Vize-Weltmeister Philipp Boy hat auch am letzten Tag der Turn-Europameisterschaften in Montpellier nicht überzeugen können. Im Reckfinale stürzte der Cottbuser zweimal und kam mit 12,166 Punkten nicht über den achten und damit letzten Platz hinaus. Besser machte es sein Teamgefährte Eugen Spiridonov aus Bous, der einen Tag nach seinem Dreifach-Patzer im Team-Finale ordentlich durchturnte und auf Rang vier einkam. Den Titel am Reck sicherte sich der Russe Emin Garibow.
Für den EM-Höhepunkt aus deutscher Sicht hatte zuvor Marcel Nguyen gesorgt, der zum zweiten Mal in Serie den Europameistertitel am Barren gewann und damit die einzige Medaille der deutschen Turner bei sechs Final-Teilnahmen erkämpfte. Der 24-Jährige aus Unterhaching zeigte an diesem Sonntag seine schwierige Übung in nahezu perfekter Ausführung und durfte sich zurecht über die Höchstnote von 15,766 Punkten freuen. „Es war wahrscheinlich die beste Übung, die ich je geturnt habe. Ich war gut vorbereitet, der Titel war der Lohn dafür“, sagte Nguyen. Es war das insgesamt dritte EM-Gold für den Sportsoldaten, nachdem er im Vorjahr in Berlin gleichfalls an seinem Spezialgerät und 2010 mit dem deutschen Team gewonnen hatte. Silber holte in Montpellier der Ukrainer Oleg Verniajew vor dem Slowenen Mitja Petkovsek. Sebastian Krimmer aus Stuttgart stürzte vom Barren und wurde Achter.
Matthias Fahrig verpasste indes nur knapp eine Medaille. Mit 15,849 Punkten kam der Hallenser auf den fünften Platz. Sieger war der Rumäne Flavius Koczi, der auf 16,116 Zähler kam. Zuvor hatte Nguyen im zweiten EM-Ringe-Finale seiner Karriere mit 15,00 Punkten den sechsten Platz belegt. Die Goldmedaille sicherte sich der Vorjahres-Zweite Alexander Balandin aus Russland. Am Boden und am Pauschenpferd hatten die Deutschen die Finalplätze verpasst. Europameister wurden der Grieche Eleftherios Kosmidis am Boden und der Ungar Krisztian Berki, der sich zum sechsten Mal den höchsten EM-Podestplatz am Pferd sicherte.
Stimmungsschwankungen
Martin Daus (110304)
- 28.05.2012, 12:48 Uhr