In der Damenwelt ist Angelique Kerber berühmt und berüchtigt für ihre Zähigkeit, so gut wie jeden Ball zu erlaufen, und durch ihre Selbstverteidigungskünste fast jede Gegnerin zu zermürben. Aber im aktuellen Tenniszirkus gibt es noch eine Spielerin, die über die gleichen Qualitäten verfügt, und an ihr ist die 24 Jahre alte Deutsche auch beim zweiten Duell in einem Grand-Slam-Turnier gescheitert. Wie bei den French Open im Frühjahr, so schlug die Italienerin Sara Errani auch am Montag (Ortszeit) bei den US Open die Kielerin mit ihren eigenen Waffen. Nach der 6:7 (5: 7), 3:6-Niederlage im Achtelfinale verabschiedete sich Angelique Kerber als letzte von sechs deutschen Damen von jenem Turnier, bei dem sie im vergangenen Jahr die Runde der letzten vier erreichte und ihren Durchbruch zur Weltspitze schaffte.
Sandplatztennis auf anderem Belag
Wie im Pariser Frühling, so lieferten sich die beiden Konkurrentinnen auch in New York einen Schlagabtausch, der wirkte wie Sandplatztennis auf anderem Belag: hohe Bälle, Stopps, viele taktische Varianten. Angelique Kerber versuchte in dem 1:55 Stunden dauernden Match zwar, mit aggressivem Grundlinienspiel die Ballwechsel zu diktieren. Doch die Italienerin, in der Weltrangliste vier Plätze hinter der Deutschen auf Rang zehn notiert, erwies sich abermals als die solidere Spielerin. „Es war ein sehr gutes Match“, sagte Angelique Kerber. „Sie hat unmenschlich gut gespielt und kaum Fehler gemacht.“ Den Tiebreak beendete die Kielerin mit einem Doppelfehler selbst, und auch beim Matchball nahm sie ihrer Gegnerin die Arbeit ab, als sie eine Vorhand ins Netz schlug. Damit verpasste sie es, beim dritten Grand-Slam-Turnier nacheinander ins Viertelfinale vorzustoßen. Am Ende fehlten ihr die Kräfte. In Sara Errani fand sie ihre Meisterin aus derselben Klasse.
Es gibt noch einiges zu tun
michael hergen (cicero777)
- 04.09.2012, 11:34 Uhr