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Unser Sportler des Jahres Vergesst Super-Mario!

Rennen, springen, hechten und landen: Freerunning ist die Kunst, sich im urbanen Raum schnell, efizient und spektakulär von A nach B zu bewegen. Jason Paul ist einer der besten Freerunner der Welt. Sein Leben ist spannender als ein Videospiel.

© Red Bull Vergrößern Jason Paul: Er hat den „Flow“

Jump’n’Run werden die Art Videospiele genannt, in denen sich ein Held springend und rennend durch die Welten schlägt. Die Spielfigur Super-Mario ist deren Ikone. Nun hat Jason Paul optisch nichts gemein mit dem schnauzbärtigen, etwas klein gewachsenen, dicklichen italo-amerikanischen Gas- und Wasserinstallateur aus der virtuellen Welt.

Gott sei dank, möchte man meinen, denn sonst könnte er in der Wirklichkeit kaum das tun, was Super-Mario nur auf Knopfdruck auf dem Bildschirm kann: hoch springen, weit springen, präzise springen, an Wänden kleben, über Hindernisse hechten, landen, abrollen, aufrappeln, losrennen - alles in einer Bewegung. „Einen Flow haben“, wie Paul sagen würde.

Je spektakulärer es aussieht, desto besser. Wenn der Frankfurter eines Tages für seine Sportart Freerunning das sein würde, was Robby Naish für das Surfen und Tony Hawk für das Skateboarden geworden sind, dürfte es auch ein nach ihm benanntes Videospiel geben: Super-Jason. Nur muss man darauf gar nicht warten. Denn das Leben, das er führt, ist viel spannender als ein Videospiel.

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Der 21 Jahre alte Jason Paul gehört zu den besten Freerunnern der Welt. Er ist einer der Pioniere seines Sport in Deutschland. Er ließ sich nicht mitreißen von der Welle, sondern löste sie mit aus. Damals, als er als Fünfzehnjähriger mit Kumpels zu trainieren begann. Auf einem Spielplatz im Frankfurter Stadtteil Goldstein. Immer und immer wieder übte er die Sprünge und Landungen im weichen Sandkasten.

Er jobbte in einer Apotheke und trug Zeitungen aus, um sich die Zugfahrten leisten zu können in Städte, wo die wenigen Gleichgesinnten trainierten. Heute lebt er gut von seinem Sport dank der Unterstützung einer Reihe Sponsoren. „Ich bin megaglücklich, über das, was mir passiert ist“, sagt Paul und grinst: „Darüber, dass Parkour und ich so viel Potential gehabt haben.“

„Es geht nicht darum, nur einen Actionclip zu produzieren“

Seine Fan-Schar verfolgt Pauls Aktivitäten über das Internet, das die Bewegung stützt und befeuert. Sie bewundern seine pure Leidenschaft für das, was er tut, werden gepackt von seiner mitreißenden Art. Youtube ist der Umschlagplatz, Verteiler, Vervielfältiger der Szene. Tausende Jugendliche haben sich auch hierzulande animieren lassen von den meist mit rabiater Musik unterlegten Filmchen, mit Turnschuhen an den Füßen in ihrer Umgebung kreativ zu werden.

Ihre Umgebung für sich nutzbar zu machen. Der Sport ist etabliert und über den Aggregatszustand Trendsport schon ein Weile hinaus. Und der einundzwanzig Jahre alte Paul lebt davon, das künstlerisch wertvolle Unerwartete zu tun. Irgendwo auf den fünf Kontinenten oder vor seiner Haustür in Frankfurt.

„Es geht nicht darum, nur einen Actionclip zu produzieren, sondern eine Geschichte zu erzählen mit Persönlichkeit, Kultur und Charakter dahinter“, sagt Paul. „Es muss sich gut und richtig anfühlen.“ Er kann vom Spaßmacher-Sonnyboy-Modus abrupt umschalten auf nachdenklich, reflektiert. „Mich hat Parkour dahin gebracht, keine Angst mehr zu haben, etwas falsch zu machen.“ Heutzutage hätte doch jedermann Angst, einen Fehler zu machen, den andere sehen könnten, sagt er. Als der pubertäre Paul damals auf dem Spielplatz seine Sprünge in den Sand setzte, sah es noch gar nicht cool und längst nicht vollkommen aus.

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