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Turn-WM Medaillen für Fahrig und Tschusowitina

 ·  Während Matthias Fahrig sich über seinen dritten Platz am Boden bei der Turn-EM freute, nahm Oksana Tschusowitina Silber im Sprung enttäuscht entgegen. Europameisterin hatte sie werden wollen.

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„Das macht den Weg frei für weitere, höhere Aufgaben“, sagte Matthias Fahrig, und nach kurzem Überlegen: „Aber dafür muss weiter trainiert werden.“ Mit dem dritten Platz am Boden und als Vierter im Sprung bei den Europameisterschaften der Turner in Amsterdam hatte er sich zurückgemeldet in der Nationalmannschaft, zurück auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Stuttgart im September und den Olympischen Spielen im kommenden Jahr. Der Hallenser, Sohn eines Kubaners und einer Deutschen, war 2006 für einige Monate aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader von Cheftrainer Andreas Hirsch verbannt worden, „und hierher zurück war es ein langer, beschwerlicher Weg mit vielen Höhen und Tiefen“, sagte er in Amsterdam.

Hirsch, der lobte, dass Fahrig seine Chance „zu hundert Prozent“ genutzt habe, ist noch zurückhaltend: „Sein Bewusstseinsgrad beim Training muss zunehmen“, formulierte er etwas umständlich in dem Bemühen, dem gerade Ausgezeichneten nicht weh zu tun und doch darauf hinzuweisen, dass noch viel Arbeit vor Fahrig liegt. Der blondgefärbte junge Mann, sicherlich eines der größten Talente im deutschen Turnen, war in der Vergangenheit immer wieder an sich selbst gescheitert. In Amsterdam zählte für ihn, „dass ich mit einem Lächeln die Halle verlassen konnte“. Die Medaille, die um seinen Hals hing, half dabei.

„Platz zwei ist Platz zwei“

Oksana Tschusowitina dagegen, ohnehin nicht zu Gefühlsausbrüchen neigend, nahm fast regungslos die Glückwünsche nach dem Sprung-Finale entgegen. „Platz zwei ist Platz zwei“, sagte sie; Europameisterin hatte sie werden wollen. Eine umstrittene Entscheidung des Kampfgerichts kostete den möglichen Titel. Der anstrengende Wettkampf über mehrere Tage tat ein Übriges, dass die 31 Jahre alte gebürtige Usbekin nicht jubeln mochte. „Oksana ist sehr müde“, hatte ihre Kölner Trainerin Shanna Poljakowa vor dem Finale gesagt. Auch mit Platz sechs im Mehrkampf sowie am Boden konnte sich die Mannschafts-Olympiasiegerin (mit der Riege der GUS 1992) und dreimalige Weltmeisterin nicht so recht anfreunden.

Doch seit sie im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, ist sie die unbestrittene Vorturnerin einer jungen Riege. Neben ihr stand ein großes Talent am Samstag und am Sonntag auf dem Podium der Rai-Halle. Die 15 Jahre jüngere Anja Brinker, die in der Qualifikation überraschend auf Platz fünf des Vierkampfs weit vor Oksana Tschusowitina gelandet war, musste schließlich bei ihrem ersten großen internationalen Auftritt der nervlichen Anspannung Tribut zollen. Nach einigen Patzern wurde sie immerhin Zehnte im Mehrkampf und Siebte am Stufenbarren.

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