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VC Olympia Berlin Die Jungs aus der Plattenbausiedlung

Der VC Olympia ist kein normaler Verein, sondern ein Projekt. In Berlin kommen die besten Nachwuchs-Volleyballspieler zusammen, um sich mit den Großen in der Bundesliga zu messen.

© picture alliance / dpa Vergrößern Sprungbrett: Auch Felix Fischer hat einst beim VCO Berlin gelernt

Das überraschte den deutschen Meister: Der VC Olympia, Letzter der Volleyball-Bundesliga, war nicht bereit, nach 18 Niederlagen auch Spiel 19 ohne Widerstand herzugeben. Wie schon vor vier Wochen erkämpften sich die jungen Spieler des VCO am vergangenen Mittwochabend im Berliner Derby gegen die BR Volleys einen Satzgewinn zum 1:3 (16:25, 25:23, 20:25, 19:25). Es ist erst ihr 13. in dieser Spielzeit.

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Mag das große Team auch auf dem falschen Fuß erwischt worden sein, die Spieler der Berliner Meistermannschaft staunten kein bisschen über Aufschlag und Aufschwung der Jugendgruppe auf der anderen Seite des Netzes. Schließlich stammen fünf von ihnen selbst aus diesem Nachwuchs-Team: Mittelblocker Felix Fischer und Ricardo Galandi, Außenangreifer Björn Höhne und Zuspieler Sebastian Kühner. Ruben Schott, ihr Jüngster, ist erst vor einer Woche vom VCO zu den Volleys gewechselt. „War schon ein komisches Gefühl, hier ein Auswärtsspiel zu spielen“, sagte der Achtzehnjährige nach der Partie, in die ihn Trainer Mark Lebedew beim Stand von 1:1 für die beiden letzten Sätze eingewechselt hatte.

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Trotz aller Wehmut habe er aber nicht das Gefühl, sein Team mit dem Wechsel im Stich gelassen zu haben, sagte er entschlossen. „Dafür werden beim VCO die jungen Spieler ausgebildet, dass sie sich größeren Aufgaben stellen.“ Dem deutschen Meister waren durch eine Verletzungsserie die Außenangreifer ausgegangen, deshalb holte er den 1,82 Meter großen Junior Schott zu den Volleys. Selbst wenn der Abiturient mit seiner neuen Mannschaft nun die Meisterschaft gewinnen sollte: Das große Ziel in dieser Saison verfolgt er mit den Jungs aus der Plattenbausiedlung.

Der VC Olympia ist kein normaler Verein, er ist ein Projekt. Die besten Nachwuchs-Volleyballspieler und -spielerinnen Deutschlands spielen in und für Berlin in der Punktrunde mit. Ihre Vereine schicken sie für die Lehrzeit an den Olympiastützpunkt und ans Sportgymnasium in der Hauptstadt. Für die Play-offs um die Meisterschaft allerdings ist das Team nicht zugelassen. Deshalb herrscht Abschiedsstimmung beim VC Olympia. Während die besten Vereine der Bundesliga sich auf die Play-off-Spiele vorbereiten, geht beim Klub der Besten an diesem Samstag die Spielzeit zu Ende.

„Wir wollen, die anderen müssen gewinnen“

Schott und Außenangreifer Phillip Trenkler aus Rottenburg werden in den Play-offs noch für ihre Klubs spielen, doch dann kehren sie nach Berlin zurück - und sind nicht mehr der VC Olympia, sondern die U-21-Nationalmannschaft der Jahrgänge 1993 und 1994. „Unser eigentliches Ziel ist die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaft im Mai“, sagt Trainer Elmar Harbrecht. „Dafür machen wir das alles hier.“

Die Spieler sammeln Erfahrung bei den Niederlagen gegen gestandene Bundesliga-Teams, ärgern das eine oder andere auch mit einem Punktgewinn, haben aber vor allem Zeit zu lernen: in der Schule und auf dem Platz. „Meine Spieler dürfen sich entwickeln“, sagt Harbrecht. „Klar wollen sie gewinnen. Aber die anderen müssen gewinnen.“ Der Unterschied stand den Spielern bei der Partie am Mittwochabend ins Gesicht geschrieben. Während das Team des Meisters immer grimmiger wurde, sah man in der Mannschaft der Auszubildenden strahlende Augen und sogar ein Lachen.

„Wir verstehen uns als Dienstleister für die Liga“

Zur Vorbereitung auf die WM-Qualifikation wird auch das 19 Jahre alte Ausnahmetalent Yannick Harms zur Mannschaft stoßen; er spielt schon beim VfB Friedrichshafen. Wie er wollen und sollen auch die anderen den Schritt in die erste Liga schaffen. „Wir verstehen uns als Dienstleister für die Liga“, sagt Harbrecht. Zurück nach Berlin, jedenfalls zum VC Olympia, führt kein Weg. In der nächsten Spielzeit gibt es keine Mannschaft des VC Olympia in der Bundesliga. 2014 treten dann die Talentiertesten der Jahrgänge 1995 und 1996 ihre Ausbildung in Berlin an.

Als die Profis nach dem Spiel schon in ihren Autos auf dem Heimweg waren und die letzten Fans bei Wurst und Bier die Partie diskutierten, räumten die jungen Spieler noch auf. Sie bauten das Netz ab und verstauten es, sie räumten die Werbeflaggen weg. Einer von ihnen war Ruben Schott.

Quelle: F.A.Z.

 
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