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US Open Federer schafft den Hattrick in New York

11.09.2006 ·  Roger Federer hat zum dritten Mal in Folge die US Open der Tennis-Profis gewonnen. Der 25jährige Schweizer bezwang im Finale den Amerikaner Andy Roddick in vier Sätzen. Bei den Frauen sicherte sich Maria Scharapowa den Grand-Slam-Titel.

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Der US-Open-Hattrick haute sogar Roger Federer um und freute seinen Fan Tiger Woods: Nach dem souveränen Finalsieg über Andy Roddick ließ sich Federer im Arthur-Ashe-Stadion auf den Boden fallen und genoß den Triumph. „Ich hatte es einfach verdient, mich hinzulegen und es mir bequem zu machen. Das ist die beste Saison, die ich je hatte“, sagte der Schweizer nach dem 6:2, 4:6, 7:5, 6:1 am Sonntag abend (Ortszeit) in New York. „Es war ein gutes Gefühl, da zu liegen.“

Dem besten Tennis-Profi der Welt fehlte in diesem Jahr nur ein Sieg, um als erster Spieler seit dem Australier Rod Laver 1969 den seltenen Grand Slam zu schaffen. Lediglich die Finalniederlage bei den French Open gegen Rafael Nadal verhinderte den Sieg auch beim vierten der wichtigsten Turniere.

Platz sechs der ewigen Rangliste

Bei den Australian Open hatte sich Federer dagegen durchgesetzt und vom Grand Slam geträumt. Nach dem Wimbledonsieg feierte der 25jährige in Flushing Meadows wie schon 2004 den dritten Grand-Slam-Titel in einer Saison und seinen neunten insgesamt. Damit belegt er nun in der ewigen Rangliste den alleinigen sechsten Platz, Spitzenreiter Pete Sampras ist mit 14 Titeln jedoch immer noch ein großes Stück voraus.

Disziplinübergreifend hat er auch noch längst nicht zu Golf-Dominator Woods aufgeschlossen, der bei den vier wichtigsten Wettbewerben in seiner Sportart schon zwölf Erfolge sammelte und Federer vor dem Match damit ein bißchen aufzog.

„Laß mich erstmal die Drecksarbeit erledigen“

Der fünf Jahre ältere Amerikaner unterstützte nicht etwa seinen Landsmann Roddick - er saß bei Federers Anhang. „Er ist ein großer Junge, das ist seine Entscheidung“, kommentierte Roddick, nachdem er seinen zweiten großen Erfolg nach dem US-Open-Sieg 2003 verpaßt hatte. Wie schon in den Wimbledon-Finals 2004 und 2005 konnte er nur phasenweise Paroli bieten. Immerhin brachte er Federer im dritten Satz mit vier Breakbällen zum möglichen 3:2 in Bedrängnis, doch im Stil eines Champions wehrte der Weltranglisten-Erste alle Chancen ab. Nach dem Gewinn des hochklassigen Durchgangs ließ er Roddick wie schon zu Beginn mit Traum-Tennis keine Chance.

Von einem seit längerem geplanten Treffen mit Woods, das aus Termingründen bisher nicht zu Stande gekommen war, zeigte sich Federer begeistert: „Ich dachte mir, daß er nett ist. Aber er ist wirklich sehr, sehr nett. Als er gesagt hat, daß er zum Finale kommt, habe ich geantwortet: Laß mich erstmal die Drecksarbeit erledigen.“ Der ebenfalls derzeit in Gala-Form auftretende Golfer und Federer entdeckten Parallelen: „Wenn man sich verletzlich fühlt und dann im vierten Satz das Gefühl hat, es kann nichts mehr passieren, dann ist das wie bei ihm auf der vierten Runde“, erklärte Federer, der bisher 26,3 Millionen Dollar erspielt hat, an die bereits 64,4 Millionen Dollar von Woods aber kaum herankommen dürfte.

„Verdiene es, die Nummer eins zu sein“

Seine sportliche Überlegenheit im Tennis ist nach der Herausforderung durch Nadal im Wimbledon-Finale wieder gewachsen, denn der Spanier war in New York schon im Viertelfinale ausgeschieden. „Nach Wimbledon dachte ich: Wer die US Open gewinnt, ist besser. Ich verdiene es, die Nummer eins zu sein. Aber ich bin schon geschockt, wie es die letzten drei, vier Jahre läuft“, sagte Federer. Noch kein Spieler gewann drei Jahre in Folge sowohl Wimbledon als auch danach die US Open. Der bislang letzte Hattrick im „Big Apple“ gelang zwischen 1985 und 1987 Ivan Lendl.

Der wieder stärker gewordene Roddick sieht derzeit keine großen Duelle. „Federer ist der Beste. Da gibt es bei mir keinen Zweifel und auch nicht bei anderen Spielern, wenn man sie fragt.“ Sorgen macht dem 24jährigen, daß sich der Basler, der in New York ohne Teilzeit- Trainer Tony Roche antrat, weiter verbessert. Andererseits wollte sich der von Jimmy Connors beratene Roddick nicht von der elften Niederlage im zwölften Vergleich entmutigen lassen: „Wenn man genug Dreck an die Wand schmeißt, bleibt irgendwann etwas haften.“

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