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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Turnen Hambüchen hofft auf sportliche Schlagzeilen

 ·  Der deutsche Turn-Star Fabian Hambüchen fährt wegen gesundheitlichen Problemen nur als Teilzeitarbeiter zur Turn-WM nach Rotterdam. Dort will er sich in den Dienst der Mannschaft stellen - auch für seine eigene Reputation.

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Die Hoffnungen ruhen auf einem Teilzeitarbeiter. Die des Deutschen Turner-Bundes, der von seinem einzigen Star Fabian Hambüchen erwartet, dass er die Mannschaft ins Finale der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam führt. Und der angeschlagene Athlet, gesundheitlich wie persönlich, will bei den am Samstag eröffneten Titelkämpfen wieder sportlich von sich reden machen. Die Aufgabe, den Spott vergessen zu machen, den er sich vor Wochen mit der Veröffentlichung intimer Details in seiner Autobiographie von Medien und, viel schlimmer, von Mannschaftskollegen auf sich zog (siehe: Fabina Hambüchen: Turnen mit Fleischbeilage und Hambüchens Erzählungen: Liebe, Rausch und Albtraum), geht der 22 Jahre alte Hambüchen allerdings mit Handicap an.

Wegen einer Fußverletzung muss er wie schon im September bei der deutschen Meisterschaft auf die Disziplinen Boden und Sprung verzichten. Eine Medaille im Mehrkampf wie bei der WM 2007 in Stuttgart (Silber) und bei der EM 2009 in Mailand (Gold) ist damit nicht mehr möglich. „Es gibt keinen Grund, in Rotterdam alles auf Teufel komm raus zu riskieren“, sagt Trainer und Vater Wolfgang Hambüchen.

Es gibt wichtigere Jahre. 2012 etwa, Olympia in London. Und 2011, wenn die Olympia-Qualifikation bei der WM in Tokio ansteht. Es sollen wieder bessere Jahre werden. Schon an der WM 2009 hatte Hambüchen wegen einer Verletzung nicht teilnehmen können, nun sagte er auch seinen Start bei der Champions Trophy im November in Stuttgart ab. In diesem Jahr wird Hambüchen keinen Mehrkampf mehr bestreiten.

Am Reck und am Barren rechnet er sich in Rotterdam Medaillenchancen aus. „Aber die ganze Konzentration liegt bei dieser WM auf dem Team-Wettkampf“, sagt der Reck-Weltmeister von 2007. Um sich für Tokio zu qualifizieren, muss die deutsche Mannschaft - neben Hambüchen gehen Philipp Boy (Cottbus), Matthias Fahrig (Halle), Eugen Spiridonov (Bous), Thomas Taranu (Straubenhardt) und Sebastian Krimmer (Backnang) an den Start - in Rotterdam mindestens Platz 24 erreichen. Das sollte, nach Rang drei 2007, machbar sein. Allerdings fehlt dem deutschen Team Mehrkampfmeister Marcel Nguyen wegen eines Beinbruchs. „Wir kriegen trotzdem eine starke Mannschaft zusammen“, sagt Bundestrainer Andreas Hirsch.

Sollte Hambüchen das Team in den Endkampf der besten acht Nationen am Donnerstag führen - seine Kollegen wären sicherlich wieder mit ihrem Star versöhnt. Und Hambüchen hätte mal wieder ein Schlagzeile - eine sportliche.

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