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Volleyballspieler Georg Grozer : „Man lebt mit zwei großen Koffern“

Es gab eine Riesenparty. Wir hatten das Finale gegen Peking gewonnen. Nach dem Spiel sind wir ins Hotel gegangen und haben dort angestoßen. Danach ging es in einen Klub, wo wir bis sechs Uhr in der Frühe gefeiert haben. Um sieben fuhr unser Zug nach Schanghai. An diesem Tag hat uns der Klubpräsident empfangen, es gab ein schönes Abendessen. Am Tag danach habe ich schon angefangen, meine Sachen zu packen. Zu Hause haben wir am Samstag mit den engsten Freunden gefeiert. Ich habe ein schönes Gulasch über dem Lagerfeuer gemacht. Am Montag ging es dann nach Qatar los.

War Ihr Vater auch bei der Party?

Nein, der war beim TV Rottenburg, bei dem mein Bruder Tim spielt, und hat das entscheidende Spiel gegen den Abstieg verfolgt.

Er soll sich dort sehr über den Schiedsrichter geärgert haben, hat man lesen können.

Das ist nicht das erste Mal passiert (lacht).

Was haben Sie von Ihrem Vater?

Die genetischen und körperlichen Voraussetzungen sicher. Genug, um damit zu arbeiten und damit erfolgreich zu sein. Aber es steckt auch mehr dahinter. Ich habe das Glück gehabt, dass ich bei Stelian Moculescu, Raúl Lozano, Vital Heynen und bei vielen anderen Trainern Stück für Stück Dinge gelernt habe. Ich bin immer offen für jeden Trainer und für Ratschläge.

Ihre Familie ist im Volleyball sehr aktiv, ihre Mutter hat Volleyball gespielt, ihr Vater sowieso, Ihre Schwester Dora spielt beim VC Wiesbaden und steht im Bundesliga-Halbfinale, Ihr jüngerer Bruder Tim hat mit dem TV Rottenburg gerade den Klassenverbleib in der ersten Liga geschafft. Wie ist das, wenn mal alle zu Hause sind?

Und meine Tante hat auch Volleyball gespielt. Und mein älterer Bruder, Richard Honti, mit dem ich zusammen in der ungarischen ersten Liga gespielt habe. Natürlich sprechen wir zuerst über Volleyball, über die Klubs und darüber, ob es allen gutgeht. Aber dann sprechen wir auch über andere Dinge. Meine Schwester studiert jetzt in Wiesbaden, mein Bruder Tim arbeitet bei der Sparkasse. Mein Bruder Tom arbeitet und spielt in Moers Basketball. Wir sehen uns relativ oft. Aber auch das wird immer schwieriger, weil wir sehr zerstreut leben. Das ist leider so in Sportfamilien.

Ihre ältere Tochter Leana spielt ebenfalls Volleyball. Sollen Ihre Töchter auch einmal auf Profiniveau spielen?

Ich bin sehr, sehr stolz auf Leana. Aber das ist nicht meine Intention. Ich habe beide Töchter immer zu meinen Spielen mitgenommen, wenn das möglich war. Wahrscheinlich habe ich sie so beeinflusst. Meine Tochter Leana hat mit Leichtathletik angefangen und hat auch Basketball gespielt. Sie ist ein großer Fan von Bayern München, Manuel Neuer und Thomas Müller. Aber auch sie hat den Volleyballweg gewählt. Was sie später macht, das sehen wir erst noch. Wichtig ist aber, dass sie, wenn sie etwas anpackt, das auch richtig macht, dass sie Disziplin lernt. Sie soll es mit dem Herzen und mit Leidenschaft machen.

Wissen Sie schon, was nach Qatar kommt?

Ja, ich verhandele schon mit ein paar russischen Vereinen – und auch mit China. Ich würde schon gerne auf Champions-League-Niveau spielen. Das wäre mir wichtig. Wenn es körperlich bei mir noch so weitergeht wie jetzt, werde ich sicher noch zwei, drei Jährchen auf diesem hohen Niveau weiterspielen können.

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