungen gebeutelt. Der Traum, die Top 100 zu knacken, bleibt. Wenn mir das gelingt, dann kann ich mich um weitere Träume kümmern. Bis dahin versuche ich, kleine Brötchen zu backen.

Hatten Sie zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, den Schläger in die Ecke zu legen und aufzuhören?

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