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Veröffentlicht: 21.12.2012, 15:10 Uhr

Vendée Globe Tausche Berge gegen die Weiten der Meere

Die eidgenössische Sportszene zeigt nicht nur auf den Pisten dieser Welt, sondern auch in den Weiten der Meere beständig Flagge. Zwei Schweizer Segler nehmen derzeit bei der härtesten Nonstop-Weltumseglung teil - und könnten die französische Dominanz brechen.

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© AFP Nicht immer hatte der Schweizer Stamm Erfolg: 2008 lief seine Segel-Yacht auf Grund

Während die Skination Schweiz wie immer zu dieser Jahreszeit den Erfolgen ihrer Winterhelden entgegenfiebert, zeigt die kleine, aber feine eidgenössische Sportszene auch in den Weiten der Meere beständig Flagge. Selbst fern der Schneepisten können es die Alpenländler beim Durchkreuzen der Ozeane mit den Besten der Welt aufnehmen. Legendär sind die beiden Triumphe der Alinghi-Crew beim teuersten und glamourösesten Segelwettbewerb im America’s Cup. Zwei Schweizer Segler nehmen derzeit auch bei der härtesten Nonstop-Weltumsegelung um die Vendée-Globe-Trophäe teil – und befinden sich in gar keiner schlechten Position.

Eine der schnellsten Vendée-Globe-Regatten

Michael Ashelm Folgen:

Bernard Stamm und Dominique Wavre gehören zu den übriggebliebenen 13 Seglern, die etwa die Hälfte des Rennens absolviert haben und mit ihren Yachten derzeit südlich des australischen Kontinents gen Osten auf längere Sicht die Umrundung Kap Hoorns ansteuern.  Es ist eine der schnellsten Vendée-Globe-Regatten aller Zeiten – Wavre stach die Tage beim Herabgleiten einer riesigen Welle mit der Bugspitze so hart ins Wasser ein, dass vorne am Bug ein kleiner Schaden entstand. Aber reparabel. „Alles in Ordnung“, meldete der 57 Jahre alte Veteran. Das Boot sei wieder in Schuss, er fühle sich gut.

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Es ist seine vierte Teilnahme an dem Rennen. Im Jahr 2005 wurde Wavre Vierter, nun rangiert er auf Platz acht. Am nächsten zur Spitze mit drei Franzosen in Front liegt derzeit der Schweizer Stamm als Fünfter.  Der gelernte Holzfäller, 49 Jahre alt, gehört seit Jahren zu den Favoriten der Regatta – wenn er nicht immer auch mit viel Pech aufgeben müsste. Diesmal macht er sich wiederum Hoffnungen. Und so stellt sich die Frage: Was macht das kleine Binnenland Schweiz so stark auf den Weltmeeren? „Wir haben auf unseren Seen eine lange Segeltradition, gute Boote und gute Technologie“, sagt Wavre.

Bei moderaten Wetterbedingungen mit zwölf Grad Außentemperaturen und nicht zu viel Wind bleibt ihm derzeit die Zeit, sich auch mal über das Satellitentelefon zu melden. Er, Stamm und auch der Alinghi-Begründer Bertarelli kommen vom Genfer See. Das Revier ist die Schmiede des Schweizer Segel-Erfolgs. Der Milliardär Bertarelli probiert sich derzeit in einer Katamaran-Serie – ebenfalls nicht ohne Erfolg. Hier wächst wieder etwas. Die Schweiz hat zwar keinen Meeresanschluss, aber dafür auch kompetente Techniker, Ingenieure und Bootsbauer.

Berüchtigter Extremsegler

Bekannt ist die Technische Hochschule in Lausanne für ihren wichtigen Segel-Input. Die Experten legen die Basis für die sportlichen Ergebnisse. Der legendäre Eidgenosse Pierre Fehlmann ist ein berühmter Regattaskipper und berüchtigter Extremsegler, der einst zweimal das sogenannte Whitbread Race (heute Volvo Ocean Race) gewinnen konnte – ein Etappenrennen um die Welt für Teams. Wavre gehörte in seinen jungen Jahren zu Fehlmanns Crew. Die Schweizer Segel-Offensive erklärt sich vielleicht auch an einer Statistik. Der zufolge sollen die Eidgenossen an ihren vielen Seen pro Einwohner mehr Boote besitzen als die Neuseeländer. Das Eiland im Südpazifik gilt eigentlich als Wiege weltumspannender Segel-Dominanz.

Bild Wavre Schweizer auf hoher See: Dominique Wavre und seine Yacht „Mirabaud“ © AFP Bilderstrecke 

Die Schweizer Leidenschaften auf dem Wasser sind davon unbenommen und zeigen sich an unterschiedlichsten Fronten. Gerade wurde der Chef der Gendarmerie von Ebikon am Rotsee Zweiter bei der Segel-WM für Polizisten. Wenn alles perfekt läuft, könnte ein Eidgenosse am Ende sogar die härteste Regatta für Einhandsegler für sich entscheiden und die französische Dominanz in dem Rennen brechen. Eine Sensation wäre es nicht.

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