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Turmspringen Bronze, Kuss und Mütze für Christin

21.03.2007 ·  „Das war die beste Leistung meiner Karriere“, sagte Christin Steuer, nachdem sie bei der Schwimm-WM Bronze im Turmspringen gewonnen hatte: „Damit habe ich definitiv nicht gerechnet.“ Die Eleganz und Dynamik ihrer Sprünge als FAZ.NET-Bilderstrecke.

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Erst verbeugte sich Christin Steuer nach ihrer grandiosen Vorstellung vor dem Publikum, dann gab es als Belohnung einen dicken Kuss von ihrem Freund Heiko Meyer. Mit Bronze vom Turm hat die 24 Jahre alte Wasserspringerin aus Riesa bei der Schwimm-WM in Melbourne für eine große Überraschung gesorgt.

„Das war die beste Leistung meiner Karriere“, sagte Steuer: „mit WM-Bronze hatte ich definitiv nicht gerechnet“. Ihr Lebensgefährte Heiko Meyer, der in Australien ebenfalls vom Turm ins Geschehen eingreifen wird, lobte überschwänglich: „Das war Weltklasse.“

Frauliche Eleganz und Dynamik

Ein Jahr nach ihrem dritten Platz bei der EM in Budapest, steigerte sich Steuer noch einmal erheblich und musste mit 386,85 Punkten nur den beiden Chinesinnen Xin Wang (432,85) und Ruolin Chen (410,30) den Vortritt lassen.

Turmspringen: WM-Bronze für Christin Steuer

Der filigranen Leichtigkeit der 14-jährigen Chinesinnen setzte sie frauliche Eleganz und Dynamik entgegen. Xin Wang ist 1,37 m groß und wiegt 28 kg. Ruolin Chen bringt es bei 1,36 m auf 30 kg. „Die sind fast perfekt. Für mich ist es ein Ansporn, wenn man die Kleinen sieht“, ließ die 1,69 m große und 52 kg leichte Deutsche ehrliche Bewunderung für das enorme Können ihrer zwei juvenilen Bezwingerinnen erkennen.

„Ich schaue nicht auf die Anzeigetafel“

Fast perfekt war auch ihre Serie von fünf Sprüngen, obwohl sie einräumte, auf dem Weg zur ersten deutschen WM-Medaille in dieser Disziplin seit Ramona Wenzel 1982 Bammel gehabt zu haben: „Beim Handstandsprung im vorletzten Durchgang habe ich ganz schön gezittert.“ Doch sie wuchs über sich hinaus.

„Seitdem ich mit Trainer Frank Taubert in der Gruppe in Dresden zusammen arbeite, geht es bergauf. Mit ihm habe ich den besten Coach für mich gefunden“. Dabei war sie bis zum Ende über ihre Erfolgsaussichten im Unklaren: „Ich schaue nicht auf die Anzeigetafel, und lasse mich lieber überraschen.“

Heidfeld-Mütze für den Vater

5000 Dollar Preisgeld gewann sie vom Weltverband Fina - und nebenbei hat sie ihrem Vater eine Mütze des Formel-1-Piloten Nick Heidfeld ergattert. „Ich hatte eine Abmachung mit unserem Bundestrainer Lutz Buschkow, dass er mir bei einer Medaille diese Mütze gibt - weil ich am vergangenen Wochenende vor dem Grand Prix nicht mit ins Fahrerlager durfte“, erklärte Steuer über die ungewöhnliche Trophäe.

Die Dresdnerin Annett Gamm belegte zwei Tage nach Bronze im Synchronwettbewerb Rang neun (291,30) und sicherte dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) durch die Finalteilnahme einen weiteren begehrten Quotenplatz für Olympia 2008 in Peking.

Chinesischer Doppelsieg bei den Herren

Der Berliner Tobias Schellenberg verpasste zwei Tage nach Bronze im Synchronspringen das Finale vom 1-m-Brett mit 376,40 Punkten als 10. hingegen ebenso wie sein Teamkollege, der 18 Jahre alte WM-Debütant Patrick Hausding (382,85) auf Rang acht. Wie bei den Frauen sorgten Yutong Luo (477,40) und Chong He (469,85) für einen chinesischen Doppelsieg. Platz drei sicherte sich der Italiener Christopher Sacchin (441,40).

Schwimmen, WM in Melbourne
Wasserspringen, Frauen, Turm, Finale

Gold: Xin Wang (China) 432,85 Punkte
Silber: Ruolin Chen (China) 410,30
Bronze: Christin Steuer (Riesa) 386,85
9. Annett Gamm (Dresden) 291,30

Quelle: FAZ.NET / dpa, sid
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